Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Recht | 13.06.2019

Aus IZ24/2019, S. 10

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Landgericht Hamburg
  • Personen:
    Bernhard Visker, Dirk Jens Nonnenmacher, Hartmut Strauß, Jochen Friedrich, Peter Rieck, Hans Berger

Verfahren gegen Bernhard Visker eingestellt

Das Strafverfahren gegen den früheren Immobilienvorstand der HSH Nordbank, Bernhard Visker, und vier seiner einstigen Weggefährten wurde gegen Zahlung einer Geldbuße vorläufig eingestellt.

Wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall mussten sich Visker sowie die Ex-HSH-Vorstände Hans Berger, Dirk Jens Nonnenmacher, Jochen Friedrich, Peter Rieck und Hartmut Strauß vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Mit einer waghalsigen Finanztransaktion namens Omega 55 im Dezember 2007 sollen sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft der Bank einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt haben. Nonnenmacher und Friedrich wurde zudem vorgeworfen, das Ergebnis des ersten Quartals 2008 zu positiv dargestellt zu haben.

Das Landgericht (LG) Hamburg hatte die Angeklagten im Juli 2014 freigesprochen (Az. 608 KLs 12/11). Zwar hätten die Vorstände einen Vermögensschaden der Bank "in Höhe von objektiv mehr als 40 Mio. Euro verursacht", jedoch seien die Pflichtverletzungen nicht so "offensichtlich" und "gravierend", wie es Voraussetzung für eine Strafbarkeit wegen Untreue wäre. Auf Revision der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil aufgehoben und an das LG Hamburg zurückverwiesen.

Dieses wiederum hat das Verfahren nun gegen Zahlung einer Geldbuße von insgesamt 4,85 Mio. Euro gegen fünf der sechs ehemaligen Vorstandsmitglieder eingestellt (Az. 618 KLs 3/16). Die Geldauflage für Jochen Friedrich liegt bei 1,6 Mio. Euro, für Dirk Jens Nonnenmacher bei 1,5 Mio. Euro, Hans Berger muss 750.000 Euro bezahlen und Bernhard Visker sowie Hartmut Strauß jeweils 500.000 Euro. Einzig Peter Rieck wollte die vorgeschlagene Geldbuße von 1,5 Mio. Euro nicht akzeptieren. Er wird in einer geplanten Hauptverhandlung ab Mitte August 2019 erneut auf der Anklagebank Platz nehmen.

Durch die Geldauflagen sei dem öffentlichen Strafverfolgungsinteresse ausreichend genüge getan, begründet das LG die teilweise Einstellung des Verfahrens. Zwar sei der vorgeworfene Untreueschaden erheblich, jedoch sei dieser inzwischen durch die "zivilrechtliche Schadenswiedergutmachung in nicht unerheblichem Umfang" ausgeglichen worden. Nach Informationen der Immobilien Zeitung hat hier die Berufshaftpflichtversicherung der Manager gegriffen. Zudem seien die Angeklagten nicht vorbestraft und hätten sich nicht persönlich bereichert.

Visker hatte die HSH Nordbank im Sommer 2011 nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit verlassen. Heute ist er Geschäftsführer der ABG-Unternehmensgruppe.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!