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Unternehmen | 04.07.2019

Aus IZ27/2019, S. 17

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Kohle-Freak greift nach Metro

Zwei Superreiche wollen Metro kaufen. Der Vorstand des Handelskonzerns hält ihr Übernahmeangebot aber für zu niedrig. Inwieweit von der Offerte der geplante Verkauf der Metro-Tochter real tangiert wird, ist unklar.

Der Vorstand des börsennotierten Lebensmittelgroßhändlers Metro hält das Übernahmeangebot der Gesellschaft EP Global Commerce VI (EP) für zu gering. "Wir raten unseren Aktionären, keine Maßnahmen zu ergreifen", heißt es in einer Stellungnahme. EP hatte den Aktionären 16 Euro pro Stammaktie und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie geboten. Dieses Angebot bewertet den MDAX-Konzern mit rund 5,8 Mrd. Euro.

Das Angebot platzt in die Verhandlungen zwischen Metro und dem Redos-Konsortium über den Verkauf von real. Das zu Metro gehörende SB-Warenhaus sollte eigentlich im Juli samt seiner 80 Immobilien (davon 65 SB-Warenhäuser) den Besitzer wechseln. Ein Sprecher des Konsortiums, zu dem auch Morgan Stanley Real Estate und ECE gehören, wollte sich auf Anfrage der Immobilien Zeitung (IZ) nicht dazu äußern, ob die Verhandlungen mit der EP-Offerte ausgesetzt sind.

Nicht nur real, auch Metro sitzt auf einem Berg von Immobilien. Von den weltweit 769 Großmärkten befanden sich zum Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 418 im Eigentum des Konzerns. Den größten Immobilienbesitz hat Metro in Osteuropa (164 Märkte), gefolgt von Westeuropa (90), Russland (89) und Asien (65). In Deutschland sind fast alle Standorte gemietet: Nur bei zehn von 103 Märkten hält Metro auch das Immobilieneigentum.

EP gehört nach Angaben mehrerer Medien zu 53% dem tschechischen Unternehmer Daniel Kretinsky (Energiesektor) und zu 47% dem Slowaken Patrik Tkac (Banken). EP kauft seit 2018 Aktien von Metro. Der Ceconomy-Konzern (u.a. MediaMarkt), der früher mit Metro eine Einheit bildete, hat 9% seiner Metro-Anteile an EP verkauft. Wie EP gegenüber Reuters erklärte, hat auch der Metro-Gesellschafter Haniel (rund 15%) seine Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Der FAZ-Journalist Klaus Max Smolka hat im November 2018 an einem Pressegespräch Kretinskys teilgenommen, als dieser seinen Einstieg bei Metro bekannt gab. "Leise sprechend, zurückhaltend im Auftritt, trägt der tschechische Investor seine Pläne über sein neuestes Investment vor, auf dem Flughafen Schönefeld in einem kleinen Konferenzraum im Geschäftszentrum", schreibt Smolka. Als es allerdings um Braunkohle ging, sei seine Stimme "eine vernehmliche Spur schärfer" geworden. Kretinsky ist im Energiesektor investiert, hat dort sein Vermögen von laut Forbes-Liste 2,6 Mrd. Euro gemacht. Er ist am deutschen Braunkohlebergbau beteiligt. "Ohne Braunkohle und Steinkohle käme Deutschland morgen noch zum Stillstand", soll der Unternehmer gesagt haben.

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