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Unternehmen | 23.05.2019

Aus IZ21/2019, S. 3

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Goldman Sachs übernimmt B&B Hotels

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
126 Hotels der Kette B&B mit mehr als 12.800 Zimmern gibt es derzeit in Deutschland.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Die US-Investmentbank Goldman Sachs will die französische Hotelkette B&B Hotels übernehmen. Der Kauf soll in der zweiten Hälfte 2019 vollzogen werden. Weltweit betreibt B&B derzeit 486 Budgethotels, 126 davon stehen in Deutschland.

Dem Vernehmen nach will Goldman Sachs etwa 2 Mrd. Euro für B&B auf den Tisch legen. Die Verhandlungen sind offenbar schon sehr weit gediehen. So weit, dass der derzeitige Eigentümer PAI Partners per Pressemitteilung "exklusive Verhandlungen" mit der US-Investmentbank bestätigte. Und B&B-Chef Fabrice Collet freut sich schon auf die neue Mutter. "Wir werden unseren Wachstumskurs an der Seite von Goldman Sachs fortsetzen", sagte der Manager Anfang dieser Woche in Paris.

Die französische Private-Equity-Gesellschaft PAI Partners hatte die Hotelkette vor drei Jahren für rund 790 Mio. Euro gekauft. Seitdem ist B&B kräftig gewachsen. 486 Hotels mit 42.832 Zimmern in zwölf Ländern gehören zum Portfolio. Inzwischen ist die Marke sogar in Brasilien präsent. Seit 2016 habe B&B jedes Jahr den Umsatz im Schnitt um 16% gesteigert. Seit dem Einstieg von PAI sei es gelungen, den Gewinn zu verdoppeln. Für 2018 meldete die Kette "Wachstum auf ganzer Linie": plus 18,2% beim Erlös, plus 14% mehr Betten, fast 500 neue Jobs weltweit.

In Deutschland ist B&B laut eigener Einschätzung der Marktführer im Segment Budgethotellerie; seit 2012 sei das Unternehmen dreimal stärker gewachsen als der Markt insgesamt. 126 Hotels mit mehr als 12.800 Zimmern betreibt die deutsche Tochter zurzeit. Deren Chef Max Luscher sieht die Übernahme durch Goldman Sachs positiv. "Wir sind daran interessiert, eigenständig zu bleiben und unser Geschäftsmodell weiter voranzutreiben", sagte er auf Anfrage der Immobilien Zeitung. Mit dem neuen Eigner könne B&B das Entwicklungstempo weiter forcieren, betonte Luscher.

Erklärtes Ziel sei es, in Deutschland jährlich mindestens 15 neue Häuser zu eröffnen. Gerade war Luscher in Gießen. In der mittelhessischen Unistadt soll bis Ende 2020 ein weiteres Hotel mit 90 Zimmern in Betrieb gehen. Mit den zusätzlichen Standorten wird das Portfolio von B&B bis Ende des Jahres insgesamt 138 Hotels in Deutschland umfassen. Mitte Mai ging ein Hotel in Jena in Betrieb (siehe "B&B eröffnet Herberge in Jena"), demnächst soll ein weiteres in Neuss folgen. Insgesamt eröffnet die Groupe B&B Hôtels 2019 mehr als ein Hotel pro Woche.

Auch in der Branche wird die Übernahme als sinnvoll bewertet. "Das wird weitere Wachstumsimpulse und eine Professionalisierung bringen", sagte Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany beim Maklerhaus CBRE. Mit ihrem Konzept könne die B&B-Gruppe in fast jeder Kleinstadt ein Hotel aufmachen, damit sei das Expansionspotenzial fast grenzenlos. Mit Goldman Sachs habe das Unternehmen dafür einen kapitalstarken Eigentümer an der Seite. Die Übernachtungstarife in den B&B-Hotels sind regional unterschiedlich. Eine Übernachtung im Einzelzimmer ist etwa in Berlin-Süd Genshagen ab 43 Euro buchbar, ein Doppelzimmer ist ab 54 Euro, ein Familienzimmer ab 75 Euro zu haben. Die Abkürzung B&B steht für Bed & Breakfast; Restaurants bieten die Häuser der Kette nicht.

Die Gruppe ging schon durch die Hände mehrerer Eigentümer. Die 1990 von der französischen Firma Galaxie gegründete Marke wurde 2003 durch den britischen Fonds Duke Street Capital übernommen, der sie 2005 an die französische Finanzholding Eurazeo weiterreichte. 2006 wurde Galaxie in Groupe B&B Hotels umfirmiert und vier Jahre später von dem US-amerikanischen Private-Equity-Fonds Carlyle Group mehrheitlich gekauft. 2016 erfolgte die Übernahme der Mehrheitsanteile durch das Private-Equity-Unternehmen PAI Partners - und noch in diesem Jahr wird wohl Goldman Sachs die neue Mutter sein. Insider glauben aber, dass auch das nur ein mittelfristig währendes Engagement sein wird.

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