Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 11.07.2019

Aus IZ28/2019, S. 4

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    AOK
  • Immobilienart:
    Wohnen, Senioren-/Pflegeimmobilien

Nachfrage nach Pflegeplätzen steigt

Die Nachfrage nach betreutem Wohnen und anderen Formen der Pflege wird über Jahrzehnte hoch bleiben. Das geht aus einer aktuellen Studie der AOK hervor. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Die demografische Entwicklung Deutschlands wird in den kommenden Jahrzehnten für einen drastisch ansteigenden Bedarf an ambulanten wie auch stationären Pflegeplätzen für die alternde Bevölkerung sorgen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervor. Demnach waren im Jahr 2017 insgesamt 3,32 Mio. und damit 4,6% der gesetzlich Versicherten auf Pflege angewiesen. Laut Prognose soll die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 auf 3,92 Mio. (5,5%) steigen und sich in den folgenden Jahrzehnten noch einmal bis 2050 auf 5,09 Mio. (7,4%) erhöhen.

Gesamtgesellschaftlich ist die Alterung und damit verbunden die steigende Zahl jener Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, eine große Herausforderung. Für die Immobilienbranche, deren Akteure bei ihren Investitionsentscheidungen immer öfter auch zum Beispiel Formen des betreuten Wohnens in den Fokus nehmen, bedeutet der langfristige Trend hingegen die Sicherheit eines über Jahrzehnte steigenden Bedarfs.

Allerdings fällt der regional sehr unterschiedlich aus. Bereits 2017 habe der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung von Bundesland zu Bundesland stark variiert, und reichte etwa von 3,5% in Bayern bis 6,7% in Brandenburg. Für 2050 prognostiziert der Report Anteile zwischen 5,5% in Hamburg und 11% in Brandenburg. Grundsätzlich zeige sich bereits heute ein deutlicher Unterschied zwischen den Bundesländern im Osten und Westen. Dennoch erwarten die Beobachter für die kommenden Jahrzehnte in den westdeutschen Flächenländern stärkere Veränderungsraten als im Osten. Die geringsten Niveauveränderungen werde es in den kommenden Jahrzehnten in den Stadtstaaten geben, wird in der Studie prognostiziert.

Sowohl gesamtgesellschaftlich als auch für Pflegebetreiber und Investoren problematisch ist der in Zukunft steigende Bedarf an Pflegekräften. Der Fachkräftemangel ist schon jetzt einer der limitierenden Faktoren für die Branche. Bis 2030 werden in Deutschland der Studie zufolge etwa 130.000 zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Dann würden etwa 720.000 Personen in der Pflege arbeiten. Bis zum Jahr 2050 würde ihre Zahl laut Prognose noch einmal auf knapp 966.000 steigen.

Unsicher ist, wie sich Pflegeformen wie betreutes Wohnen oder Seniorenwohngemeinschaften auf den künftigen Personalbedarf auswirken werden.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!