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Projekte | 11.04.2019

Aus IZ15/2019, S. 26

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Am Jungfernsee entsteht ein Nobelviertel

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke
Urbane Sandwüste: Während auf einigen der 150 Parzellen schon der Rasen gemäht wird, legten andere erst den Grundstein.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke

Potsdam. Alles verkauft, lacht Klaas Vollbrecht vom Vorstand des Immobiliendienstleisters Asenticon. Im Angebot hatte er 150 Wohnbauparzellen am Ufer des Jungfernsees auf dem sogenannten Plattner-Campus im Norden der Landeshauptstadt.

Für das Entree des noblen Campus hat der Berliner Bauherr SMB Copia Invest vergangene Woche den Grundstein für 69 Wohnungen in zwölf Stadtvillen gelegt. 38 Mio. Euro wollen die Geschäftsführer Itay Medalya und Shalom Ben Ezra bis zum Jahr 2020 in das Projekt pumpen. Und der Verkauf läuft gut, heißt es beim Vermarkter Thorn Immobilien. Dabei sind die Wohnungen auf dem 17.000 m² großen Grundstück alles andere als preiswert, was der Wasserlage geschuldet ist. Verkauft werden die zwischen 65 und 144 m² großen Wohnungen ab 5.00 Euro/m².

Die jetzt begonnenen Häuser der SMB Copia sind das größte Neubauprojekt auf dem Areal, doch mitnichten das erste. Fleißig wird auf vielen Parzellen gehämmert und geschraubt, während andere Familienväter hinter ihren kurzen, spirreligen Hecken schon den Rasen mähen. Gemein ist der wachsenden Nachbarschaft aber: Quadratische, praktische, einfache Fertighausteile fanden keine Verwendung. "Wir haben Bauformen vorgegeben, drei renommierte Architekturbüros Prinzipien formulieren lassen", erzählt Vollbrecht, der die Parzellen im Auftrag des Software-Milliardärs Hasso Plattner verkauft hat. Die meisten Erwerber hätten sich daran gehalten, "mit wenigen Ausrutschern". Herausgekommen sind auch ohne Gestaltungssatzung meist ansehnliche Eigenheime, durchsetzt mit grellweißen Kästen, bei denen der Architekt die Fenster vergessen zu haben scheint, sowie protzigen Villen mit Türmchen. SMB-Copia-Entwürfe stammen aus dem Hause Hilmer Sattler Architekten.

Der Campus am Jungfernsee ist Teil des SAP Innovation Centers. Hier lässt der Gründer der Softwareschmiede die am Hasso-Plattner-Institut erforschten Technologien in marktfähige Produkte übersetzen und verkaufen. Rund um die beiden modernen, verglasten Gebäude hat Vollbrecht Gewerbegrundstücke an die IT-Branche verkauft. Übrig ist noch ein Stückchen Land, das er für 300 bis 350 Euro/m² verkaufen will - sofern ein attraktiver Eigennutzer um die Ecke kommt. "Eile hat das nicht." Eile hatte dagegen der Bau des Kindergartens für die später einmal geschätzt 450 Bewohner, die idealerweise hüben arbeiten und drüben wohnen sollen. Und beeilt, eines der letzten noch unbebauten Grundstücke zu ergattern, hat sich jetzt auch die Bremer Firma Interhomes, die Ende März 4.400 m² Bauland für zwölf Doppelhaushälften gleich neben ihrem Petri-Quartier mit 36 doppelten Häuschen fand.

Während die Bauherren ihren Grundstein legen, dreht die Straßenbahn gemächlich ihre Schleife. Seit 2018 bindet sie den Campus an die Innenstadt an. Mitfahren kann auch der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt, Jann Jakobs (SPD), der sich als einer der Ersten eine Parzelle ziemlich weit vorne am Wasser sicherte.

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