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Märkte | 23.05.2019

Aus IZ21/2019, S. 20

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Im Münsterland fehlen 13.000 Wohnungen

Urheber: Udo Bühren
Wer im Münsterland ein Baugrundstück für ein Einfamilienhaus ergattern konnte, darf sich glücklich schätzen.

Urheber: Udo Bühren

Münster. Das Münsterland ist eine der Boomregionen in Nordrhein-Westfalen (NRW). Das lässt sich auch an den hohen Immobilienpreisen ablesen. Dennoch wird in der Region viel zu wenig gebaut. Das ist das Ergebnis einer Studie des Pestel-Instituts.

Das Ziel der Studie war es, erstmals belastbare Aussagen zur Situation auf dem Wohnungsmarkt für das gesamte Münsterland machen zu können. Auftraggeber des Pestel-Instituts war die Wohnraumoffensive Münsterland, ein Zusammenschluss von WohnBau Unternehmensgruppe, Sparkassen der Region, der Stadt Münster und der Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie weiteren Akteuren aus der Region.

Eines der Ergebnisse dieser Untersuchung lautet, dass in den vergangenen Jahren gut 13.000 Wohnungen zu wenig gebaut wurden, um den Bedarf in der Region zu decken. Basierend auf dieser Erkenntnis verwundert es kaum, dass das Pestel-Institut den dringenden Bedarf an mehr Bautätigkeit im Münsterland betont. Sonst sei weder für die jetzige Bevölkerung noch für Fachkräfte von außerhalb ausreichend Wohnraum verfügbar.

"Beim Thema Wohnungsmarkt konzentriert sich die Diskussion meist einseitig auf die Metropolen", stellt Uwe Schramm, Sprecher der Wohnraumoffensive Münsterland, fest. "Doch auch im Münsterland ist der Wohnungsmarkt mittlerweile sehr eng." Dieser Mangel konzentriert sich allerdings nicht auf ein oder wenige Segmente des Markts. Vielmehr seien alle Teilbereiche betroffen: angefangen von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern bis hin zu Wohnungen mit besonderen Anforderungen wie Barrierefreiheit oder für einkommensschwache Menschen.

Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchungen lautet: Der Trend zum Bevölkerungswachstum der Region, die jetzt schon insgesamt mehr als 1,6 Mio. Menschen zählt, wird auch künftig anhalten. Und die Bedarfe an Wohnraum liegen weit über den derzeitigen Fertigstellungszahlen. Zudem gebe es nicht nur einen rein quantitativen Mangel, es zeigten sich zunehmend qualitative Defizite. Vor allem barrierearme und -freie Wohnungen fehlten, betonte Pestel-Studienleiter Matthias Günther.

"Wir schrumpfen nicht", erläuterte Uwe Schramm, Vorstandsvorsitzender der WohnBau. "Das einzige, was schrumpft, ist das verfügbare Bauland." So stapelten sich in den Rathäusern im Münsterland die Baulandanfragen für Einfamilienhäuser, die nicht befriedigt werden konnten.

Die Folge sind teilweise dramatische Preisanstiege für Wohnbauland: Zwischen 2011 und 2017 stiegen in der Stadt Münster die Bodenpreise von 290 Euro/m² auf 450 Euro/m². In mehr als der Hälfte der untersuchten Kommunen im Münsterland stiegen die Bodenpreise im zweistelligen Prozentbereich: In Warendorf um 52,2%, in Ochtrup um 35,3%, in Telgte um 38,7%. Das günstigste Bauland für nur 55 Euro/m² gab es in Hörstel.

Ganz ähnlich verhalten sich die Preise für Mietwohnungen. Auch hier sind in allen untersuchten Städten im Zeitraum 2011 bis 2017 Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich festgestellt worden. In Münster erreichten sie 9,20 Euro/m² (+17,3%). Die höchste prozentuale Mietpreissteigerung gab es in Beelen im Kreis Warendorf: Hier lag das Plus bei 26,% auf 5,76 Euro/m².

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