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Märkte | 11.07.2019

Aus IZ28/2019, S. 6

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

Käufe trotz Regulierung

Im ersten Halbjahr 2019 wurde Maklerhäusern zufolge hierzulande deutlich weniger in Wohnimmobilien investiert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch in Berlin. Die Makler werten das als Folge des begrenzten Angebots, nicht von verabschiedeten und geplanten Mieterschutzgesetzen. Ob Gesetze das Investmentverhalten künftig beeinflussen, darüber sind sie sich uneins.

JLL meldet fürs erste Halbjahr 2019 ein Wohnungstransaktionsvolumen von 8,1 Mrd. Euro, BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) und CBRE haben 7 Mrd. Euro bzw. 6,7 Mrd. Euro ermittelt. Die Differenzen sind wohl vor allem der Tatsache geschuldet, dass JLL Verkäufe von mindestens zehn Wohnungen berücksichtigt, während in die Auswertungen von BNPPRE Verkäufe ab 30 Einheiten einfließen und CBRE erst bei 50 loslegt. Einig sind sich die Makler darin, dass weit weniger Geld geflossen ist als im ersten Halbjahr 2018. JLL beziffert den Rückgang auf gut 25%, CBRE auf 39%.

Das trifft auch auf Berlin zu. 1,5 Mrd. Euro haben Investoren laut JLL an die Spree getragen - 15% weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Frankfurt folgt mit 700 Mio. Euro (+5%), für Hamburg verzeichnet das Maklerhaus mit 550 Mio. Euro ein Minus von etwa einem Viertel.

Die verabschiedeten und noch diskutierten Mieterschutzgesetze schrecken offenbar nicht ab. Konstantin Kortmann, Wohninvestmentchef bei JLL Deutschland, spricht zwar davon, dass die Stimmung von Investoren und Bestandshaltern an "einem Tiefpunkt" angelangt sei. Das niedrigere Transaktionsvolumen führt er aber auf ein geringes Wohnungsangebot und "noch nicht auf die politische Großwetterlage" zurück. Auch Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer von BNPPRE, kann nicht erkennen, dass die Mietpreisbremse oder der in Berlin geplante Mietendeckel inländische Investoren von Käufen abhalten. Abzuwarten sei, ob die im ersten Halbjahr kaum tätig gewordenen ausländischen Akteure wieder verstärkt investieren.

Die machen sich Kortmann zufolge vor allem Gedanken um weitere Regulierungen und den Angebotsmangel in Großstädten. Letzterer dürfte sie jedoch nicht abhalten zu kaufen, denn der Mangel schlage sich "in zwar steigenden, aber im internationalen Vergleich immer noch niedrigen absoluten Preisen nieder", erklärt Kortmann.

Zumindest für Berlin macht sich Michael Schlatterer, Bewertungschef bei CBRE in Deutschland, keine Sorgen. Für Investoren sei die Hauptstadt, gleich ob mit oder ohne Mietendeckel, "weiterhin äußerst attraktiv". Er vermutet jedoch, dass Investments in Richtung unregulierter Segmente wie Serviced Apartments und Neubau verlagert werden könnten.

Nach wie vor entfällt BNPPRE zufolge auf Bestandsportfolios der größte Anteil des Transaktionsvolumens, und zwar 63% der vom Maklerhaus ermittelten 7 Mrd. Euro. Neubauentwicklungen kamen auf etwas mehr als 20%, einzelne Bestandsbauten und Wohnanlagen auf knapp 9% und Sonderformen wie Mikroapartments und Studentenwohnungen auf 6%.

Am meisten Geld zahlte den Maklern zufolge im ersten Halbjahr 2019 ein Konsortium von ZBI und Union Investment für die BGP-Gruppe. JLL beziffert den Preis auf rund 2 Mrd. Euro. Aufs Gesamtjahr gesehen erwartet CBRE ein höheres Transaktionsvolumen als das für 2018 ermittelte (17,2 Mrd. Euro), JLL geht von 16,5 Mrd. Euro und damit einem leichten Rückgang von 5% aus.

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