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Unternehmen | 13.06.2019

Aus IZ24/2019, S. 10

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

IWG setzt auf Franchise

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Anke Pipke
Wenn sich die Franchisepartner auf die B- und C-Städte fokussieren, kann Regus selbst in den Kernmärkten wie etwa Frankfurt aktiver sein, so der Plan.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Anke Pipke

Um ihre Wachstumspläne für Deutschland trotz wachsender Konkurrenz auf dem Coworkingmarkt umsetzen zu können, setzt die International Workplace Group auf die Zusammenarbeit mit Franchisepartnern. Die sollen vor allem die Märkte abseits der großen Ballungsräume besser bespielen können, als es IWG selbst möglich wäre.

Im Herbst vergangenen Jahres hat die International Workplace Group (IWG) mit ihrer Marke Regus in Deutschland begonnen, nach Franchisepartnern für die weitere Expansion des Unternehmens Ausschau zu halten. Jetzt sollen die ersten sichtbaren Ergebnisse folgen. "Wir haben Vorverträge für 13 Standorte abgeschlossen. Mit einem Partner, der acht Standorte in einer Region eröffnen möchte, stehen wir in diesen Wochen vor der finalen Vertragsunterzeichnung", berichtet Marco Wild, Franchise Director von Regus in Deutschland. Kurzfristig sollen noch in diesem Jahr 25 Franchise-Standorte in Deutschland vertraglich gesichert werden, mittel- bis langfristig ist ein Wachstum von 50 eigenen und 50 per Franchise vergebenen Standorten pro Jahr in Deutschland geplant, berichtet Daniel Grimm, Development Director von Regus in Deutschland.

Mit dieser Strategie will das Unternehmen erstens schneller wachsen, als es ihm selbst aktuell möglich wäre. Zweitens sollen die lokalen Kompetenzen der Franchisepartner genutzt werden, die vor allem für Regus-Präsenzen in den B- und C-Städten sorgen sollen. "Außerhalb der großen Zentren, in denen wir bereits präsent sind, tun wir uns selbst mit neuen Standorten teilweise schwerer. Einfach weil durch unsere Konzernstruktur ein wenig die Nähe zu den dezentral gelegenen Centern fehlt. Das ist auch eine Erkenntnis, die wir aus unserem starken Wachstum der vergangenen drei Jahre gezogen haben", sagt Grimm. Kommt ein passender Interessent, sei es übrigens nicht ausgeschlossen, dass Regus auch bereits bestehende eigene Standorte an einen Franchisepartner verkauft. "Das muss dann allerdings Teil eines größeren Deals sein, der strategisch für uns sinnvoll ist", sagt Grimm. Gerade in den B- und C-Städten sehen Grimm und Wild eine große Nachfrage nach flexiblen Büroplatzlösungen, die bislang auf kaum nennenswertes Angebot treffe. Geplant sind deshalb Centergrößen von etwa 1.000 bis 1.500 m² mit jeweils rund 100 bis 150 Büroarbeitsplätzen.

Tatsächlich haben sich die großen Anbieter mit wenigen Ausnahmen in der jüngeren Vergangenheit vor allem auf die großen Ballungszentren konzentriert. Die Angebotsknappheit auf den Büroflächenmärkten macht ihnen aber zunehmend zu schaffen, weshalb diese inzwischen in zahlreichen Analysen als einer der maßgeblichen Bremsklötze bei der Entwicklung des Coworkingmarkts in Deutschland gilt. Auch für Regus ist das einer der Gründe, in die Fläche zu gehen. "Das Angebot ist schon oft sehr überschaubar. Und wir schauen auch sehr genau darauf, ob sich mit den derzeitigen Mietniveaus an vielen Standorten mit unserem Geschäftsmodell noch nachhaltig Geld verdienen lässt", erläutert Grimm.

Diese Probleme will Regus mit dem Franchisekonzept umgehen. "Wir setzten dabei nicht auf den klassischen Betreiber von Einzelstandorten, sondern sind auf der Suche nach Partnern, die sich die Rechte an einer ganzen Region sichern", erklärt Wild. In einem solchen regional begrenzten Gebiet sollten dann innerhalb von drei bis fünf Jahren etwa fünf Standorte eröffnet werden. Dazu müsse dann natürlich noch Eigenkapital in ausreichender Menge und der passende unternehmerische Hintergrund gegeben sein. Immobilien-Know-how sei hingegen weniger ausschlaggebend. "Die Interessenten, mit denen wir schon gesprochen haben, kommen aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Das reicht vom Eigentümer mehrerer Immobilien, der die Wertschöpfung durch die Flächen bei sich selbst behalten will, über Franchisenehmer, die bislang eher im Food- und Beverage-Bereich tätig sind, bis hin zum Unternehmer oder Investor, der seinen bisherigen Geschäftsbereich diversifizieren will."

Den Namen Regus nutzen zu dürfen, lässt sich das Unternehmen zunächst durch eine Einstiegsgebühr sowie bei der Eröffnung des ersten Centers von einer Eröffnungsgebühr finanziell erstatten. Abhängig ist beides vom Umfang des definierten regionalen Gebiets, das der Franchisepartner entwickeln möchte. Im laufenden Betrieb wird Regus dann über umsatzabhängige Gebühren beteiligt. Insgesamt werden 14% fällig. "Jeweils 6% sind Lizenzgebühren für die Marke sowie für die Nutzung unserer zentralen Infrastruktur für Betrieb und Vermarktung der Standorte, 2% kommen zusätzlich als Marketingumlage hinzu", erklärt Wild.

Gänzlich neu ist das Franchisekonzept für Regus übrigens nicht. In den vergangenen Jahren vergab das Unternehmen bereits Lizenzen für nationale Märkte, die als zu klein eingeschätzt wurden, um den Aufwand des Aufbaus einer eigenen Struktur zu rechtfertigen. "Jamaica oder Dschibuti etwa. Das war sehr erfolgreich", sagt Wild. Zeitgleich mit Deutschland starteten die Franchisebemühungen deshalb auch in den Kernmärkten Frankreich und Großbritannien. Wild betont: "Inzwischen spielt das Thema Franchise für uns global eigentlich auf allen Märkten eine relevante Rolle."

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