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Projekte | 20.06.2019

Aus IZ25/2019, S. 17

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Aus für Oskar in Osnabrück

Quelle: Unibail-Rodamco-Westfield, Urheber: kadawittfeld
Im Juni 2018 hatte Unibail-Rodamco-Westfield einen Baustart Anfang 2019 und eine Fertigstellung Ende 2020 erwartet. Nun ist der Bau der Mall Oskar abgesagt.

Quelle: Unibail-Rodamco-Westfield, Urheber: kadawittfeld

Osnabrück. Unibail-Rodamco-Westfield hat sich nach achtjährigen Planungen vom Bau der Shoppingmall Oskar in Osnabrück zurückgezogen. Die gestiegenen Baukosten hätten die Wirtschaftlichkeit des ursprünglich auf 130 Mio. Euro taxierten Projekts unterminiert.

Etwas verklausuliert formulierte Unibail-Rodamco-Westfield das Aus für die Shoppingmall. Andreas Hohlmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Unibail-Rodamco-Westfield Germany (URW), wird in einem Statement mit den Worten zitiert, dass "das Unternehmen das Shoppingcenter-Projekt Oskar am Osnabrücker Neumarkt in der bisher geplanten Form nicht weiter verfolgen wird". Stattdessen soll "fortan die Entwicklung einer gemischt genutzten Immobilie" angestrebt werden.

Begründet wird die Absage der Realisierung eines reinen Shoppingcenters mit den deutlich gestiegenen Baukosten - parallel zur langen Entwicklungsphase, die durch ein Normenkontrollverfahren zusätzlich gestreckt wurde. Aus dem Hause URW heißt es, die Vermietung der geplanten 16.500 m2 Verkaufsfläche sei so erfolgreich gewesen, dass sie das Projekt mit seinen etwa 80 Läden auf drei Geschossen realisiert hätten - wenn nicht die Baukosten die Wirtschaftlichkeit so massiv tangiert hätten. Als Ankermieter etwa hatten SinnLeffers sowie Decathlon unterschrieben. Nach Kenntnis der Neuen Osnabrücker Zeitung sind die Baukosten von 130 Mio. auf 175 Mio. Euro gestiegen. Den Bauantrag hatte URW im Juni 2018 eingereicht. Eine Baugenehmigung war bisher nicht erteilt worden, da es noch Nachforderungen der Stadt in Sachen Brandschutz gab.

Hohlmann will nun Gespräche über die Entwicklung eines Mixed-Use-Konzepts mit der Stadt führen. So war zu hören, dass die Nutzung des ersten Untergeschosses durch Parken statt Einzelhandel samt Verzicht auf das bisher für das Parken vorgesehene zweite Untergeschoss sowie die Überbauung des reduzierten Einzelhandelssegments mit Wohnungen zu einer deutlichen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führen würde. Auch die Beimischung von Büroflächen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen - wie beim Projekt Westfield Überseequartier Hamburg - könnte ein Thema werden.

Da die Grundstücke URW gehören, werde er sich mit den Investoren rasch an einen Tisch setzen müssen, erklärte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) in einem ersten Statement. "In einem Telefongespräch hat mich Andreas Hohlmann am Donnerstag darüber informiert, dass das geplante Shoppingcenter in Osnabrück nicht realisiert werde, obwohl schon eine mittlere zweistellige Millionensumme investiert sei."

Griesert verwies auf seine frühe Skepsis, empfahl jedoch, konstruktiv "nach vorne zu blicken und nicht zu kritisieren, dass große Teile des Rates wohl doch zu blauäugig waren und auch der Investor sich verrechnet hat". Die Altbauten würden wohl allein aus formalen Gründen in den nächsten zwei, drei Jahren nicht abgerissen. Griesert will sich dafür einsetzen, "dass eine große Anzahl bezahlbarer innerstädtischer Wohnungen" entstehen.

Außer der CDU hatten die anderen Parteien das Oskar-Konzept unterstützt. Die Grünen und die SPD wollen das Grundstück kaufen, um selbst gestalten zu können. Neben Wohnen kann sich der grüne Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Volker Bajus, die Ansiedlung der Universität oder eines Justizzentrums mit Hilfe des Landes vorstellen.

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