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Projekte | 11.04.2019

Aus IZ15/2019, S. 21

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Butzweilerhof wird jetzt auch zum Büroquartier

Quelle: HPP Architekten
Zwei der drei Baukörper des kite hat die Sparkasse KölnBonn angemietet.

Quelle: HPP Architekten

Köln. In den Köpfen der meisten Kölner ist Butzweilerhof vor allem ein Wohnstandort. Das ist nicht ganz richtig, denn gleich vier Unternehmen haben sich zusammengeschlossen, um eine Quartiersentwicklung im Bürosegment zu realisieren. Die Sparkasse KölnBonn ist einer der Großmieter.

Gleich eine Handvoll Büroprojekte starten im Moment am Butzweilerhof im Kölner Stadtteil Ossendorf. Der Zeitpunkt scheint ideal, denn der Kölner Büroflächenmarkt ist aktuell so gut wie leer gefegt. Die Leerstandsquote lag zum Jahreswechsel bei ungesund niedrigen 3,6% und dürfte im ersten Quartal noch unter diesen Wert gesunken sein.

Und so verwundert es auch nicht weiter, dass eines der Projekte mit einem Paukenschlag von sich reden macht: Für den Bürokomplex kite der Aachener Gesellschaft Landmarken, der zwischen der Rudi-Cohn-Straße und der Butzweilerhof-Allee entstehen wird, hat die Sparkasse KölnBonn einen Mietvertrag über rund 16.000 m² abgeschlossen. Das Kreditinstitut wird zwei der drei geplanten Gebäudeteile belegen, um hier seinen Sparkassen-Campus unterzubringen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 25 Jahren und wurde vom Kölner Maklerunternehmen Larbig & Mortag vermittelt. Für Landmarken war die Sozietät Rotthege Wassermann aus Düsseldorf, für die Sparkasse die Sozietät Görg Rechtsanwälte aus Köln beratend tätig.

Aktuell warten die Aachener auf die Baugenehmigung. Landmarken rechnet damit, im vierten Quartal dieses Jahres mit den Bauarbeiten starten zu können. Das insgesamt rund 23.000 m² messende Projekt plus Parkhaus soll bereits Mitte 2021 fertiggestellt sein. In unmittelbarer Nähe ist zudem ein Hotel mit 160 Zimmern geplant. Landmarken strebt für das kite eine Zertifizierung nach den Standards der DGNB "mindestens in Gold" an.

Nesseler Grünzig, das Unternehmen kommt ebenfalls aus Aachen, wird das Büroobjekt HangarOne errichten. Das Projekt misst 8.250 m² Mietfläche, von denen bereits über die Hälfte "fest versprochen" sei, heißt es bei Nesseler Grünzig. Bis 2020 soll die nach neuesten energetischen Standards geplante Immobilie nebst einem Parkhaus für 137 Pkw errichtet werden. Mit der Vermarktung des Projekts ist RheinReal Immobilien aus Köln beauftragt.

Ein weiterer Entwickler am Butzweilerhof ist Lang & Cie. mit dem Vorhaben Volaero. Auf einem 8.644 m² großen Grundstück soll das Bürohaus mit rund 15.000 m² BGF und sechs Etagen zuzüglich eines Staffelgeschosses entstehen. Außerdem ist ein Parkhaus mit 340 Stellplätzen geplant. Die Architektur stammt von KSP Jürgen Engel aus Frankfurt. Mit der Vermietung ist BNPPRE betraut.

Vor wenigen Wochen schließlich erwarb die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein für rund 3,5 Mio. Euro ein Baugrundstück auf dem "Butz", wie der Butzweilerhof bei den Kölnern heißt. Das neue Gebäude soll rund 400 Arbeitsplätze bieten. Der Baubeginn ist im kommenden Jahr geplant, Anfang 2022 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Die Geschichte des Standorts Butzweilerhof reicht weit zurück und ist immer spannend gewesen. So entstand am Butz 1911 der erste Flughafen der Stadt Köln. Hier starteten und landeten Propellermaschinen und Zeppeline. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er militärisch von den Besatzungsmächten und später der Nato genutzt. Gleichzeitig begann der Bau des Konrad-Adenauer-Flughafens zwischen Köln und der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Ab 1980 suchte die Fläche des dann stillgelegten Flughafens nach einer neuen Nutzung und wurde am 15. November 1980 durch Papst Johannes Paul II. bekannt, der auf dem ehemaligen Flugfeld eine Heilige Messe vor 380.000 Zuschauern feierte.

Einen ersten großen Schub bekam die Nachnutzung des Butz durch die Ansiedlung von RTL in Köln. Der Privatsender suchte in der Stadt nach geeigneten Studioflächen. Und so entstand zunächst in Hürth auf dem Areal der früheren Firma Kran Bauer eine Studiolandschaft für RTL-Abendshows wie "Der Preis ist heiß" oder "Alles nichts oder". Die Hürther Studios wurden von MMC betrieben.

Als dort keine Expansionsmöglichkeiten mehr vorhanden waren, schaute man sich nach neuen Flächen um und landete auf dem Butzweilerhof im Stadtteil Ossendorf. 1999 wurde das Coloneum mit rund 20 Studios und anderen technischen Einrichtungen eröffnet. Später ging das Coloneum an einen Oppenheim-Esch-Fonds, dem die Flächen bis Ende 2011 gehörten. Nach einigem Hin und Her ist das rund 154.000 m² Nutzfläche messende Objekt nun im Eigentum von Beos aus Berlin. Das gesamte Areal ist an den Fernsehdienstleister MMC Studios Köln vermietet und verteilt sich auf rund 49.000 m² Studio-, 69.000 m² Büro- und 34.000 m² Logistikfläche.

Der Hangar des Flughafens und das Empfangsgebäude dienen seit kurzem als Heimat für Oldtimerbegeisterte. Im vergangenen Sommer eröffnete dort die Motorworld Köln-Rheinland, vor wenigen Wochen ein stylisches V8-Themenhotel.

Zusammen mit Beos, Lang & Cie und Nesseler Grünzig hat Landmarken eine Initiative gegründet, die den Standort Butzweilerhof als ein gemeinsames Quartier entwickeln will. Bei Landmarken heißt es, das Ziel sei es, dem Butzweilerhof ein neues Image zu verleihen, um ihn auch als Bürostandort in den Köpfen zu verankern. Als solches würde er, trotz des geringen Büroflächenleerstands, in der Domstadt noch zu wenig wahrgenommen.

Jens Kreiterling, Vorstand von Landmarken, erklärt: "Der Butzweilerhof ist eine sinnvolle Alternative zu innerstädtischen Kölner Bürostandorten. Schnell erreichbar für Pendler, mit einem Bürgerpark zum Verweilen, der Motorworld mit Konferenz- und Gastronomieangebot sowie einem großen Angebot an modernen Büroflächen ist er ein perfekter Standort für unser Projekt kite!"

Transaktion: Köln, Butzweilerhofallee
  • Transaktionsdatum:
    2019
  • Immobilienart:
    Büro
  • Transaktionsart:
    Kauf
  • Kaufpreis:
    3.500.000,00 EUR
  • Volumen:
    1,00 Grdst.
  • Käufer:
    Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
  • Projekt:
    Gewerbegebiet Butzweilerhof Köln

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