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Unternehmen | 16.05.2019

Aus IZ20/2019, S. 11

Von Harald Thomeczek und Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Metro will real-Verkauf an redos bis Ende Juli durchziehen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Für mindestens drei Jahre noch wird Metro am operativen real-Geschäft beteiligt bleiben.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Überraschend meldet sich das aus den Verkaufsverhandlungen um real ausgescherte redos-Konsortium zurück. Mit ihm verhandelt Metro-Chef Olaf Koch nun exklusiv, im Sommer soll der Deal in trockenen Tüchern sein. Metro wird einen Minderheitsanteil von 24,9% allerdings erst in drei Jahren loswerden.

Am Vorabend der Verkündung seiner Halbjahreszahlen vergangene Woche überraschte der Düsseldorfer Metro-Konzern mit der Mitteilung, dass über den Verkauf der SB-Warenhauskette real ab sofort exklusiv mit dem Konsortium rund um den Einzelhandelsimmobilienspezialisten redos verhandelt wird. Der hatte sich zwischenzeitlich aus dem Bieterwettstreit verabschiedet und dem Investor x + bricks das Feld überlassen. An dessen Seite stand Kaufland für den Betrieb von bis zu 130 der 279 real-Märkte bereit.

Die Exklusivität gilt bis Ende Juli, bis dahin soll der Verkaufsprozess abgeschlossen sein, die Zustimmung u.a. der Kartellhüter vorausgesetzt. Nun steht erst einmal eine ausführliche Due Diligence an. "Es handelt sich nicht um eine Vertragsvereinbarung oder gar um einen unterschriftsreifen Vertrag", erläuterte Metro-Chef Olaf Koch vergangenen Donnerstag im Rahmen der Halbjahrespressekonferenz den Stand der Verhandlungen.

Metro soll zunächst mit 24,9% am operativen Geschäft beteiligt bleiben. Zwar bedeutet das, dass der Düsseldorfer Großhändler die Kontrolle über real abgibt und die Kette nur noch als Finanzbeteiligung bilanzieren muss. Dennoch ist dieser Zwischenstand ein Wermutstropfen für all jene Aktionäre, die auf einen deutlichen Schlussstrich unter das Geschäft mit den notorisch schwächelnden SB-Warenhäusern gesetzt hatten. Die Börse zeigte sich jedenfalls wenig begeistert, der Metro-Aktienkurs rutschte am Tag nach der Exklusivitätsankündigung um gut 7% ins Minus. Frühestens in drei Jahren könnte sich Metro endgültig von real trennen. Das sei dann aus Kochs Sicht fest vorgesehen, betonte er, "um das Kapitel real zum Abschluss zu bringen." Metro bleibe auf den ausdrücklichen Wunsch der Verhandlungspartner vorerst am operativen Geschäft der Handelskette beteiligt.

Für den Großhandelskonzern ergäbe sich, wenn der aktuelle Verhandlungsstand Realität würde, ein "vorläufiger Mittelzufluss" von rund 500 Mio. Euro. Das finanzielle Rückschlagpotenzial durch die Minderheitsbeteiligung an real und damit an künftigen operativen Verlusten bezeichnete der Metro-Chef als "marginal", das Risiko werde vertraglich limitiert. Den Unternehmenswert der SB-Warenhauskette inklusive Verschuldung bezifferte er auf 1 Mrd. Euro. Im Paket enthalten sind ca. 80 Immobilien, darunter 65 real-Märkte. Allein den Buchwert dieser Gebäude hatte Metro zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahrs noch mit 900 Mio. Euro angegeben. In seinem Halbjahresabschluss wird der Handelskonzern nach Aussage von Finanzchef Christian Baier jedoch 385 Mio. Euro an Wertminderungen auf das real-Geschäft vornehmen. Damit werde den in den Vorverhandlungen tatsächlich eingegangenen Angeboten Rechnung getragen, sagte Baier.

Das redos-Konzept sieht laut Metro nicht nur "umfangreiche Investitionen" vor, sondern auch eine "Anpassung des Filialnetzes". Oliver Herrmann, Geschäftsführer von redos, erklärte dazu: "Wir kennen real seit vielen Jahren, u.a. auch als Vermieter von real-Standorten. Unsere Kompetenz wollen wir gemeinsam mit der real-Geschäftsführung nutzen, um das Filialnetz erfolgreich neu auszurichten. Bei Standortabgaben legen wir großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter übernommen werden."

Eine Bestandsgarantie für die Filialen und eine Übernahmegarantie für die Mitarbeiter klingt jedenfalls anders. Wie viele Filialen an andere Betreiber abgegeben oder komplett geschlossen werden könnten, ist völlig offen. "Jede Zahl, die ich heute dazu nennen könnte, wäre falsch", sagte Koch. "Es ist aber klar, dass es strukturelle Anpassungen geben muss." Für das redos-Konsortium habe Metro sich vor allem entschieden, weil der Verhandlungspartner Immobilien- und Handelskompetenz mitbringe und zudem bereit sei, sensibel mit den Belangen der real-Mitarbeiter und den kartellrechtlichen Risiken umzugehen. Neben redos gehören Morgan Stanley und ECE zum Konsortium. Ein Lebensmitteleinzelhändler sitzt dagegen angeblich nicht mit im Boot. "Der Handelspartner des Konsortiums sind wir", betonte Koch.

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