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Unternehmen | 13.06.2019

Aus IZ24/2019, S. 3

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

DIC Asset kauft GEG zum Faktor 10,6

225 Mio. Euro zahlt die Gewerbe-AG DIC Asset (DIC) an die TTL-Tochter TTL Real Estate und den amerikanischen Finanzinvestor KKR für den Investmentmanager und Entwickler GEG. Der Deal ist nach Überzeugung von DIC-Vorstandschefin Sonja Wärntges günstig und soll sich noch dieses Jahr auszahlen.

Schon im laufenden Jahr soll der Deal die operativen Erträge von DIC erhöhen, die FFO-Prognose für das Gesamtjahr wurde aufgrund des Deals bereits um 26% auf ca. 89 Mio. Euro angehoben. Dank der GEG sollen die Managementeinnahmen künftig einmal denselben Beitrag zum DIC-Ergebnis leisten wie die Erträge aus dem hauseigenen Mietportfolio.

Auf Käufer- wie auf Verkäuferseite spielt Gerhard Schmidt eine wichtige Rolle. Schmidt ist ein langjähriger Weggefährte des renommierten Frankfurter Projektentwicklers Ulrich Höller, der im Frühjahr seinen Posten als CEO der GEG aufgab - und durch keinen neuen CEO ersetzt wurde. Schmidts Deutscher Immobilien Chancen gehören gut 31% der Aktien der DIC, an der TTL, die die "strategische Führung" von TTL Real Estate innehat, hält er 67%. Die GEG wiederum gehörte bis dato zu 75% TTL Real Estate und zu 25% dem Finanzinvestor KKR. Letzterer werde der DIC auch nach seinem Ausstieg weiter "als Kunde verbunden bleiben", verspricht KKR-Europachef Johannes Huth.

Mit der Übernahme habe die DIC ihre Präsenz im Geschäft mit Produkten für Institutionelle gestärkt und den Zugang zu Großanlegern weiter verbessert, erklärt DIC-Vorstandschefin Sonja Wärntges. Binnen vier Jahren hatte die GEG unter Höllers Führung ihr betreutes Vermögen auf 3,2 Mrd. Euro, verteilt auf 31 Investorenkunden, ausgebaut. Damit bringt die GEG in diesem Bereich deutlich mehr auf die Waage als die DIC (1,8 Mrd. Euro). Während GEG bis auf einige Minderheitsbeteiligungen keine eigenen Assets auf der Bilanz führt, zieht die DIC den Löwenanteil ihrer Einnahmen bis heute aus den Mieterträgen ihres Eigenbestands: 2018 lagen die Nettomieteinnahmen bei 85 Mio. Euro, die Einnahmen aus dem Fondsmanagement bei 33,6 Mio. Euro. Diese Relation soll sich durch die Akquisition der GEG ändern: Mit mehr als 5 Mrd. Euro für Investoren verwaltetem Vermögen werde sich der Profitabilitätsbeitrag aus dem Managementbereich dem der Eigeninvestments angleichen, teilt das Unternehmen mit - ohne allerdings dafür einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Den Kaufpreis bezeichnet Wärntges als "deutlich unterhalb der Konditionen für vergleichbare Übernahmen". Der erzielte Preis entspreche einem Verhältnis von Unternehmenswert zu Rohergebnis (EV/Ebitda) von 10,6. Patrizia habe seinerzeit für Triuva den Faktor 16,7 akzeptiert, Swiss Life für Beos sogar 19,5. Bezahlt hat DIC für GEG mit freier Liquidität. Erst im April dieses Jahres hatte das Unternehmen durch den Verkauf seines 8%igen Aktienpakets an der TLG knapp 215 Mio. Euro erlöst.

Neben der verbreiterten Investorenbasis schätzt Wärntges die hohe Projektentwicklungskompetenz der GEG, die künftig ihrem Konzern zur Verfügung stehen wird. Zu den Referenzprojekten des Teams zählen in Frankfurt das MainTor-Quartier, der Global Tower und der Riverpark Tower & Suites, in Hamburg das Opera Offices und in München das Quartier Pasing Central. GEG managt ihre Immobilien über Club-Deals, Individualmandate, Fonds oder als Dienstleister für Projektentwickler auf Honorarbasis.

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