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Politik | 16.05.2019

Aus IZ20/2019, S. 8

Von Daniel Rohrig

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundestag, CSU, SPD, CDU, Bundesverband Crowdfunding
  • Personen:
    Volker Wohlfarth, Jamal El Mallouki

Crowdinvesting wird leichter

Die Große Koalition setzt Anlagegrenzen und Schwellen des Crowdinvestings herauf. Eine Schwarmbeteiligung durch GmbHs soll es aber weiter nicht geben.

Der Finanzausschuss von CDU, CSU und SPD hat dem Bundestag eine Be- schlussempfehlung zu Erleichterungen für Privatanleger beim Crowdinvesting vorgelegt. Der Kompromiss sieht im Einzelnen vor, die Schwelle für prospektfreie Vermögensanlagen von 2,5 Mio. auf 6 Mio. Euro anzuheben. Darüber hinaus erstreckt sich die Schwelle der Prospektpflicht in Zukunft auf einen Zeitraum von zwölf Monaten. Das Limit für einzelne Anleger, in ein Crowdprojekt zu investieren, steigt von 10.000 Euro auf 25.000 Euro. Weist ein Anleger nach, dass er über ein frei verfügbares Einkommen von mehr als 100.000 Euro verfügt, kann er demnächst einen höheren Einzelbeitrag für ein Projekt einbringen.

Professionelle Anleger können sich zukünftig an Crowdinvestingprojekten über eine GmbH & Co. KG beteiligen. Für diese gelten die Einzelanlageschwellen nicht. Der Bundesverband Crowdfunding ist mit diesen neuen Möglichkeiten grundsätzlich zufrieden: "Der Bundestag stellt die richtigen Weichen für die Crowdinvestingbranche", sagt Vorstandschef Jamal El Mallouki. Volker Wohlfarth, Geschäftsführer der Crowdinvestingplattform Zinsbaustein, hätte sich allerdings noch mehr Offenheit bei den Anlagegrenzen gewünscht: "Nach unseren Analysen sind private Anleger bereit, im Einzelfall weitaus mehr über ein Crowdinvestingportal zu investieren." Eine Limitierung könne die Investitionsbereitschaft einschränken.

Unangetastet bleibt das Verbot, sich via Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) an Projekten zu beteiligen. Über diese weiter bestehende Schranke zeigte sich der Bundesverband in einer Erklärung "enttäuscht". Einerseits werde in der Politik von vielen Seiten mehr privates Engagement bei der Förderung von Innovationen gefordert. Auf der anderen Seite werde genau dies "ohne eine nachvollziehbare Begründung und ausgerechnet bei der Rechtsform der GmbH unterbunden", monierte Verbandsvorstand Tamo Zwinge. "Das ist ein Nachteil für die Unternehmensfinanzierung in Deutschland."

Die Beschlussempfehlung liegt nun im Bundestag, der die Änderungen noch formell beschließen muss. Das gilt wegen der stabilen Mehrheit der Großen Koalition allerdings als Formsache.

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