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Projekte | 20.06.2019

Aus IZ25/2019, S. 23

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

IPH entwickelt ein offenes Einkaufszentrum

Quelle: Rosa-Alscher-Gruppe, Urheber: Störmer Murphy and Partners
Rund um den künftigen Mahatma-Gandhi-Platz in Freiham sollen bis zu 70 Geschäfte zum Einkaufen einladen.

Quelle: Rosa-Alscher-Gruppe, Urheber: Störmer Murphy and Partners

München. Europas größtes Stadtentwicklungsprojekt bekommt ein Einkaufszentrum, das eigentlich keines sein will. Die Münchner IPH Handelsimmobilien hat ein Konzept für die fast 30.000 m² Einzelhandelsflächen des neuen Stadtteilzentrums fertiggestellt. Damit kann die Umsetzung des zentralen Projekts des neuen Stadtteils Freiham beginnen.

An Shoppingcentern hat München wahrlich keinen Mangel. Erst vor wenigen Tages eröffnete mit dem Forum Schwanthalerhöhe Münchens viertgrößtes Center. Nun soll in drei Jahren das nächste Einkaufsparadies hinzukommen. Mit etwa 50 bis 70 Shops auf einer Fläche von fast 30.000 m² wird das Stadtteilzentrum Freiham allerdings nicht an die großen Center der Stadt heranreichen. Und auch sonst unterscheidet sich das Konzept deutlich von der Konkurrenz. Verantwortlich dafür ist die Münchner IPH Handelsimmobilien, die das Konzept für die neue Mitte nördlich des S-Bahnhofs Freiham entwickelte.

Das urbane Zentrum rund um den künftigen Mahatma-Gandhi-Platz hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zuerst sollte die Augsburger Patrizia das Stadtteilviertel entwickeln. Doch nachdem sich das Unternehmen von seinem Projektentwicklungsgeschäft verabschiedete, hatte man auch kein Interesse mehr an Freiham. Offiziell wurden rechtliche Unsicherheiten als Grund für den Rückzug genannt. Die Stadt musste Ende 2017 plötzlich einen neuen Käufer suchen. Im Sommer 2018 übernahm die Munich Future City West, eine Projektgesellschaft der Rosa-Alscher-Gruppe, die vier Baufelder mit insgesamt 21.500 m² Grundstücksfläche. Vor wenigen Wochen verkaufte Rosa-Alscher einen Teil an den Münchner Wohnungsentwickler Isaria weiter. Zusammen mit der IPH wollen die beiden Eigentümer nun das Stadtteilzentrum entwickeln.

Auf Wunsch der Stadt entsteht in dem Quartier kein klassisches Einkaufszentrum, sondern ein Marktplatz, auf dem die Bewohner, aber auch Auswärtige sich treffen und flanieren können. Keinesfalls will die Stadt in Freiham die Fehler, die bei der Entwicklung des ehemaligen Flughafengeländes in Riem gemacht wurden, wiederholen. Damals klotzte man mit den Riem-Arcaden ein riesiges Shoppingcenter in das entstehende Viertel an der Messe. Heute sind die Riem-Arcaden zwar wirtschaftlich erfolgreich, als Stadtteilzentrum haben sie sich aber bisher trotz aller Bemühungen nicht wirklich etabliert. Das soll in Freiham nun anders werden.

Die Entwicklung eines offenen Einkaufszentrums war die Vorgabe in der Ausschreibung für das Stadtteilzentrum. Freiham solle "zwar dem Warenangebot eines Einkaufszentrums entsprechen, orientiert sich dabei aber städtebaulich an innerstädtischen Vorbildern", hieß es in der Auslobung.

Wie in gewachsenen Innenstädten werden alle Eingänge zu den einzelnen Ladengeschäften an den Straßen oder kleinen und größeren Plätzen liegen. Ein gemeinsames Dach wird es nicht geben. Vielmehr sind die Läden auf mehrere Gebäude verteilt. Durch die geplanten Arkadengänge an den Gebäuden soll den Kunden aber zumindest etwa Schutz vor Wind und Wetter geboten werden.

Verwaltet werden die Flächen aber wie in einem klassischen Einkaufszentrum. "Es muss wie eine Shoppingmeile funktionieren", sagt IPH-Geschäftsführer Lars Jähnichen. Dazu gehöre etwa, die Ankermieter so zu verteilen, dass die Laufwege durch das Quartier funktionieren. Der Vorteil des zentralen Managements sei, dass kein Windhundrennen um die besten Verkaufsflächen entstehe. Auch werde es Werbekostenbeiträge geben, wie sie in Shoppingcentern üblich sind.

Mit möglichen Ankermietern sei man bereits in Verhandlungen, so Jähnichen. Als gesetzt gelten ein Discounter, ein SB-Warenhaus und ein Drogeriemarkt. Ergänzt werden soll das Angebot durch einige klassische Shoppingcenter-Mieter aus den Bereichen Mode, Sport und natürlich Gastronomie. Etwa 50 bis 70 Shops stellt sich die IPH in dem neuen Stadtteilzentrum vor. Insgesamt stehen bei Fertigstellung etwa 28.000 m² Mietflächen für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister zur Verfügung.

Quelle: IPH Handelsimmobilien GmbH
So stellen sich die IPH Handelsberatung, die Rosa-Alscher-Gruppe und die Isaria die Aufteilung des offenen Shoppingcenters in Freiham vor.

Quelle: IPH Handelsimmobilien GmbH

"Wir haben die Möglichkeit, Konzepte anzusiedeln, die es im Münchner Westen noch nicht gibt", sagt Jähnichen. Locken will er diese vor allem mit günstigeren Mieten im Vergleich zu den klassischen Shoppingcentern. Insbesondere aber wolle man eine Ergänzung zu den gerade einmal vier Kilometer entfernten Pasing-Arcaden sein und keine direkte Konkurrenz. Die Arcaden kennt Jähnichen gut. Er war vor seinem Wechsel 13 Jahre lang bei der mfi und unter anderem für die Pasing-Arcaden zuständig. Er hofft, dass neben den künftigen Bewohnern Freihams auch viele Besucher aus dem Münchner Westen bereits in Freiham zum Einkaufen stoppen und nicht erst weiter in die Stadt fahren. Eine Tiefgarage mit rund 1.000 Stellplätzen und die unmittelbare Nähe zur S-Bahn-Station sollen den Kunden die Entscheidung erleichtern.

Auf alle Fälle aber wird es viel Gastronomie und ein Angebot für junge Familien und Schüler geben. In dem neuen Stadtteil an der Münchner Westgrenze sollen einmal rund 25.000 Menschen leben. Nachfrage dürfte vor allem tagsüber auch aus dem benachbarten Bildungscampus kommen, der mit vier Schulen für bis zu 3.000 Schüler ausgelegt ist. Ein Wochenmarkt soll den Mahatma-Gandhi-Platz zusätzlich beleben.

Wenn in diesem Jahr der Bauantrag eingereicht wird, sollte auch schon der eine oder andere Nutzer feststehen. Mitte des nächsten Jahres rechnen die Beteiligten mit dem Baubeginn. Spätestens dann dürfte auch die Suche nach einem Endinvestor beginnen. Weder die Isaria noch Rosa-Alscher sind als Bestandshalter bekannt. Denkbar ist, dass das gesamte Stadtteilzentrum an einen oder zwei institutionelle Investoren veräußert wird.

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