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Karriere | 23.05.2019

Aus IZ21/2019, S. 2

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:

    Schluss mit Fortnite!

    Der Sohn von IZ-Redakteur Harald Thomeczek will Youtube-Star werden. Diese Flausen will er ihm austreiben. Besser, der Junge macht später was mit Immobilien. Viel Geld verdienen kann er da auch. Und der Wettbewerb ist nicht so groß.

    Urheber: Christof Mattes
    Harald Thomeczek.

    Urheber: Christof Mattes

    Mein Sohn hat einen klar definierten Berufswunsch: Er will Youtuber werden. Der Knabe hat gelesen, dass sein Lieblings-Youtuber - ein 27-Jähriger, der Eingeweihten unter dem Pseudonym Ninja bekannt ist - gut 500.000 USD im Monat verdient. Für alle, die Ninja nicht kennen: Der Bursche spielt das Shootergame Fortnite - und seine Fans dürfen ihm dabei online über die Schulter gucken. Das Spielprinzip ist schnell erklärt: 100 Kontrahenten landen auf einer einsamen Insel. Nur einer überlebt. Das Preisgeld für die Fortnite-Weltmeisterschaft im Juli in New York beträgt 30 Mio. USD.

    Mein Sohn treibt seine Fortnite-Karriere mit großem Engagement voran. Soweit ich als Laie das beurteilen kann, hat er sich echt gemacht. Seine Gegner haben es verdammt schwer, ihn auszuschalten - und er behält selbst immer öfter die Oberhand. Nur: Die Konkurrenz ist gewaltig. Im Monat spielen 78 Mio. Menschen auf der Welt Fortnite. Neulich haben 11 Mio. Leute gleichzeitig gezockt. Ob meinem Sohn unter diesen Vorzeichen wirklich eine große Karriere als Fortnite-Profi beschieden ist - mir kommen da Zweifel.

    Besser, mein Sohn macht später mal irgendwas mit Immobilien. Ich bin seit über zehn Jahren Immobilienjournalist. In dieser Zeit hat sich bei mir der Eindruck verfestigt: Wer in die Immobilienbranche geht, kann nicht viel falsch machen. Akademiker sollen, so höre ich, heute schon als Berufseinsteiger um die 50.000 Euro verdienen. Für Young Professionals sind 60.000 Euro keine Utopie. Und das sind nur Durchschnittswerte. Im Fonds- oder im Investmentmanagement, soll z.B. noch deutlich mehr drin sein.

    Okay, die Zahlen sind nicht mit den 500.000 USD vergleichbar, die Ninja u.a. mit den Abonnenten seines Youtube-Kanals scheffelt. Dafür ist in der Immobilienbranche der Wettbewerb nicht so groß: Als ich einen Personaler fragte, was das für Brains seien, die schon mit einem Bachelor üppige Einstiegsgehälter einstreichen, lautete die lapidare Antwort: "Das müssen keine Hochgebildeten sein. Der Markt ist sehr eng."

    Außerdem: 50.000 Euro direkt nach dem Studium - in anderen Berufen, in denen man auch nicht weniger Grips braucht, verdient man so viel erst mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung. Bis mein Sohn auf den Arbeitsmarkt kommt, dauert es noch. Eine Personalerin beruhigte mich: "Wir sehen sehr gute Zukunftschancen für die Immobilienbranche. Probleme, wie sie anderen Branchen drohen, der Autoindustrie z.B., können wir nicht erkennen." Ninja ist übrigens in der Quali für die Fortnite-WM rausgeflogen.

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