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Projekte | 06.06.2019

Aus IZ23/2019, S. 22

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Stuttgart
  • Organisationen:
    Internationale Bauausstellung StadtRegion Stuttgart (IBA Stuttgart)
  • Immobilienart:
    Wohnen

2.500 Wohnungen am Neckar sind möglich

Quelle: Stadtmessungsamt/Stadt Stuttgart
Blick von oben auf das Neckarufer in Stuttgart-Ost samt eingezeichneten Potenzialflächen.

Quelle: Stadtmessungsamt/Stadt Stuttgart

Stuttgart. Die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA‘27) hat die ersten 28 Projekte aufgenommen. Drei Konzepte befassen sich mit der besseren Verknüpfung des Neckars in die Stadt durch neue Quartiere und den Abbau von Barrieren.

Bei der IBA'27 geht es um nicht weniger als die Umgestaltung und den Neubau ganzer Stadtgebiete, experimentelle Wohnbaukonzepte, Forschung zum Wandel von Gewerbeflächen, neue Modelle nachbarschaftlichen Zusammenlebens oder die Überwindung von Verkehrstrassen. Insbesondere Industrie- und Gewerbeansiedlungen sowie Straßen schotten den Fluss von der Stadt ab. Die Stuttgarter gehen zwar zum "Böötlefahren" an den Max-Eyth-See neben dem Neckar oder treffen sich zum Grillen auf den Neckarwiesen, doch es gibt fast keine attraktiven Wohngebiete am Wasser. In drei großen Stadtteilen soll sich dies ändern. Unter dem Motto "Stadt am Fluss" sind Projekte in Stuttgart-Ost, in Bad Cannstatt und in Untertürkheim in das IBA'27-Netz aufgenommen worden, um eine lebenswerte Stadt am Fluss zu ermöglichen. Etwa 2.500 neue Wohnungen könnten am Neckar entstehen.

Aufgrund der Infrastrukturbarrieren liegen sie weit in der Zukunft, stellen Pläne für eine Stadt von Übermorgen dar. Was bis dahin aber geschaffen werden kann, ist ein Bewusstsein für den öffentlichen Raum.

Das Neckarufer in Stuttgart-Ost ist eines dieser drei Gebiete für die Stadt am Fluss. Derzeit dominiert die Verkehrsinfrastruktur mit der B 10 und der B 14 entlang des Neckars das Gebiet. Mit der Aufnahme in das IBA'27-Netz soll die Frage beantwortet werden, wie die Stuttgarter in weiter Zukunft in diesem innerstädtischen Viertel am Fluss leben, wohnen und arbeiten. Und dies für alle Gesellschaftsschichten in einer sozialen Durchmischung. Das Konzept geht von 52 ha frei werdenden Flächen am Wasser aus. Die Entwicklung der Flächen soll den Weg ins postfossile Zeitalter weisen.

Unter maßgeblicher Beteiligung des Stadtplanungsamts soll zusammen mit den Menschen vor Ort ein Experimentierfeld für eine gerechtere Stadt mit dichten, durchmischten und zukunftsfähigen Quartieren für Leben und Arbeiten entstehen. Stichworte sind ressourceneffizientes Bauen, energieerzeugende Gebäude und ein klimaneutraler Lebensstil. Voraussetzung ist eine CO2-neutrale Energieversorgung und Mobilität. Dazu braucht es intelligente Mobilitätskonzepte, um die Belastung durch Verkehr und Lärm zu reduzieren, ohne die Mobilität einzuschränken. Das Ziel ist im Gegenteil eine polyzentrische Region, eine Verknüpfung mit angrenzenden Stadtteilen und Bezirken.

In Bad Cannstatt gibt es Entwicklungspotenzial. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Altstadt sowie ihre Verbindung zum Neckar und die Freiraumentwicklung am Neckarknie. Zwar gibt es bereits Fortschritte bei der Renaturierung des Neckarufers, einen Biergarten und die An- und Ablegestelle der Neckar-Ausflugsboote, doch der Fluss ist nicht wirklich eingebunden. Am Neckarknie soll ein integrierter Freiraum entstehen, der sowohl der Erholungs- und Freizeitnutzung als auch ökologischen Aspekten wie Hochwasserschutz und Klimawandel Rechnung trägt. Dafür müssen auch hier Infrastrukturbarrieren überwunden werden. Außerdem sollen Gebäude entstehen, die in Zukunft an verschiedene Nutzungsideen angepasst werden können.

Auch in Untertürkheim ist eine Vernetzung von Altstadt, Karl-Benz-Platz und Neckarufer durch einen partizipativen Prozess mit der Öffentlichkeit geplant. Dazu müssen im Rahmen dieser Projektidee Konzepte gefunden werden, die eine Überwindung der beiden bestehenden Infrastrukturbarrieren - der Bahnlinie und des Verkehrsknotens Karl-Benz-Platz - ermöglichen. Auf einer Fläche von rund 10,7 ha sollen verschiedene Stadtbausteine miteinander vernetzt werden. Dazu gehört ein urbanes inklusives Wohn-, Arbeits- und Geschäftsquartier in der Altstadt, das aktuell bereits entwickelt wird, aber auch modernes Arbeiten auf den Gewerbeflächen von Daimler und in einem Kreativquartier sowie urbane Freizeitangebote am Neckar. Allen Ideen ist gemeinsam, durch verbindende Bausteine quasi eine Brücke für eine neue Wohn- und Lebenskultur zu schlagen. Der Neckar als Infrastrukturraum dient als regionales Bindeglied. Die Freiraumentwicklung am Wasser bildet ebenfalls ein Verbindungselement zwischen Stadt und Region.

Auch die Kosten dafür schrecken nicht ab. Nur für Stuttgart-Ost geht das Ingenieurbüro Karajan samt Straßentunneln von Investitionen in Höhe von rund 267 Mio. Euro aus, die Kosten für Kanäle, Leitungen und Grunderwerb nicht eingerechnet. Der Ausschuss für Umwelt und Technik im Gemeinderat hat der Machbarkeitsstudie zugestimmt.

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