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Märkte | 06.06.2019

Aus IZ23/2019, S. 2

Von Einar Skjerven

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Skjerven Group
  • Organisationen:
    Prognos-Institut
  • Personen:
    Einar Skjerven
  • Immobilienart:
    Wohnen

Mehr kleine Wohnungen bauen!

Nicht jeder Haushalt braucht einen Esszimmertisch, an dem acht Menschen Platz finden, meint Einar Skjerven, Chef der Skjerven Group. Er sieht kleinere Wohnungen als Beitrag für den Umweltschutz und gegen den Wohnungsmangel.

Quelle: Skjerven Group GmbH
Einar Skjerven.

Quelle: Skjerven Group GmbH

Neue Wohnungen in Deutschland sind nach einer Studie aktuell deutlich kleiner als vor wenigen Jahren. In den vergangenen sechs Jahren sei die durchschnittliche Wohnfläche von Neubauwohnungen um 11 m² und damit um knapp 10% gesunken, heißt es in einer Studie des privaten Prognos-Instituts für Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft.

Für mich ist diese Entwicklung kein Grund zum Alarmismus, sondern eine fällige Korrektur mit durchaus positiven Auswirkungen. Denn der Trend zu kleineren Wohnungen bedeutet auch, dass zukünftig weniger Flächen bebaut werden müssen und dadurch versiegelt werden. Bei einem Flächenverbrauch von aktuell einem Quadratkilometer täglich und einer vom Bundesamt für Umwelt angestrebten Reduzierung auf 30 ha sind kleinere Wohnungen und höhere Häuser in den Innenstädten auch ein Beitrag für den Umweltschutz.

Hinzu kommt, dass der bis dato steigende Flächenverbrauch eine vielfach unterschätzte Ursache des derzeitigen Wohnungsmangels in den Großstädten ist. Die Bewohner Berlins zum Beispiel waren in den 1990er Jahren noch mit einer Wohnfläche von rund 33 m2 zufrieden. Inzwischen werden dort pro Kopf über 39 m2 belegt, nur marginal weniger als im ländlichen Brandenburg. Aus der Differenz von 6 m² wird bei 3,3 Mio. bis 3,5 Mio. Einwohnern leicht ein Mehrbedarf von 20 Mio. m2 Wohnfläche. Das heißt: Mancherorts ließe sich der aktuelle Wohnungsmangel schon durch eine Beschränkung der Wohnfläche auf ein früher gängiges Maß beseitigen.

Weil wir aber gesellschaftliche Trends wie beispielsweise die Versinglelung oder den wachsenden Bedarf an Zweitwohnungen durch Fernpendler nicht zurückdrehen können, sind kleinere Wohnungen auch eine Antwort auf Entwicklungen jenseits der wirtschaftlichen Zwänge steigender Grundstücks- und Wohnkosten.

Ich meine, wir sollten die aktuelle Chance ergreifen und vermehrt kleinere Wohnungen bauen, in den jeweiligen Häusern aber auch Flächen für gemeinschaftliche Aktivitäten der Bewohner vorhalten. Im Wohnzimmer muss nicht zwingend Platz für einen Esstisch für sechs oder gar acht Personen sein. Stattdessen könnte oft pro Haus ein großer Raum errichtet werden. Dort können die Bewohner nach Feierabend mit Nachbarn und Freunden zusammenkommen und in großer Runde feiern. Sind solche Angebote hinreichend vorhanden, gibt es eventuell auch wieder mehr freie Wohnungen für Familien, die tatsächlich mehr Fläche brauchen.

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