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Märkte | 13.06.2019

Aus IZ24/2019, S. 6

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Statistisches Bundesamt (Destatis), GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Personen:
    Axel Gedaschko
  • Immobilienart:
    Wohnen

Mietschulden steigen bundesweit

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter
In den neuen Bundesländern, hier Erfurt, ließ sich fast jeder Dritte (31%) 2018 wegen Mietschulden in einer Schuldnerberatungsstelle beraten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter

Die Mietschulden sind in Deutschland im Jahr 2018 um 3,8% gestiegen. Das zeigt die Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis), in die alle Angaben von bundesweit 1.450 Schuldnerberatungsstellen einfließen. Bei den im Verband GdW organisierten Wohnungsunternehmen geht der Trend allerdings in eine ganz andere Richtung.

Die Mietschulden bei den organisierten Wohnungsunternehmen in Deutschland sind im Jahr 2018 bundesweit um 21,3% auf 293 Mio. Euro gesunken. Das meldet der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, zu dem rund 3.000 Bestandshalter gehören. Seit dem Jahr 2003 (757 Mio. Euro) seien die Verbindlichkeiten der Mieter um 464 Mio. Euro reduziert worden (-61%).

Entsprechend ist der Anteil von Mietschulden an den jährlichen Gesamtmieteinnahmen der GdW-Unternehmen rückläufig. Im Jahr 2017 betrugen die Mietschulden 1,9% der Jahressollmiete, 2018 waren es 0,3 Prozentpunkte weniger. Seit dem Höchststand der Mietschulden im Jahr 2003 hat sich der Anteil der Mietschulden an der Sollmiete damit von 4,4% auf 1,6% deutlich mehr als halbiert. Aus Sicht des GdW hat dieser Rückgang eine gesellschaftspolitische Aussage. "Die stark sinkenden Mietschulden bei unseren Mitgliedern zeigen: Die Wohnungsunternehmen sind in Deutschland die guten Vermieter. Sie sind mit ihren bezahlbaren Mieten auf den Märkten die eigentliche Mietpreisbremse", sagt der Präsident des GdW, Axel Gedaschko. Wäre dies anders, würden die Mietschulden infolge der Überlastung der Mieter ansteigen. Genau das Gegenteil sei aber der Fall.

Der bundesweite Gesamttrend unterscheidet sich jedoch deutlich davon. Denn bezogen auf alle Vermieter in ganz Deutschland sind die Mietschulden im Jahr 2018 um 3,8% gestiegen. Und zwar von 479 Mio. Euro auf 497 Mio. Euro, wie Destatis berichtet.

Deutschlandweit sind zwei von zehn überschuldeten Personen, die bei einer Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchten, von Mietschulden betroffen. In den neuen Ländern ließ sich fast jeder Dritte (31%) wegen Mietschulden in einer Schuldnerberatungsstelle beraten, in den alten Bundesländern war es nur knapp jede fünfte überschuldete Person (18%).

In ganz Deutschland waren überschuldete Menschen durchschnittlich mit knapp 1,8 Monatsmieten im Rückstand, 2018 lagen die durchschnittlichen Wohnkosten (Miete inklusive Nebenkosten) aller beratenen Schuldner bei 491 Euro.

Allerdings sind Mietschulden offenbar nicht die Hauptquelle der Schuldenproblematik. In Relation zu den durchschnittlichen Gesamtschulden der Ratsuchenden bei den Schuldnerberatungsstellen (rund 29.000 Euro pro Überschuldetem) machten die Mietschulden lediglich einen Anteil von 3% aus. Auf Ratenkredite sowie Dispositionskredite entfallen beispielsweise im Schnitt 34% der Gesamtschuldensumme überschuldeter Menschen.

Der GdW betont, dass der gegenläufige Trend bei seinen Mitgliedern kein Zufall sei. Der Rückgang der Mietschulden bei den GdW-Unternehmen über die vergangenen Jahre hinweg sei "ein Erfolg des aktiven und sozialen Vermietungs- und Mietschuldenmanagements sowie eigener Beratungs- und Betreuungsangebote der Wohnungsunternehmen für säumige Zahler", teilt der Wohnungsverband mit. Darüber hinaus bestehe eine vielfältige Zusammenarbeit mit öffentlichen Schuldnerberatungs- und sozialen Einrichtungen.

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