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Projekte | 16.05.2019

Aus IZ20/2019, S. 20

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

In Hamburg wächst ein Digitalquartier

Quelle: Interpol-Studios.com
Im kommenden Frühjahr soll der Digital Pavillon als Customized Smart Building eröffnen, das nur so viel Energie verbraucht, wie die Zahl der Anwesenden nötig macht.

Quelle: Interpol-Studios.com

Hamburg. Unweit des Hauptbahnhofs und nahe der Hafencity entsteht in den nächsten Jahren das Digitalquartier Hammerbrooklyn. Entwickler für das 200-Mio.-Euro-Projekt ist Art-Invest Real Estate. Nachdem es zwischen den Initiatoren zu Streitigkeiten über Ideen und Investitionen kam, wurde jetzt für den Digital Pavillon eine gemeinnützige Stiftung gegründet, die alle einbindet.

Auf ehemaligen Großmarktflächen entsteht neben den Deichtorhallen seit Anfang 2018 der Digitalstadtteil Hammerbrooklyn. Nach Angaben der Hamburger Wirtschaftsbehörde handelt es sich bei dem Projekt, dessen Investitionsvolumen auf 200 Mio. bis 250 Mio. Euro beziffert wird, um Deutschlands größtes privatwirtschaftliches Zukunftsprojekt. Auf dem über 2 ha großen Areal sollen Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft die digitale Transformation anpacken und voranbringen.

Auf einem etwa 5.000 m² großen Areal entstehen im ersten Bauabschnitt der Digital Pavillon und das Solution Building. Zum Digital Pavillon umgenutzt wird der ehemalige amerikanische Pavillon der Weltausstellung Expo 2015 in Mailand. Auf fünf Ebenen mit 7.600 m² BGF (6.800 m² NGF) sollen ab dem Frühjahr 2020 eine Townhall, ein Auditorium, Workshop, Coworking- und Cocreationflächen, Lehr- und Büroräume sowie Gastronomie zur Verfügung stehen. Auch Labore, eine Indoor-Haltestelle für autonom fahrende Elektrobusse sowie eine Werkstatt der Möglichkeiten namens "Maker Space" sollen im Digital Pavillon integriert werden. Im Solution Building sind weitere rund 3.000 m² für Coworking-, Büro- und Veranstaltungsflächen vorgesehen.

Bereits fertiggestellt ist hingegen die Hammerbrooklyn.Box, ein temporärer Bau aus Seecontainern neben der Oberhafenbrücke. Er dient als eine Art Betaphase des Projekts. Künftige Mieter wie die Deutsche Bahn, die Hamburger Hochbahn oder das Organisationsteam für den ITS-Weltkongress in Hamburg 2021 geben Einblicke in ihre Arbeit. ITS steht für Intelligent Transport Systems. Der Kongress beschäftigt sich mit der Zukunft der Mobilität, die mit dem Thema Smart City auch Schwerpunkt von Hammerbrooklyn sein soll.

Spätestens am 1. Januar 2025 wird die zweite Bauphase starten. In vier oder fünf Gebäuden sind weitere 40.000 bis 50.000 m² vorgesehen. Für die Entwicklung der zweiten Bauphase wird im Herbst dieses Jahres eine Ideenmeisterschaft ausgelobt, ein städtebauliches und architektonisches Workshopverfahren mit nationalen und internationalen Architekturbüros sowie Digitalisierungs- und Zukunftsexperten.

Eigentlich sollte der Pavillon bereits in diesem Jahr eröffnet werden. Doch ein Streit unter den Initiatoren und Beteiligten lähmte den Fortgang. Als Initiatoren des Projekts gelten Mathias Müller-Using, Partner beim Hamburger Architektur- und Designbüro Interpol-Studios, Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), sowie Björn Bloching, Digitalchef bei Roland Berger. Sie nahmen 2016 Kontakt mit der Stadt auf - mit Erfolg.

Am 20. März 2018 schloss die Stadt einen Erbbaurechtsvertrag über 105 Jahre zur Realisierung des Digitalen Campus mit Hammerbrooklyn Immobilien ab. Müller-Using hatte die Gesellschaft Ende 2016 mit Art- Invest und dem früheren Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein gegründet. Nicht mit im Boot waren jedoch das HWWI, das als wissenschaftlicher Projektpartner die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft organisieren sollte, sowie Bloching.

In der vergangenen Woche nun wurde die Gründung einer Stiftung durch die Stadt Hamburg sowie Art-Invest verkündet, die 10% am Gesamtprojekt Hammerbrooklyn Digital Campus halten und damit den nachhaltigen Betrieb des Digital Pavillon sichern soll. Dem parteilosen, neuen Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gelang damit, nicht nur den Einfluss der öffentlichen Hand im Projekt zu verankern, sondern auch das HWWI und Bloching als Stifter zurück ins Boot zu holen.

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