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Märkte | 30.05.2019

Aus IZ22/2019, S. 23

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Rhein-Main bekommt nicht genug von Hotels

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Durch rege Bautätigkeit, wie hier beim Hyatt House in Eschborn, wächst die Zahl der Hotelbetten. Die steigende Gästezahl wird die Auslastung jedoch konstant halten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Rhein-Main. In der Region befinden sich zahlreiche Hotels in der Entwicklung. Trotzdem ist so bald nicht mit Überkapazitäten zu rechnen. Allerdings blickt nicht jeder Hotelstandort einer glänzenden Zukunft entgegen.

Rund 440 Hotels in der Rhein-Main-Region, 77 Häuser in der Entwicklung und ein offenbar ungestillter Appetit von Investoren auf neue Hotelprojekte: Wie lange kann das noch gut gehen, bevor sich die Hotels gegenseitig das Geschäft kaputt machen? Wohl noch eine ganze Weile. Darin waren sich die Teilnehmer auf dem Podium beim Kongress Hotellerie Frankfurt Rhein-Main weitgehend einig. Die Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung hatte zu der ersten Veranstaltung dieses regionalen Formats nach Frankfurt eingeladen und sprach damit eine Branche an, die wenig Sorgen wegen zunehmender Konkurrenz hat.

So rechnet Martina Fidlschuster, Geschäftsführerin von Hotour Hotel Consulting, bei einer realistischen Prognose der Gästezahlen zwar bis zum Jahr 2021 mit einem leichten Rückgang der Bettenauslastung von derzeit gut 50%, dann aber mit einer Stabilisierung knapp unter der 50%-Marke. Trotz der regen Bautätigkeit ist demnach also nicht mit schwerwiegenden Überkapazitäten zu rechnen.

Allerdings werden wohl nicht alle Hotels in der Region in gleicher Weise auskömmlich weiter wirtschaften können. "Das Wachstum wird durch neue Gäste, aber auch durch Verdrängung im Umland stattfinden", sagt Fidlschuster. Hotels in weiterer Entfernung von Frankfurt werden leiden. Dass sich das Geschäft bereits verschoben hat, bestätigt Christian Barth, geschäftsführender Gesellschafter des Favorite Parkhotels in Mainz und damit Vertreter der inhabergeführten Hotels: "Die Messe in Frankfurt spielt für uns, anders als früher, keine Rolle mehr." Inzwischen würden die Messereisenden in weitaus höherem Maß von den Hotels in Frankfurt selbst absorbiert.

Parallel ändert sich die Gästestruktur. Nach Einschätzung von Christian Strieder, Country Manager DACH bei STR Germany, kommen langsam, aber sicher mehr touristische Gäste nach Frankfurt. Das führe zu einer besseren Auslastung der Hotels an den traditionell sehr schwachen Wochenenden. Fidlschuster sieht weiteres Wachstumspotenzial ebenfalls weniger bei den zahlreichen Messe- und Kongressgästen. Vielmehr würden andere Geschäftsreisende und Touristen verstärkt in die Stadt kommen.

Auf einen anderen Aspekt macht Thomas Willms, CEO von Deutsche Hospitality, aufmerksam: "Wir haben in der Region erstmals Hotels mit mehr Gästen aus China als aus den USA." Und dabei dürfe noch längst nicht jeder aus China ins Ausland reisen. Dort bestehe erhebliches Potenzial für einen Zuwachs. Fidlschuster hat von 2008 bis 2018 eine Steigerung der Hotelgäste aus China um 241% errechnet. In absoluten Zahlen machen sie mit gut 340.000 Übernachtungen allerdings noch eine kleine Gruppe aus. Insgesamt ist in diesem Zeitraum die Zahl der Übernachtungen in Frankfurt um 87% auf 10,1 Mio. und in der Region um 50% auf 18,6 Mio. gestiegen.

Für die Zukunft des Hotelmarkts im Frankfurter Umland mahnt Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Tourismus + Congress, mehr Vernetzung an, insbesondere mit Blick auf Touristen, denen die Kultur und Natur in der Region erschlossen werden sollten. Dazu sei ein personell gut ausgestattetes Destinationsmanagement nötig. Zustimmung und zugleich Kritik an seiner Heimatstadt kommt von Barth: "Die Stadt Mainz forciert die Schaffung von Hotelbetten, hat aber zugleich nicht in das Marketing investiert." Das werde sich rächen. Insbesondere würden es die zahlreichen Kettenhotels schwer haben. Speziell für Frankfurt wünscht sich Feda fünf bis zehn Jugendhotels für Rucksacktouristen, "auch wenn sich die Investoren da nicht so recht ranzutrauen scheinen".

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