Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Projekte | 30.05.2019

Aus IZ22/2019, S. 25

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

München soll weiter auf den Holzbau setzen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Bauträger müssen sich in München immer häufiger mit Holzbau auseinandersetzen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

München. Auf einem ehemaligen Kasernengelände entsteht seit wenigen Jahren die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Die fast 600 Wohnungen sind so gut wie fertig. Befürworter träumen schon von größeren Projekten.

Ein Holzhochhaus entsteht in Hamburg, eines in Heilbronn ist fast fertig, ein weiteres ist in Pforzheim geplant und auch in München wollen die Bayerische Versorgungskammer (BVK) und der britische Architekt David Chipperfield das Hochhausensemble auf dem früheren Gelände von Siemens teilweise aus Holz errichten. Der Holzbau in Deutschland besteht vor allem aus solchen Leuchtturmprojekten. "Alle paar Jahre kommt ein Modellprojekt und dann ist das der neue Hype", fasste Gerda Peter, Geschäftsführerin der städtischen Münchner Wohnungsbaugesellschaft GWG, auf einer Veranstaltung des Holzbau Netzwerks München (HN) die derzeitige Situation auf dem Markt zusammen.

Mehr als ein solcher Leuchtturm soll die ökologische Mustersiedlung sein, die seit 2017 auf dem 30 ha großen Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne in Oberföhring im Münchner Nordosten entsteht. Rund 1.800 Wohnungen werden dort gebaut. Bei einem Drittel davon spielt Holz eine entscheidende Rolle. Das Projekt soll den modernen Holzbau etablieren, definierte die Landeshauptstadt das Ziel.

Davon ist München allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Nun müsse der nächste Schritt gegangen werden, fordert der Grünen-Stadtrat Herbert Danner auf der HN-Veranstaltung. Der Holzbau solle in anderen großen Neubaugebieten verstärkt zum Einsatz kommen. Einen entsprechenden Antrag hat die Partei bereits gestellt. Im Blick haben die Grünen die Entwicklungsgebiete Freiham-Nord, die frühere Bayernkaserne und langfristig die Erweiterung im Münchner Nordosten. Auch bei den Überlegungen zur Nachverdichtung in Neuperlach könnte der Holzbau eine große Rolle spielen. Zudem wünschen sich die Grünen, dass mehr öffentliche Gebäude mit Holz gebaut werden. Vor allem bei Schulen gebe es noch viel Potenzial, so Danner. Bisher wurde in München lediglich eine Grundschule in Holzbauweise errichtet.

Allerdings fehle es an der breiten Unterstützung, bemängelt Andreas Lerge vom Münchner Beratungsunternehmen Wood Real Estate. Lerge hatte letztes Jahr die Neuauflage des Holzbau Netzwerks München initiiert. Viele Bauträger und Projektentwickler würden sich noch zu wenig mit dem Holzbau beschäftigen. "Wir müssen die privaten Bauträger gewinnen", pflichtet Danner bei.

Im Prinz-Eugen-Park hielten sich diese bis auf wenige Ausnahmen zurück. Neben zahlreichen privaten Baugemeinschaften und Genossenschaften waren vor allem die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag aktiv. Mit der Augsburger Klaus-Gruppe beteiligte sich ein privater Bauträger mit 16 Wohnungen und 16 Atriumhäusern an dem Projekt. Die städtische Gewofag baut von ihren rund 680 Wohnungen in dem Areal immerhin 180 in Holzhybridbauweise mit bis zu fünf Geschossen. Die GWG steuert 57 Wohnungen in vier Wohntürmen mit bis zu sieben Geschossen bei. Es sind die bislang höchsten Holzhäuser Münchens.

Das Projekt habe gezeigt, dass sieben Geschosse und preisgünstiger Holzwohnungsbau in München funktioniere, so Architekt Ulf Rössler, Geschäftsführer der Münchner Dressler Mayerhofer Rössler Architekten, die an der Umsetzung beteiligt waren.

Ulrike Klar vom Münchner Planungsamt sieht für den Holzbau in der Stadt ebenfalls eine Zukunft. Die ehrgeizigen Bauprogramme der städtischen Gesellschaften ließen sich in der geforderten Zeit nur mit Holz verwirklichen. Ganz auf den Holzbau wollte sich GWG-Chefin Peter aber nicht festlegen. Es müsse weiterhin einen Wettbewerb der Materialien geben.

Einigkeit bestand zudem darin, dass die Stadt den Holzbau weiter fördern müsse. Der Erfolg der Mustersiedlung basiert nicht zuletzt auf einem eigens aufgelegten Förderprogramm. Die Grundstücke wurden zunächst über eine Konzeptausschreibung vergeben. Des Weiteren stellte der Stadtrat rund 13,6 Mio. Euro zur Verfügung. Gefördert wurde die verbaute Masse an nachwachsenden Rohstoffen mit bis zu zwei Euro pro Kilogramm im Geschosswohnungsbau.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!