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Märkte | 04.04.2019

Aus IZ14/2019, S. 5

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

"Entwickler wollen später verkaufen"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
"Insgesamt war die Mipim von guter Stimmung und gesundem Optimismus geprägt", sagt Sabine Barthauer - hier in Cannes.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Zur Zukunft der Deutschen Hypo mag Vorstand Sabine Barthauer während der Mipim nicht viel sagen - außer dass sie fest mit einem Besuch der Immobilienmesse 2020 rechnet. Jenseits dessen hat sie die EZB-Entscheidung erwartet, 2019 die Zinsen nicht zu erhöhen. Sie mahnt die Marktteilnehmer zur Vernunft und sieht wenig Spielraum für die weitere Kompression der Renditen.

Immobilien Zeitung: Sie haben eine stürmische Mipim erlebt. Gilt das auch für Ihre Gespräche?

Sabine Barthauer: Nein, so turbulent wie die Anreise waren die Gespräche nicht. Die Stimmung war gut, nicht überschwänglich, aber von gesundem Optimismus geprägt. Dazu beigetragen hat sicherlich die jüngste Entscheidung der EZB, eine Zinserhöhung noch mindestens bis 2020 auszuschließen.

IZ: Hat Sie die Entscheidung enttäuscht oder überrascht?

Barthauer: Weder noch. Die Entscheidung haben alle erwartet. Wer sich mit Volkswirtschaft in der EU beschäftigt, sieht kaum Zinserhöhungsmöglichkeiten. Hinzu kommen nun für Deutschland - als Nochtechnologieführer und Exportland - Exportunsicherheiten. Die EZB-Entscheidung hat den Investoren wieder Sicherheit gegeben und führt zu einer Belebung der Transaktionen.

IZ: Weiter wie gehabt, also?

Barthauer: Die Kapitalmärkte bleiben zwar stabil, aber wir müssen sie im Blick behalten.

IZ: Wohin schauen Sie besonders?

Barthauer: Beim Einzelhandel sind hohe Investitionen in die Immobilien nötig: mehr Unterhaltung und die Verknüpfung online-stationär. Es gibt weniger Transaktionen in Einzelhandelsimmobilien und die Investoren prüfen detaillierter. Mein Resümee von der Messe fällt zwar positiv aus, aber das Immobilienklima ist deutlich kritischer geworden. Ich hoffe, dass die Marktteilnehmer so professionell und sorgfältig wie zurzeit bleiben.

IZ: Das heißt?

Barthauer: Die Rendite ist auf dem Plateau. Der Spielraum für weitere Kompression ist sehr klein.

IZ: Werden den Projektentwicklern ihre Forward-Deals auf die Füße fallen?

Barthauer: Baukosten und Auslastung sind sehr hoch. Da wird es sprunghaft keine Erleichterung geben. Forward-Deals haben zudem das Problem, dass der Investor ein Mitspracherecht haben will. Aber eigentlich geht es darum, die Baustelle nach der Planung effizient zu gestalten - etwa durch Modularisierung, Lean Management und BIM. Zügig durchbauen spart Kosten und nimmt das Risiko. Daher wächst aktuell bei Entwicklern das Interesse, später zu verkaufen und ein fertiges Bauvorhaben zu liefern.

IZ: Die Konzernmutter Nord LB ist im Umbruch und die Rolle der Deutschen Hypo noch nicht definiert. War die Mipim 2019 für Sie die letzte?

Barthauer: Das Land Niedersachsen und die weiteren Träger der Nord LB sind derzeit in engem Austausch über das zukünftige Geschäftsmodell des Konzerns. Wir gehen davon aus, weiterhin auf die Mipim zu gehen, und freuen uns auch schon auf die Mipim 2020.

IZ: Welche Themen wollten Sie in Cannes platzieren?

Barthauer: Nach der Mipim vervollständigen wir unsere grüne Wertschöpfungskette: Nachdem wir bereits zwei grüne Pfandbriefe aufgelegt haben, starten wir nun auch Green Loans. Besonders energieeffiziente Immobilien erhalten bei uns günstige Finanzierungskonditionen in Form niedrigerer Zinssätze. Insgesamt ist Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft angekommen und wichtig auch für viele Mieter. Immer mehr Eigentümer wollen Mieter aus nachhaltigkeitsaffinen Sektoren.

IZ: Welche Sektoren gehören z.B. nicht dazu?

Barthauer: Waffen- und Rüstungsgeschäfte.

IZ: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Friedhelm Feldhaus.

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