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Projekte | 23.05.2019

Aus IZ21/2019, S. 24

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

3.000 Wohnungen über der A 100 geplant

Quelle: ARGE Patzschke Schwebel Architekten und Mario Lindner
Mit dieser Visualisierung bringt sich die Arbeitsgemeinschaft Patzschke Schwebel Architekten und Mario Lindner in die Diskussion zur Deckelung der A 100 ein.

Quelle: ARGE Patzschke Schwebel Architekten und Mario Lindner

Berlin. Das Abgeordnetenhaus hat den Senat vor Kurzem beauftragt, zu prüfen, welche Verkehrsinfrastrukturflächen in Troglage sich zu einer Überdeckelung eignen. Während die Politik noch die Gemengelage untersucht, prescht die Arge Patzschke Schwebel Architekten und Mario Lindner bereits mit Planungen für den Bau von 3.000 Wohnungen nach vorn.

Es könnte alles so schön sein. Statt der riesigen Schneisen, die durch den Bau der Stadtautobahn in Berlin in bestehende Quartiere geschlagen worden sind, könnte wieder ein lebenswertes Stück Stadt entstehen mit Wohnungen, Grünflächen, Radschnellwegen und was immer es sonst so braucht. "Deckel drauf: Infrastrukturflächen mehrfach nutzen", lautet der Titel des Antrags, den die Fraktionen der Regierungskoalition aus SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen im März auf den Weg brachten und dem das Abgeordnetenhaus am 9. Mai zustimmte. Die Aufgabe des Senats ist es nun, zu überprüfen, an welchen Teilstücken eine Überdeckelung technisch machbar wäre, an welchen Autobahn- oder Schienenabschnitten ein Deckel im Hinblick auf Emissionsschutz am meisten bringen würde, wie Flächen für neue Nutzungen entstehen könnten und welche Kosten damit verbunden sind.

Als Erstes soll ein Masterplan für die teilweise Überbauung der Stadtautobahn A 100 in Charlottenburg beauftragt werden, weil dort bereits Neu- und Ersatzbauten geplant sind, um die in die Jahre gekommene Strecke wieder flottzumachen. "Es kann nicht sein, dass ein besonders umweltkritischer innerstädtischer Autobahnabschnitt auf dem Planungsstand der 1950er Jahre erhalten wird, anstatt diesen Bereich im Rahmen der ohnehin erforderlichen Erneuerung stadtgerecht, umwelt- und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln", begründen die Fraktionen den Antrag.

Die Idee, Teile der Stadtautobahn zu deckeln, ist nicht neu und in Berlin auf einem Abschnitt der heutigen A 100 an der Schlangenbaderstraße bereits 1980 umgesetzt worden. In der rasch wachsenden Stadt, wo dringend Platz gebraucht wird, rückt der Gedanke jetzt wieder in den Vordergrund. Auf die Schnelle scheint das Ganze allerdings nicht umsetzbar, denn sowohl der Bund, dem ein Großteil der Autobahnflächen gehört, als auch das Land Berlin müssten dafür die Voraussetzungen schaffen.

Till-Johann Patzschke von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Patzschke Schwebel Architekten, fürchtet, dass sich alles lange hinziehen könnte. Der Sprössling von Jürgen Patzschke, der mit seinem Zwillingsbruder Rüdiger Patzschke das Hotel Adlon entworfen hat, glaubt, es könnte alles schneller gehen, wenn private Investoren die Realisierung in die Hand nehmen würden. Zusammen mit seinen Partner hat er ein Konzept für die Überbauung der A 100 im Bereich zwischen S-Bahn-Hof Hohenzollerndamm und Halensee und zwischen Knobelsdorffstraße und Kaiserdamm in den Ring geworfen. "Die benötigten finanziellen Mittel für das Gesamtprojekt stehen schon bereit und statisch wäre eine Überbauung machbar", sagt der Nachwuchsarchitekt. Das Interesse privater Investoren zur Realisierung der Idee sei sehr groß und damit auch die Finanzierung kein Problem. Mit Kosten von 500 Mio. bis 600 Mio. Euro rechnet Patzschke, um das angedachte Stadtquartier mit 3.000 frei finanzierten Wohnungen mit 180.000 m² BGF, mit Gewerbe, Grünanlagen und Sozialeinrichtungen umzusetzen. Die Kosten für die Überbauung der Stadtautobahn sei in dieser Summe schon enthalten.

Eine halboffene Wohnbebauung mit fünfgeschossigen Gebäuden und jeweils einem Staffelgeschoss schwebt der Arbeitsgemeinschaft vor, die lieber heute als morgen mit der Umsetzung des Konzepts beginnen würde. Zudem sollten vorhandene Straßen wieder vernetzt werden und neue Radwege entstehen. Damit alles schnell geht und dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden kann, würde Patzschke am liebsten auf ein langwieriges Bebauungsplanverfahren verzichten und plädiert dafür, dass der Senat auf Basis von §34 BauBG Baurecht schafft. "Das wäre ein guter und mutiger Schritt, aber ich erwarte es nicht", sagt er.

Legende:

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