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Projekte | 13.06.2019

Aus IZ24/2019, S. 19

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Endlich Platz für Büros in Wiesbaden

Quelle: grabowski.spork GmbH, Urheber: Sicknifikant,
In der Vision von grabowski.spork schirmt die bogenförmig angeordnete Gewerbebebauung die Wohnbebauung vom Autobahnlärm ab.

Quelle: grabowski.spork GmbH, Urheber: Sicknifikant,

Wiesbaden. Dem örtlichen Büromarkt fehlt es seit Jahren an Entwicklungsflächen. Etwas Entspannung verspricht das Baugebiet Erbenheim Süd. Neben 450 Wohnungen könnten dort Bürogebäude mit bis zu 60.000 m² BGF entstehen.

Der Wiesbadener Magistrat hat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Erbenheim Süd gefasst, der ein rund 26 ha großes Gebiet betrifft. Wenn im Monatsverlauf die Stadtverordneten zustimmen, kann auf dem ehemaligen Gelände des Baukonzerns Dywidag an der Berliner Straße ein gemischt genutztes Quartier entstehen. Dieses wird voraussichtlich etwa 450 Wohneinheiten umfassen - überwiegend Geschosswohnungen -, einen Rewe-Markt, zwei Kindertagesstätten, eine temporäre Grundschule sowie eine grüne Mitte. 4 ha sind für weiteres Gewerbe vorgesehen.

Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) bezeichnet die Projektgeschichte als "schwierig" und "zäh". Bereits in den 1980er Jahren wurden Überlegungen für eine Umwandlung des Industrieareals angestellt. Überwiegend frei wurde es durch eine Insolvenz aber erst 2005. Seit 2011 existiert ein Entwicklungskonzept. "Kein einfaches Gelände, Lärm von der Autobahn, die fehlende Anbindung an den Ortskern und kein Grün: Das alles soll durch die Neubebauung besser werden", fasst Kessler zusammen.

Eigentümer der Bürogrundstücke ist der Projektentwickler Immobilien-Treuhand Mainz (ITM). Zuvor gehörte ihm auch das künftige Bauland für rund 450 Wohnungen. Doch dieses hat er überwiegend an den Wiesbadener Bauträger Traumhaus abgegeben. Ein weiteres Grundstück veräußerte ITM an den Nahversorger Rewe (siehe "Dywidag-Brache wird zum Mischquartier").

Nach Auskunft von ITM-Geschäftsführer Reinhard Milferstedt sind im künftigen Mischgebietsanteil des Quartiers nun noch rund 4.000 m² Grundstücksfläche für Wohn- und 3.000 m² für Gewerbeimmobilien frei und im Gewerbegebietsanteil weitere 40.000 m² für Gewerbebauten.

Die vom Wiesbadener Architekturbüro grabowski.spork und dem Maklerunternehmen TwoRivers für den südlichen Teil des Areals in Eigenitiative erarbeitete Vision Eastsite sieht neben gefördertem Wohnraum mehrere Büro- und Verwaltungsgebäude mit Bruttogrundflächen (BGF) zwischen 2.600 m² und 11.000 m² vor. Insgesamt wären dort Büronutzungen mit bis zu 60.000 m² BGF möglich. Bei den Büromieten erwartet Carlo Schöps, geschäftsführender Gesellschafter von TwoRivers, ein Preisniveau von 15 bis 16 Euro/m². Das Unternehmen führt derzeit Gespräche mit mehreren Mietinteressenten. Diese stammen überwiegend aus Wiesbaden und hegen teils Expansionswünsche. "Wir gehen davon aus, dass am Standort schnell die Vollvermietung erreicht sein wird", sagt Schöps. Er ist optimistisch, dass die ersten Büroprojekte in diesem Jahr spruchreif werden und 2020 die Bauaktivitäten anlaufen.

Vorsichtiger sieht die zeitliche Prognose von Andreas Steinbauer, Geschäftsführer des Wiesbadener Beratungsunternehmens Steinbauer Immobilien, aus. Demnach könnten es auch ein paar Jahre mehr werden. Nichtsdestotrotz sei das gut an die Verkehrsinfrastruktur angebundene Areal für den Wiesbadener Büromarkt wichtig: "Jede Fläche hilft uns weiter." Es gestalte sich derzeit sehr schwierig, in der Stadt Großmieter unterzubringen.

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