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Unternehmen | 02.05.2019

Aus IZ18/2019, S. 4

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Weiter Streit um Insolvenz der WGF

WGF-Insolvenzverwalter Biner Bähr führt noch diverse zivilrechtliche Verfahren gegen ehemalige Führungskräfte, Geschäftspartner und Dienstleister des Unternehmens. Das zeigt ein Rundschreiben an die Anleihegläubiger.

Bähr selbst verweigert eine Stellungnahme zu seinen Aktivitäten. Dem Anlegerschreiben zufolge ficht Bähr u.a. die Zahlung einer Vergütung an den früheren Aufsichtsrat Pino Sergio über rund 267.400 Euro an. Bähr plane, den Anspruch gerichtlich geltend zu machen und werde dies "im Wege der Prozesskostenhilfe kurzfristig veranlassen", heißt es. Auf Anfrage lässt Sergio hierzu durch seine Anwälte mitteilen, dass die Voraussetzungen für eine Anfechtung nicht vorlägen.

Außerdem habe Bähr gegen die zwei ehemaligen WGF-Vorstände Sergio und Paul Zimmer Ansprüche wegen Masseschmälerungshaftung "im Vorfeld des ersten Insolvenzverfahrens in den Jahren 2012/2013 in Höhe von insgesamt rund 22,45 Mio. Euro" geltend gemacht, heißt es in dem Schreiben an die Anleger weiter. Um die Klage zu finanzieren, habe Bähr Prozesskostenhilfe (PKH) beantragt. Die Anwälte Sergios betonen diesbezüglich, der Ausgang des Klageverfahrens sei "völlig offen", und verweisen auf eine Stellungnahme des Gerichts, in der es die Erfolgsaussichten des PKH-Antrags kritisch sehe.

Noch weiter zurück datiert der Anlass für den dritten Punkt, in dem Bähr gegen die zwei früheren WGF-Vorstände sowie die damaligen Aufsichtsräte laut dem Schreiben vorgeht: Es geht um angebliche Bilanzmanipulationen im Zusammenhang mit der Erhöhung des Grundkapitals der WGF AG im Jahr 2007. "Nachdem alle Anspruchsgegner die Ansprüche zurückgewiesen haben, wurden seitens des Insolvenzverwalters zunächst zur Verjährungshemmung entsprechende Prozesskostenhilfeanträge ... gestellt." Hierzu nehmen die Anwälte Sergios ebenfalls Stellung: "Der Vorwurf der Bilanzmanipulation gegen unseren Mandanten ist uns gänzlich unbekannt".

Die Gesamtkosten des Insolvenzverfahrens schätzt Bähr, so das Anlegerschreiben weiter, auf rund 350.000 Euro. Mit einem Abschluss des Verfahrens sei nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen. Den Anleihegläubigern wolle er keine Hoffnung machen, dass sie aus ihren angemeldeten Forderungen noch mit einer Quote bedient werden können.

Laut Einschätzung des Nieding+Barth-Anwalts Andreas Lang, eines der gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger, sind aktuell nur noch die vom Treuhänder zurückgehaltenen 1 Mio. Euro für mögliche Zahlungen an die Gläubiger verfügbar. Mehr Geld sei nur zu erwarten, falls Bähr seine Prozesse gewinne.

Neben den Ansprüchen gegen die Ex-Manager treibt Bähr noch drei weitere Verfahren voran. Zwei richten sich gegen Firmen, die angeblich Zahlungen der WGF AG zum Ausgleich von Verbindlichkeiten der Ilse Bau und Planung vereinnahmten, ein drittes gegen einen Wirtschaftsprüfer mit dem Vorwurf der Beratungsfehler. Hier ist ein Berufungsverfahren anhängig.

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