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Steuern | 30.05.2019

Aus IZ22/2019, S. 2

Von Hans Schütt

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesministerium der Finanzen
  • Personen:
    Hans Schütt

Sanierungsbesteuerung stoppen!

Hans Schütt, Makler und Hausverwalter aus Kiel, ärgert sich über den Widerspruch zwischen Sonntagsreden zu Klimaschutz und Modernisierung und der Steuerrealität in der Finanzverwaltung.

Quelle: Hans Schütt Immobilien GmbH
Hans Schütt.

Quelle: Hans Schütt Immobilien GmbH

Der Erwerber einer alten, sanierungsbedürftigen Immobilie ist wegen des Steuerthemas "anschaffungsnaher Aufwand" zunächst gut beraten, drei Jahre lang nicht zu investieren. Wenn er dann nach dieser Zeit beginnt, das Haus zeitgemäß zu modernisieren, wird er feststellen, dass viele Maßnahmen ineinandergreifen und zeitgleich durchgeführt werden müssen.

Wird z.B. ein Vollwärmeschutz aufgebracht, ergibt es keinen Sinn, schadhafte Balkone nicht gleichzeitig zu erneuern. Kein sorgfältig kalkulierender Eigentümer würde Solar- oder Fotovoltaikanlagen auf ein nicht gedämmtes, schadhaftes Dach schrauben, ohne dieses zuvor zeitgemäß zu sanieren und zu dämmen. Schlecht beraten wäre ein Eigentümer, nach einem Ersatz der veralteten Ölheizung große Rohrleitungsquerschnitte zu belassen. Bietet sich die Gelegenheit, in Bad und Küche gleichzeitig alte Radiatoren durch Flächenheizung zu ersetzen, kann Energieverschwendung durch Komfort ersetzt werden. So greifen bei einer energetischen Sanierung viele Dinge ineinander.

Dann kommt einige Jahre später das Finanzamt und erklärt dem verwunderten Eigentümer, dass er eine "Sanierung in Raten" vorgenommen habe. Dieses Instrument steht zwar weder im Einkommensteuergesetz noch in einer Verordnung. Es wurde aber von der Verwaltung entwickelt und der Rechtsprechung übernommen. Aus Sicht des Finanzamts sind also die umfangreichen, werterhöhenden Sanierungen, die in den Jahren vier und fünf nach Erwerb vorgenommen wurden, ein Äquivalent zum anschaffungsnahen Aufwand. Damit macht die Behörde ihre eigene Steuerpolitik, ohne dass sie daran gehindert wird. Dem verblüfften Käufer schickt das Finanzamt neue Steuerbescheide für die letzten Jahre und verlangt wegen der versagten Abschreibung existenzgefährdende Nachzahlungen.

Beinahe täglich wird für energiesparende Maßnahmen durch Gesetze und Verordnungen Gas gegeben, um dann in der Verwaltung kräftig in die Bremse zu treten. So wird die Energiewende nicht geschafft! Als Hausverwalter einem Hauseigentümer die energetische Modernisierung zu empfehlen, kann auf diese Weise krasse Fehlberatung sein. Das Bundesfinanzministerium kennt das Problem und weigert sich, aus "Haushaltsgründen" diese Auffassung einzukassieren. "Sanierung in Raten" und anschaffungsnaher Aufwand gehören abgeschafft, wenn die energetischen Ziele erreicht werden sollen. Wenn der Staat die Energiewende will, darf er nicht durch widersprüchliche Regulierungen die Zielerreichung verhindern.

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