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Anlagen | 13.06.2019

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Aus IZ24/2019, S. 11

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Knapmeyer gibt seinem Deka-Vertrieb neues Futter

Quelle: DekaBank, Urheber: Fotograf Olaf Hermann
Torsten Knapmeyer ist Geschäftsführer der Deka Immobilien.

Quelle: DekaBank, Urheber: Fotograf Olaf Hermann

Deka Immobilien bläst zur Produktoffensive: Einen weiteren Globalfonds, einen Wohnfonds und einen Regionalfonds Australien/Asien werden die Sparkassen-Investmentmanager bis 2020 auflegen. Da [...]

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Kommentar zu "Knapmeyer gibt seinem Deka-Vertrieb neues Futter"

Den Sparkassen, die ihren Kunden oft monatelang keine offenen Deka-Immobilienfonds anbieten konnten, weil die Jahreskontingente für die bestehenden Fonds zu schnell ausgeschöpft waren, kommt die Deka-Produktoffensive sicher mehr als recht. Welche Bank verzichtet schon gern auf die Chance, den ohnehin nicht gerade finanzmarktaffinen deutschen Sparern eine Geldanlage zu verkaufen, die sie sogar wirklich haben möchten?

Bei den kleineren Fondsanbietern dagegen dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten. Viele, die in den vergangenen Jahren die Auflage neuer Publikumsfonds wagten, hofften, von der Kontingentierung im Sparkassen- und Genossenschaftslager zu profitieren. Sind deren eigene Produkte ausverkauft, würden die Berater als Alternative eben einen externen Fonds anbieten, lautete das Kalkül - bis jetzt.

Doch nun wird die Deka erst einmal daran interessiert sein, ihren Wohnungsfonds zum Laufen zu bringen und danach den Metropolenfonds. Wie schnell sich für so ein Produkt viel Geld mobilisieren lässt, machte die genossenschaftliche Union Investment mit ihrem UniImmo Wohnen ZBI vor. Der verfügte zu seinem Start im Sommer 2017 bereits über 620 Mio. Euro Eigenkapital und liegt inzwischen bei 1,6 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der ebenfalls 2017 aufgelegte, nicht-bankengebundene Swiss Life Living & Working hat bis heute gerade mal 256 Mio. Euro zusammen.

Ironischerweise fällt die Produktoffensive der Deka Immobilien genau in die Phase des Immobilienzyklus, an dem Experten weitere Preissteigerungspotenziale in so gut wie jedem Segment für ausgereizt und die Gefahr, sich durch entsprechend teure Käufe fast zwingend künftige Abwertungsrisiken ins Portfolio zu holen, immer weiter steigen sehen. Wer also jetzt einen Fonds neu aufbaut, kauft auf dem Höhepunkt der Preisentwicklung ein - mit allen dazugehörigen Nachteilen für die spätere Wertentwicklung. Das weckt Erinnerungen an ehemals große Namen wie Morgan Stanley, Degi und UBS. Sie bauten vor dem Ausbruch der Finanzkrise schnell und zu hohen Kaufpreisen große Portfolios auf, die sie in der anschließenden Konjunkturflaute teilweise unter Verlusten für die Anleger wieder abwickeln mussten. Es kann dennoch gut sein, dass den neuen Deka-Fonds dieses Schicksal erspart bleibt. Dann nämlich, wenn die Wette, die die Manager eingegangen sind, aufgeht. Sie wetten darauf, dass die aktuelle Niedrigzinsphase, die den Immobilienboom erst so richtig in Gang gesetzt hat, noch sehr lange andauert. Wenn sie Recht haben, bleiben die Abwertungsrisiken moderat. Und der Vertrieb kann fröhlich weiter Fonds verkaufen. mol