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Märkte | 11.07.2019

Aus IZ28/2019, S. 5

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

Der Investmentmarkt ist ein gutes Stück vom Rekordkurs entfernt

Quelle: Pixabay, Urheber: Free-Photos
Büros verteidigen ihre Spitzenposition unter den Assetklassen auf dem Investmentmarkt.

Quelle: Pixabay, Urheber: Free-Photos

Das Transaktionsvolumen der ersten sechs Monate bewegt sich auf hohem Niveau, kommt aber nicht an das Rekordergebnis des Vorjahres heran. Lediglich in Berlin stößt der Markt in neue Sphären vor. Während die Marktbeobachter von CBRE und BNP Paribas zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte blicken, warnt Timo Tschammler von JLL vor vielen Unsicherheitsfaktoren.

Während die Halbjahreszahlen der Maklerhäuser JLL und CBRE sowie von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) zeigen, dass sich der Investmentmarkt im ersten und zweiten Quartal 2019 auf einem hohen Niveau befunden hat, ist dieses immer noch ein ganzes Stück von den Rekordwerten des Vorjahres entfernt. CBRE hat ein Immobilieninvestmentvolumen von 30,3 Mrd. Euro verzeichnet, JLL hat Deals in Höhe von insgesamt 32,3 Mrd. Euro registriert, was nach Angaben des Maklerhauses vor allem auf ein stärkeres zweites Quartal zurückzuführen sei. BNPPRE kommt auf 31,4 Mrd. Euro. Die Zahlen zeigen, dass das Geschäft auch in diesem Jahr gut läuft, auch wenn der Höhenflug des Vorjahres wohl nicht noch einmal übertroffen werden kann. Zum Vergleich: Für das Gesamtjahr 2018 hatte CBRE ein Volumen von 77,3 Mrd. Euro ermittelt, die Analyse von JLL lag bei 79,02 Mrd. Euro.

Colliers hat für das erste Halbjahr 2019 ein Transaktionsvolumen ohne Wohnimmobilien in Höhe von 24,9 Mrd. Euro errechnet. Befeuert worden seien die Zahlen von einem außergewöhnlich guten zweiten Quartal. Savills kommt auf 24,2 Mrd. Euro.

Ähnlich große Einigkeit herrscht bei der Beurteilung der Rolle der Stadt Berlin. "Mit 6,1 Mrd. Euro Investmentvolumen war Berlin im ersten Halbjahr 2019 der mit Abstand dynamischste Markt in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das in Berlin investierte Volumen um 18%", bilanziert CBRE. JLL beobachtete sogar Deals im Wert von 6,7 Mrd. Euro, was ein Plus von 36% im Jahresvergleich bedeute. Interessanter geworden sind laut Savills zudem die B- und C-Städte, in denen das Haus ein Plus von 26% bzw. 41% verzeichnet. Das hänge mit Prognosen zusammen, die von einer wachsenden Bevölkerungszahl und damit steigender Nachfrage ausgehen.

Der Einsatz internationalen Kapitals in den ersten sechs Monaten auf dem deutschen Investmentmarkt lag laut Colliers bei 10,7 Mrd. Euro, was einem Marktanteil von 43% entspricht. Das meiste Geld floss mit 1,9 Mrd. Euro aus den USA. Auf Platz zweiliegen Investoren aus Großbritannien mit 1,8 Mrd. Euro.

Das mit Abstand beliebteste Anlageobjekt bleibt die Büroimmobilie. CBRE bilanziert, dass in Büros 12,1 Mrd. Euro investiert wurden. Das entspricht einem Marktanteil von 40%. BNPPRE sieht Büros sogar mit 11,5 Mrd. Euro bei 47%.

Die Spitzenrendite für Büroimmobilien ist nach Einschätzung aller Beobachter weitestgehend stabil geblieben oder leicht gesunken. CBRE analysiert, diese sei "in den sieben Topmärkten im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 um zwölf Basispunkte auf 3,09% zurückgegangen". JLL sieht sie derzeit bei 3,06%.

Colliers beobachtet eine abnehmende Risikobereitschaft der Investoren. Rund 37% der nach Risiko klassifizierten Anlagesumme wurden demnach in den ersten sechs Monaten im Core-Segment platziert, das seien neun Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Der Anteil von Core-plus sei hingegen um sieben Prozentpunkte auf 35% gefallen.

Im Ausblick auf die zweite Jahreshälfte geben sich die Beobachter besonders von JLL zurückhaltend optimistisch. Timo Tschammler, CEO von JLL Germany, verweist auf Unsicherheiten wie Mietendeckel oder drohende Enteignungen etwa in Berlin. Globale Unsicherheitsfaktoren wie Handelskonflikte, die italienischen Staatsschulden oder der Brexit kämen noch hinzu. Fabian Klein, Head of Investment von CBRE in Deutschland, sieht zwar eine für die kommenden Monate gut gefüllte Transaktionspipeline, geht aber auch nicht davon aus, dass 2019 das Investmentvolumen des Vorjahres übertroffen wird. Und Piotr Bienkowski, CEO von BNPPRE Deutschland, rechnet mit einem steigenden Portfolioumsatz im zweiten Halbjahr, der dafür sorgen werde, dass die 50-Mrd.-Euro-Grenze auch 2019 geknackt wird. Davon geht auch Savills aus. Trotz konjunktureller Risiken punkte Deutschland im globalen Kontext mit Stabilität.

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