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Unternehmen | 04.04.2019

Aus IZ14/2019, S. 19

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Rewe baut nicht in Deutz

Köln. Seit Jahren sucht der Lebensmittelhändler in Köln nach einem Standort für eine neue Zentrale: Das Unternehmen wollte in einen Neubau im Deutzer Hafen ziehen. Nun folgte die Kehrtwende.

Aktuell ist Rewe mit seiner Verwaltung in Köln auf vier Standorte in der Stadtmitte, Mülheim, Braunsfeld und Porz verteilt. Ab 2024 sollte das Unternehmen unter einem Dach am Deutzer Hafen residieren. Im April 2017 unterzeichnete die Rewe Group mit der Stadtverwaltung Köln und der Stadtwerke-Tochter moderne stadt einen Letter of Intent. Bis zum März 2019, so hieß es darin, werde das Unternehmen prüfen, "ob unsere Vorstellungen für ein großes Verwaltungsgebäude an diesem Standort realisierbar sind", erklärte der zuständige Vorstand Frank Wiemer damals.

Nun heißt es bei Rewe, dass die damals in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben hat, dass die Flächenkapazität im Deutzer Hafen für eine neue Zentrale nicht ausreiche. Telerik Schischmanow, Bereichsvorstand Handel Deutschland der Rewe Group, sagt: "Der Standort ist hochwertig, aber er passt für uns leider nicht. Und deshalb ist es richtig und fair, heute klar zu sagen, dass wir unseren Bedarf für eine große neue Unternehmenszentrale an diesem Standort nicht realisieren können."

Das sieht auch Andreas Röhrig, Geschäftsführer moderne stadt, zähneknirschend so: "Wir haben das Anforderungskonzept von Rewe auf Herz und Nieren geprüft und gemeinsam überlegt, ob und wie wir eine neue Unternehmenszentrale im Deutzer Hafen möglich machen können. Am Ende haben alle Beteiligten erkannt, dass sich die Idee nicht sinnvoll realisieren lässt."

Der bislang ausschließlich industriell genutzte Deutzer Hafen soll in den nächsten Jahren zu einem gemischt genutzten Gebiet entwickelt werden - unter anderem mit Wohnungen für 7.000 Menschen. Für Büroflächen hat die Stadt in ihrer Planung die Zahl von rund 6.000 Arbeitsplätzen genannt. Klar ist aber, dass der Deutzer Hafen nicht das Schicksal des Rheinauhafens teilen darf. Dieses schicke und ziemlich sterile Quartier suchen die Kölner kaum in ihrer Freizeit auf. Und auch das Thema Wohnen beschränkt sich im Rheinauhafen auf Bleiben für die Kölner Schickeria. Im Deutzer Hafen steht hingegen die soziale Durchmischung ganz oben auf der Prioritätenliste der Planung. Dazu sollen nicht nur ein Drittel geförderter Wohnungen, sondern auch Erdgeschossnutzungen mit Handel und Gastronomie zur Belebung des Quartiers beitragen.

Eine riesige Konzernzentrale wäre offenbar kaum mit den Plänen für die Umgestaltung des Areals auf der "Schäl Sick" vereinbar gewesen. Rewe wird aber, das betonten alle Vorstände, ein Kölner Unternehmen bleiben - wenn auch vorerst weiterhin an vier Verwaltungsstandorten.

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