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Märkte | 11.04.2019

Aus IZ15/2019, S. 23

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Aengevelt hält sinkende Mieten für "Unfug"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Frankfurt werden tausende Mietwohnungen gebaut (hier das Hafenpark-Quartier), aber zu wenige, um sinkende Mieten auszulösen, glaubt Wulff Aengevelt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Frankfurt. Von bald stagnierenden oder gar sinkenden Wohnungsmieten, wie sie empirica für die deutschen Top-sieben-Standorte für möglich hält, möchte Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt, nichts wissen. Dafür würden viel zu wenige Wohnungen gebaut.

Nach dem empirica-Paper "Don‘t panic, der Mietenwahnsinn geht zu Ende" ist die Fertigstellungslücke für zusätzlich benötigte Wohnungen in den sieben deutschen A-Städten, zu denen Frankfurt zählt, von 51.000 auf insgesamt 7.000 Wohnungen gesunken. "Sobald auch die verbleibende Lücke geschlossen sein wird, dürfte der Mietanstieg in den betroffenen Städten zum Erliegen kommen", schreibt empirica und verweist auf das Rekordniveau der Baugenehmigungszahlen (siehe Artikel "Ende der Mietpreisspirale").

Wulff Aengevelt bezeichnet die Prognose als "irreführend" und als "Unfug". Frankfurt benötige künftig nach den Berechnungen des Maklerunternehmens im Jahr 9.200 Wohnungen. Zwar hat sich die Zahl der Fertigstellungen seit dem Jahr 2011 mehr als verdreifacht. Dennoch wurden im vergangenen Jahr inklusive Umbauprojekten nur 6.500 Einheiten fertiggestellt. Die Lücke betrug damit allein für Frankfurt 2.700 Wohnungen. Eine künftige Entspannung sehen die Berater nicht. Für das laufende Jahr erwarten sie eine Fertigstellungszahl von 6.800 Wohnungen. Insgesamt stünden in der Stadt derzeit 423.000 Privathaushalten 380.000 verfügbare Wohnungen gegenüber. Das Defizit beträgt also 43.000 Wohnungen. In Berlin, mit seinen 3,7 Mio. Einwohnern etwa fünfmal größer als Frankfurt, belaufe sich das Defizit auf 160.000 Wohneinheiten.

Die Knappheit und die hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hätten in Frankfurt weiterhin einen Anstieg des Miet- und Kaufpreisniveaus von Wohnimmobilien zur Folge, erwartet Aengevelt. Im Vergleich zu 2017 hatte sich die durchschnittliche Angebotsmiete 2018 im Wohnungsneubau von 13,58 Euro/m² um knapp 3% auf 13,96 Euro/m² erhöht. Im Gesamtbestand betrug der Anstieg gut 3% auf 12,78 Euro/m². Aengevelt beruft sich dabei auf Zahlen von Empirica und des Hessischen Statistischen Landesamts. "Gegen den Preisanstieg hilft auch keine Mietpreisbremse", glaubt Wulff Aengevelt. Der Gesetzgeber sei vielmehr gefragt, Anreize für Wohnimmobilienentwickler zu schaffen. Die Kaufpreise für Frankfurter Neubauwohnungen seien im selben Zeitraum in der Spitze von 9.500 Euro/m² um 13% auf 10.750 Euro/m² gestiegen, die Durchschnittspreise von 5.500 Euro/m² um 14% auf 6.250 Euro/m². Hierbei stammen die Daten ebenfalls vom Statistischen Landesamt sowie von bulwiengesa.

Aengevelt betont den starken Bevölkerungszuwachs der Stadt. Die Frankfurter Einwohnerzahl habe Anfang dieses Jahres einen Rekordwert von 753.000 erreicht. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl auf 841.000 Einwohner anwachsen.

Rückläufig war 2018 in Frankfurt allerdings der Geldumsatz mit Eigentumswohnungen. Dieser gab Aengevelt zufolge um 8% von 1,54 Mrd. Euro auf 1,41 Mrd. Euro nach. Dennoch liege der Wert 22% über dem Mittel der Jahre 2008 bis 2017 und sei der vierthöchste Wert der vergangenen 25 Jahre. "Hier spiegelt sich die hohe Nachfrage nach Wohnungen wider", kommentiert der Makler.

Preisanstiege erwartet für den Frankfurter Markt auch das Beratungsunternehmen von Poll. Besonders hoch sei die Nachfrage nach kleinen Wohnungen. "Lagen Neubauwohnungen 2012 im Schnitt noch bei einer Größe von rund 106 m², so liegt dieser Wert 2018 nur noch bei 72 m²", teilt von Poll mit.

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