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Unternehmen | 25.04.2019

Aus IZ17/2019, S. 15

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Corpus Sireo
  • Personen:
    Martin Eberhardt
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro, Gewerbe allgemein

Corpus Sireo sieht die Bedeutung von CREM wachsen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Martin Eberhardt ist seit Mai 2018 Geschäftsführer von Corpus Sireo Real Estate. Unternehmensimmobilien sind sein Steckenpferd.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die Bedeutung von Corporate Real Estate Management (CREM) ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, berichtet Martin Eberhardt, Geschäftsführer von Corpus Sireo Real Estate. Ein Grund dafür seien die zunehmenden Flexibilitätsanforderungen der Nutzer.

Eberhardt spricht von einem "signifikanten Bedeutungszuwachs" des CREM. In den 1990er Jahren hatten die Unternehmen begonnen, Daten über ihre Immobilienbestände zu erheben. Danach folgten im großen Stil der Verkauf und die Vermietung nicht betriebsnotwendiger Flächen. Der Flächenverbrauch pro Mitarbeiter wurde reduziert. "Das "CREM war lange vom Ziel der Kosteneinsparung geprägt", weiß Eberhardt. Das habe sowohl für die Lage als auch für die Ausstattung und die Qualität der Immobilien gegolten.

"Später stieg dann die Bedeutung der Nachhaltigkeit an", führt Eberhardt aus. Plötzlich spielten Energie-, Wasser- und Müllverbräuche eine Rolle. Die Bauherren achteten darauf, umweltverträgliche Baumaterialien zu verwenden, kümmerten sich um die Begrünung von Dächern. Erste Nachhaltigkeitszertifikate wurden verliehen.

Den größten Bedeutungssprung machte das CREM dem Corpus-Sireo-Geschäftsführer zufolge jedoch in den vergangenen Jahren. Gerade die Flexibilitätsanforderungen an das Workplacemanagement seien "dramatisch angestiegen". Das Spannungsfeld zwischen dynamischer Unternehmenswelt und statischer Immobilie habe sich verschärft.

Einen zusätzlichen Schub erhalte dieser Trend durch die modernen technischen Möglichkeiten wie das Erfassen von Raum- und Arbeitsplatzbelegungen mittels Sensorik. Daneben werden in Gebäuden zunehmend Nutzungen wie Arbeiten, Wohnen, Essen und Freizeit vermischt, was in Coworking- und Colivingkonzepte mündet. Gleichzeitig werden Homeoffice-Konzepte häufiger akzeptiert. Außerdem teilen sich Unternehmen vermehrt Flächen mit anderen Betrieben. "Die Sharing Economy macht auch vor der Immobilienwirtschaft nicht Halt", sagt Eberhardt.

Im War for Talents seien die Unternehmen zudem stark daran interessiert, ihren Mitarbeitern attraktive Arbeitswelten zu bieten. "Immobilien schaffen Identität und werden für Unternehmen als Instrument der kulturellen Transformation genutzt", betont Eberhardt. Er stellte beim CREM zuletzt eine deutliche Fokusverschiebung von Kosten und Quantität zur Qualität fest.

Dennoch läuft aus Sicht des Geschäftsführers hierzulande bei den Unternehmensimmobilien immer noch vieles nicht optimal. Mehr als 80% der DAX- und MDAX-Unternehmen verfügten über ein Immobilienvermögen in Milliardenhöhe, dessen Potenzial nicht ausreichend genutzt werde. Die Produktion wandle sich vielerorts von der schweren zur leichten Industrie.

"Bewirtschaftungskosten und Flächennutzung sind oft zu hoch oder suboptimal - hier kann man jährlich Millionen Euro einsparen", sagt Eberhardt. In Zeiten sich rasant verändernder Produktionsabläufe noch auf riesige Bestände eigener Immobilien zu setzen, sei häufig nicht empfehlenswert. So stellten die immobilienrelevanten Kosten mit 10% bis 20% in vielen Unternehmen einen der größten Kostenblöcke dar.

"Während in der Produktion um den Cent gerungen wird, verliert man oft den Fokus auf einen der größten Kostenblöcke, nämlich den der Immobilien", warnt der Geschäftsführer. Viele Unternehmensimmobilien seien in den Bilanzen zu hoch bewertet, technisch veraltet und müssten mit erheblichem Aufwand modernisiert werden. "Dieses Kostenszenario haben bislang nur wenige eingepreist."

Corpus Sireo Real Estate bietet seinen Kunden im CREM ein breites Leistungsspektrum an. Große Unternehmen, die meist über eigene CREM-Abteilungen verfügen, fragen davon in der Regel einzelne Module nach. Anders sieht es beim Mittelstand aus, der trotz ebenfalls erheblicher Immobilienbestände meist nur über ein technisches Gebäudemanagement verfügt. Der Mittelstand vergibt deshalb eher Komplettpakete an den Dienstleister. Corpus Sireo Real Estate beginnt dann mit einer Bestandsaufnahme und versucht zunächst herauszufinden, welche Ziele der Kunde verfolgt. Dann wird z.B. ermittelt, ob die Bestandsimmobilien an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden können, oder ob eher deren Verkauf ratsam ist.

Das Faible für Unternehmensimmobilien kommt bei Erberhardt, der seine Geschäftsführerposition bei Corpus Sireo Real Estate seit Mai 2018 innehat, nicht von ungefähr. Er hatte 1991 an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg eine Diplomarbeit abgegeben, die sich mit dem betrieblichen Immobilienmanagement befasste. Später arbeitete er dann bei einer Metro-Tochter und bei Daimler-Benz in diesem Segment.

Der in diesem Jahr erfolgte Verkauf der Property-Management-Sparte von Corpus Sireo an Strabag Property and Facility-Services hat Eberhardt zufolge keinerlei Auswirkungen auf das CREM-Geschäft des Unternehmens (siehe "Strabag übernimmt Corpus-PM", IZ 11/19).

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