Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Politik | 06.06.2019

Aus IZ23/2019, S. 23

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:
  • Städte:
    München
  • Organisationen:
    SPD, Haus & Grund
  • Personen:
    Dieter Reiter
  • Immobilienart:
    Wohnen

Alternativer Mietspiegel gesucht

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Was zahlen Münchner Mieter wirklich? Das will die Stadt nun herausfinden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

München. Die Stadt hat die Befragung der Mieter für ihren alternativen Mietspiegel gestartet. Mit den Daten will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Druck auf die Bundesregierung ausüben, den Mietspiegel zu reformieren.

Der Münchner Mietspiegel ist ein ewiger Streitpunkt. Der Stadt sind die ermittelten Mieten zu hoch, dem Eigentümerverband Haus & Grund sind sie zu niedrig. Seit Jahren wird darüber gestritten, wie die Mietspiegelmieten zu ermitteln sind - sogar vor Gericht.

Nun bringt die Stadt eine neue Perspektive in die Diskussion ein. Sie befragt Mieterinnen und Mieter, die nicht unter den qualifizierten Mietspiegel fallen, zur Höhe ihrer Miete und zur Ausstattung der Wohnung. Auf diese Weise soll die tatsächliche Durchschnittsmiete aller Wohnungen in München ermittelt werden. Denn der qualifizierte Mietspiegel berücksichtigt nur Mieten, die in den letzten vier Jahren geändert oder neu vereinbart wurden. Öffentlich geförderte Wohnungen dürfen nicht berücksichtigt werden.

Der alternative Mietspiegel soll nun ein objektiveres Bild zeigen, wie viel die Mieter in München wirklich im Schnitt zahlen. Er wird allerdings nicht rechtsverbindlich sein. "Aber er soll der Bundesregierung klar vor Augen führen, wie notwendig eine Reform des Mietspiegelrechts ist", sagt Reiter. Er fordert schon länger, dass auch Mietänderungen, die länger als vier Jahre zurückliegen, sowie öffentlich geförderte Wohnungen in den Mietspiegel eingerechnet werden. Das Bundesjustizministerium arbeitet derzeit bereits an einem Entwurf, der unter anderem vorsieht, den Zeitraum für die mietspiegelrelevanten Mieten von vier auf sechs Jahre zu erhöhen.

Sicher ist, dass die Umfrage Raum für weitere Interpretationen bieten wird. Haus & Grund wirft der Stadt ohnehin seit Jahren vor, den qualifizierten Mietspiegel mit manipulierten Daten herunterzurechnen. Während der offizielle Mietspiegel durchschnittliche Nettomieten von 11,69 Euro/m² ausweist, sieht Haus & Grund die Mieten bei 15,19 Euro/m². Allerdings auf einer ganz anderen Datengrundlage. Die Stadt hält dagegen, dass durch die hohe Zahl geförderter Wohnungen und vieler günstiger Altmietverträge die durchschnittlichen Mieten geringer sind als im Mietspiegel errechnet. Ob der alternative Mietspiegel den Streit beilegen wird, darf bezweifelt werden.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!