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Finanzen | 02.05.2019

Aus IZ18/2019, S. 2

Von Tim Bütecke

In diesem Artikel:

Vorsicht beim Krypto-Kauf

Tim Bütecke, Geschäftsführer des Hamburger Finanzhauses, weist auf die Risiken hin, die ein Immobilienkauf via Kryptowährung mit sich bringt. Denn die Kurse von Bitcoins, Twinkle & Co. sind viel volatiler als Immobilienwerte.

Quelle: Hamburger Finanzhaus
Tim Bütecke.

Quelle: Hamburger Finanzhaus

Kaufen wir bald unsere Immobilien mit Bitcoin, Ether und Co.? In Miami, Dubai und New York ist das bereits Usus. Und auch vor Deutschland macht dieser Trend nicht halt: So wechselte im beschaulichen Meerane (Sachsen) eine vermietete Eigentumswohnung für 21 Mio. Twinkle den Besitzer. Damit wurde erstmals der komplette Kaufpreis für eine Immobilie in Deutschland mit digitalem Geld bezahlt.

Bisher ist in Deutschland eine Immobilientransaktion in viele einzelne Schritte unterteilt: Maklervertrag, Besichtigung, Vorvertrag, Notartermin, Grundbucheintragung, Zahlung. Bei vielen dieser Schritte halten Intermediäre die Hand auf. Und genau hier können Kryptowährungen - Datenbanken in BlockchainTechnologie und eine passende Infrastruktur vorausgesetzt - eine entscheidende Rolle spielen, indem sie gebührenpflichtige Dienstleistungen ersetzen.

Eines der größten Risiken für Krypto-Besitzer sind die stark schwankenden Kurse. Der Vorrat einer bestimmten Kryptowährung wie zum Beispiel Bitcoin ist begrenzt. Die steigende Nachfrage lässt den Preis rasant steigen und ebenso schnell wieder abstürzen, sobald das Interesse nachlässt. Digitale Währungen begeisterten in den vergangenen Jahren die internationale Finanzszene mit rasanten Kursgewinnen, nur um dann ihre extreme Volatilität zu zeigen. In weniger als einem Jahr ist zum Beispiel Bitcoin um rund 75% abgestürzt - von 15.500 Euro auf 3.450 Euro (Stand: 12. März 2019). Und bis dato sind die Währungen weder reguliert noch als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Auf Immobilientransaktionen übertragen heißt das ganz klar: Binnen kürzester Zeit kann der Verkäufer mehr oder weniger wertvolle Bitcoins in seiner Wallet haben. Der Immobilienkäufer hingegen besitzt immer noch den eigentlichen Wert der gekauften Immobilie und ist keinen extremen Schwankungen ausgesetzt.

Kryptowährungen haben bis dato keinen fundamentalen Wert. Es besteht nur die Erwartung der Krypto-Anhänger, dass der Wert irgendwann zu Tauschzwecken genutzt werden kann. Das funktioniert aber nur so lange, wie andere auch daran glauben. Der Wert einer Kryptowährung resultiert also nur aus der Erwartung, dass der Staat irgendwann nicht anders kann, als regulierend einzugreifen, weil sie so viele Menschen nutzen. Doch solange der Staat nicht eingreift, ist der Immobilienkauf mit Kryptowährungen theoretisch zwar möglich, aber für den, der die Kryptowährung erhält, ein Spiel mit dem Feuer. Extrem hohe Risiken bis hin zum Totalverlust sind nicht ausgeschlossen.

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