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Projekte | 06.06.2019

Aus IZ23/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Specht entwickelt nun auch Quartiere

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Theda Eggers
Die denkmalgeschützte Industriearchitektur von Koch & Bergfeld soll Teil eines urbanen Quartiers in der Bremer Neustadt werden. Hier der Eingangsbereich am Kirchweg 200.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Theda Eggers

Bremen. Mit großen Quartiersprojekten in Hamburg und Bremen steigt die Bremer Specht-Gruppe noch stärker in die Stadtentwicklung ein als mit ihren Pflege-Campus-Konzepten. Aktuell entwickelt Specht 17 Pflege-Campus für die belgische Aedifica.

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde ein Schlussstrich unter das deutsche Kapitel von Sunrise Senior Living gezogen und die neun deutschen Dependancen zum Kauf angeboten. Das Konzept der Amerikaner mit repräsentativer Architektur, kleinen Zimmern, großen Gemeinschaftsräumen und hohen Preisen fand kein ausreichendes Feedback bei deutschen Senioren.

"Heute würde es funktionieren", glaubt Rolf Specht. "Topstandorte in den besten Lagen, hoher Komfort, exklusive Ausstattung." Das Größenverhältnis von Zimmern und Gemeinschaftsräumen müsse man sicher überdenken, so der geschäftsführende Gesellschafter der Specht-Gruppe. Aber das Geld sei da und die Bereitschaft, es für sich auszugeben, ebenfalls. "Viele haben von ihren Eltern geerbt und selbst angespart. Wir bieten jetzt Suiten an - für diejenigen, die es sich leisten können. Statt einer Pflegerin im eigenen Haus und mit mehr Gesellschaft." Die Suiten gibt es nach Größe und Ausstattung für 300 bis 1.000 Euro zusätzlich im Monat.

Specht ist Gründer der Specht-Gruppe, seit 1988 ist er als Projektentwickler sowie Bauträger am Markt und hat seitdem über 100 Pflegeimmobilien geschaffen. Zurzeit realisiert er einen 2017 abgeschlossenen Auftrag über 17 Pflege-Campus für Aedifica. Ende Mai 2019 hatte Aedifica den Kauf der Grundstücke für vier weitere Campus-Projekte bekannt gemacht. 6 Mio. Euro fließen in den Erwerb der Grundstücke, für 66 Mio. Euro entwickelt Specht bis zum Herbst 2020 die Projekte in Wolfsburg (86 Pflegeapartments/55 Seniorenwohnungen), Heiligenhafen an der Lübecker Bucht (81/23), im nordrhein-westfälischen Espelkamp (80/35) und im niedersächsischen Beverstedt (80/0). Die entstehenden Wohneinheiten übernimmt die Specht-Gruppe selbst oder sie gehen in den Einzelverkauf.

Neben Pflegeheim und Seniorenwohnungen werden Tagespflegezentren für Senioren sowie Kindergärten in die Campus-Konzepte integriert. Das Gesamtvolumen für alle 17 Campus umfasst 1.800 Pflegeheimeinheiten und ein Entwicklungsvolumen von 245 Mio. Euro. Am 31. März 2019 wurde der erste Pflege-Campus aus dieser Vereinbarung in Lübbecke (NRW) fertiggestellt. Die Projekte in Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) und Schwerin werden in diesem Jahr übergeben.

Zur weiteren Integration der Pflege-Campus in städtischen Räumen plant Specht aktuell zwei größere Quartiersprojekte in Hamburg und Bremen. Im Hamburger Stadtteil Groß Borstel entwickelt Specht mit der Haspa PeB, der Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft der Hamburger Sparkasse, das Projekt Petersen Park. Laut Handelsregisters ist auch der Rendsburger Investor Hauke Drengenberg mit im Boot.

Im nördlichen, gewerblichen Teil des insgesamt 68.000 m2 großen, ehedem vom Fahrzeugbauer Strüver genutzten Areals wurde der VW-Shuttle-Dienst Moia angesiedelt und mit 156 Ladesäulen die deutschlandweit größte Ladestation für E-Fahrzeuge gebaut. Specht verweist auf Pläne von Hamburg Energie, ebenda zur CO₂-freien Stromversorgung ein Blockheizkraftwerk zu bauen. Zudem hat hier Laden- und Messebauer bontempo seine Zentrale samt weitläufiger Werkstätten. Im südlichen Teil sollen nach den städtebaulichen Plänen der Architekten Heitmann Montúfar 390 bis 420 Wohnungen entstehen, davon 30% Sozialwohnungen.

Die Specht-Gruppe plant im Petersen Park nach Angaben von Mike Hemmerich, Geschäftsführer in der Specht-Gruppe und der WHM Petersen Park, eine stationäre Pflegeeinrichtung, barrierefreies Wohnen, eine Kita, eine Pflegefachschule sowie Wohnungen für Mitarbeiter. 2022 soll Baubeginn sein. Specht rechnet mit einem Investitionsvolumen von 250 Mio. Euro. Erste Bauarbeiten sollen noch vor Abschluss des B-Plan-Verfahrens (§ 33 BauGB) ab dem kommenden Jahr anlaufen.

Mit einem Investitionsvolumen von 50 Mio. Euro kommt die Entwicklung des Firmengeländes der Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld in Bremen etwas kleinformatiger daher. Doch auch dort soll aus einem Gewerbestandort ein urbanes Quartier werden. Mit dem Bremer Immobilienunternehmer Thomas Stefes plant Specht das 3 ha große Areal am Kirchweg 200 in der Bremer Neustadt "zu erwecken".

Die bauliche Attraktion ist das schlossartige Firmengebäude, 1882 nach Plänen des Architekten Fritz Dunkel fertiggestellt, samt der beiden Torgebäude. 200 Wohneinheiten sind hier geplant, dazu ein Pflegeheim, Kita und Gastronomie. "Im Gespräch ist auch eine Wohngemeinschaft für MS-Kranke", erläutert Specht. Auf 3.000 m² bleibt auch Koch & Bergfeld in den Flächen der denkmalgeschützten Industriearchitektur. Aktuell läuft das B-Plan-Verfahren. Ab 2020 soll gebaut werden - die Kita vielleicht schon vorher.

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