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Märkte | 04.07.2019

Aus IZ27/2019, S. 27

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Ladenvermieter tragen die rote Laterne

Leipzig. Die Schließung der Karstadt-Filiale Anfang des Jahres hat dem Einzelhandelsmarkt in der Stadt "sprunghaft" die rote Laterne in die Hand gedrückt.

Ein Fünftel der gesamten Leipziger Geschäftsfläche hat über die nächsten anderthalb Jahre keinen konkreten Nutzer. "Wer in Leipzig mieten möchten, dem stehen, bei angenommen 18 Monate dauernden Vertragsverhandlungen, 35.000 m² zur freien Auswahl", erläutert Dirk Wichner, der Deutschlandchef für Einzelhandelsvermietungen beim Maklerunternehmen JLL. Anders ausgedrückt: Eigentümer von jedem zehnten Geschäft in der absoluten Toplage Leipzigs müssen sich bis Ende 2020 mit dem Thema Nachvermietung beschäftigen. Neben den rund 17.500 m² im alten Karstadt kommen weitere Leerstände in der Innenstadt hinzu. 2.500 m² Platz bietet zum Beispiel der Petershof, wo einst der Textilfilialist Olymp & Hades mit dem Konzept Kult vertreten war. Auch die ehemalige Michael-Kors-Filiale in der Grimmaischen Straße sowie das Zeppelin-Haus in der Nikolaistraße stehen derzeit leer.

Mit dem addierten und versteckten Leerstand habe die Stadt "sprunghaft die rote Laterne unter den neun größten Immobilienstandorten in Deutschland übernommen", erklärt Wichner weiter. Im Jahr zuvor hatte der Leerstand noch knapp die Hälfte betragen.

"Der Leipziger Einzelhandel kämpft mit Strukturproblemen", sagt Christin Soergel, die für JLL in der Messestadt für die Vermietung von Ladengeschäften verantwortlich ist. "Die Zukunft des Handels in Leipzigs Toplagen wird zu einem großen Teil davon abhängen, wo man für die großen verfügbaren Flächen attraktive Nutzer oder sinnvolle Konzepte findet." Ein wesentlicher Teil der zur Vermietung anstehenden Läden sind aber kleine Flächen, hält Wichner den Ball flach. "Die lassen sich deutlich leichter vermieten."

Auch gehöre die sächsische Metropole zu den beliebtesten Einkaufsstädten Deutschlands. Die Passantenfrequenzen und der Zuspruch sind konstant hoch. Die Petersstraße übertraf mit 6.950 Besuchern in der Stunde ihren Fünfjahresschnitt von 6.315. Gemessen haben die Makler vor gut einem Jahr drei Stunden lang an einem frühen Nachmittag.

Im verwaisten Karstadt-Haus könnten sich Soergel zufolge ab dem zweiten Stockwerk Büros ansiedeln oder ein Hotel einziehen. Dann müssten nur die unteren Etagen mit Einzelhandel neu bestückt werden. Doch auch das sei gar nicht so einfach. "Mit Primark, Breuninger, TK Maxx sowie P&C gibt es bereits einige großflächige Konzepte."

"Knackpunkt der meisten Mietvertragsverhandlungen, mittlerweile meist über fünf Jahre, ist die Preisfrage", erklärt der JLL-Vertreter das tägliche Geschäft. Die Spitzenmiete in Leipzig liegt bei 120 Euro/m². In München wird das Dreifache bezahlt.

Bundesweit einsame Spitze sei Leipzig aber in seinem Kampf gegen die Filialistentristesse, heißt es weiter. So haben die zentrale Hainstraße und die Nikolaistraße mit 50% den geringsten Filialisierungsgrad aller Toplagen in der Bundesrepublik Deutschland. Das erhöhe die Anziehungskraft, weil hier etwas geboten werde, was das Internet nicht kann.

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