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Märkte | 20.06.2019

Aus IZ25/2019, S. 22

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Heidelberg, Mannheim, Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau
  • Organisationen:
    Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg, Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw)
  • Personen:
    Peter Bresinski, Dieter W. Rebitzer, Gerald Lipka
  • Immobilienart:
    Wohnen

Der Druck am Wohnungsmarkt wird größer statt kleiner

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Dagmar Lange
Die Wohnungsbaulücke wächst weiter. Im März 2019 wurden 48% weniger Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt als im Vorjahresmonat.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Dagmar Lange

Baden-Württemberg. Die Baugenehmigungen für Wohnungen sind im Jahresvergleich um über 20% eingebrochen. Eine dramatische Entwicklung für alle Wohnungssuchenden, konstatiert der BFW-Landesverband in seinem ersten Konjunkturbericht für Baden-Württemberg.

Für Wohnungssuchende ist die Entwicklung dramatisch. Gerald Lipka, Geschäftsführer des BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg, nennt die Baugenehmigungszahlen einen "Frühindikator" für die fehlenden Baufertigstellungen in drei bis vier Jahren. Im ersten Quartal des Jahres brach die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,3% ein. In Zahlen: 11.692 Wohnungen wurden im ersten Quartal 2018 zum Bau freigegeben, von Januar bis März dieses Jahres waren es nur noch 9.314 Wohnungen.

Damit wird ein leicht positiver Trend des Vorjahres marginalisiert. 2018 wurden insgesamt 46.156 Baugenehmigungen erteilt, 5% mehr als 2017. "Bei einem von der Landesregierung genannten jährlichen Neubaubedarf von 65.000 Wohnungen hätten wir einen deutlich höheren Zuwachs benötigt, um die Nachfrage zu befriedigen", so Lipka. Er sieht den "drastischen Rückgang" im ersten Quartal 2019 als ein "alarmierendes Signal an alle Wohnungssuchenden".

Der erstmals vom BFW-Landesverband vorgestellte Konjunkturbericht 2018/2019 für Baden-Württemberg wurde von Professor Dieter Rebitzer von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) wissenschaftlich begleitet.

Tatsächlich sagt die Zahl der Baugenehmigungen noch nichts über die Anzahl der wirklich gebauten Wohnungen aus, gibt aber die Richtung vor. 2017 und 2018 stagnierten die Baufertigstellungen auf fast gleichem Niveau, 2018 waren es 38.433 Wohnungen. Die Gründe sieht der BFW vor allem beim Mangel an bezahlbaren Grundstücken und ist sich darin mit allen anderen Marktteilnehmern einig. Für Kaufinteressenten seien zwar die niedrigen Zinsen günstig, diese Entlastung würde aber durch überproportional steigende Grundstücks- und Baupreise wieder "aufgefressen". Letztere stiegen 2018 im konventionellen Neubau um 4,3%.

So zeige der Fünfjahresvergleich der Kaufpreisentwicklung in den baden-württembergischen Großstädten, dass Objekte mit gutem Wohnwert die höchsten Preissteigerungen verzeichneten. Dazu gehören Neubauwohnungen (+38,9%) und Eigentumswohnungen aus dem Bestand (+37,7%). Laut dem BFW-Konjunkturbericht sind die Immobilienpreise am stärksten in Mannheim (+48,9%) und in Stuttgart (+50,6%) gestiegen. Auf dem Mietmarkt zeigen sich unterschiedliche Tendenzen, insgesamt bewegen sich aber auch die Mietpreise nach oben.

Im Fünfjahresvergleich liegen die Preissteigerungen dafür im Durchschnitt der Großstädte bei Neubaumietwohnungen bei 15,2% und bei Bestandsmietwohnungen bei einem Plus von 17,7%. Auffällig stark sind laut dem BFW-Konjunkturbericht seit 2013 die Mieten in Mannheim (+33,5%), Freiburg (+24,4%) und Stuttgart (+22,5%) gestiegen. Gerade im unteren und mittleren Preissegment würde in der Landeshauptstadt eine hohe Nachfrage einem besonders niedrigen Angebot gegenüberstehen. Auch in Universitätsstädten wie Heidelberg oder Karlsruhe sei der Mietwohnungsmarkt, insbesondere bei Ein- bis Zweizimmerwohnungen, stark angespannt.

Von der Landesregierung erwartet BFW-Landesgeschäftsführer Lipka vor allem Akzente bei der Bereitstellung von Baugrundstücken, um das jährliche Ziel von 65.000 neuen Wohnungen zu erreichen. Dabei könne auf die Kapazitäten und die Kompetenz der privaten Immobilienwirtschaft nicht verzichtet werden, da die im BFW zusammengeschlossenen Bauträger und Projektentwickler rund jede zweite Wohnung in Deutschland bauen würden. Darunter viele Wohnungen für den Mittelstand und auch sozial geförderte Wohnungen. Zudem solle die Politik die praktischen Auswirkungen von Gesetzen mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit stärker in den Fokus nehmen. Eine Verteuerung des Wohnungsbaus habe letztlich maßgeblichen Einfluss auf die Investitionsbereitschaft.

Anders als der vbw-Verbandsvorsitzende Peter Bresinski hält Lipka die Wohnraumallianz für eine gute Einrichtung und plädiert für eine Verstetigung des Gremiums. Welche Rolle der im BFW organisierten privaten Immobilienwirtschaft in dem vom Land angekündigten kommunalen Grundstücksfonds zugedacht sei, bedürfe noch einer "deutlichen Konkretisierung".

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