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Projekte | 28.03.2019

Aus IZ13/2019, S. 21

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Hines plant einen Bürocampus

Quelle: Pickard Chilton, Glück Landschaftsarchitektur, ARP Stuttgart
So sieht der Entwurf für den Bürocampus aus, links vorne das umgestaltete Bestandsgebäude.

Quelle: Pickard Chilton, Glück Landschaftsarchitektur, ARP Stuttgart

Stuttgart. In der Nähe zum Flughafen und angrenzend an die Bundesstraße 27 soll im Sinne der Innenentwicklung und Nachverdichtung ein urbaner Bürostandort mit rund 120.000 m² Geschossfläche entstehen. Ebenfalls eingeplant sind Angebote für temporäres Wohnen und Gastronomie, um das Quartier lebendig zu machen. Bis zum Baubeginn werden mindestens zwei Jahre ins Land ziehen.

Ganz im Sinne der städtischen Vorgabe zur Nachverdichtung und Innenentwicklung gestalten sich die Planungen von Hines Immobilien im Stadtteil Möhringen. In direkter Nachbarschaft zur Daimler-Verwaltung, zum Pressehaus Stuttgart der Südwestdeutschen Medienholding und auf der anderen Seite der B 27 zum Musicaltheater im SI-Centrum soll ein Bürocampus entstehen. Statt bisher 21.000 m² Bürofläche werden auf dem 4,6 ha großen Gelände mit der Adresse Plieninger Straße 140 in den nächsten Jahren ca. 112.000 m² Geschossfläche Platz finden. Und trotzdem wird weniger Fläche als bisher versiegelt.

Möglich wird dies, weil Hines eine komplette städtebauliche Neuordnung plant. Bisher steht auf dem Areal nur ein von IBM 1984 für die Eigennutzung errichtetes Bürogebäude mit etwa 21.000 m² Mietfläche. Der Rest der Grundstücksfläche ist aufgrund der ca. 735 oberirdischen Parkplätze versiegelt. 1999 zog IBM aus, danach belegte Daimler die Flächen, die im Rahmen eines Sale-and-Leaseback-Verfahrens an die heutige Union Investment gingen. In den folgenden Jahren wurde die Bestandsimmobilie samt Grundstück an die IVG weiterverkauft, die in Blackstone/OfficeFirst aufging. Und von OfficeFirst erwarb Hines im Mai 2017 das Areal.

Hines wiederum hat im Mai 2018 in Abstimmung mit der Stadt einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgelobt, zu dem acht Architektenbüros eingeladen wurden, deren Namen für die große Bedeutung des Projekts stehen: aus Stuttgart die Büros Blocher Partners, haascookzemmrich Studio 2050 und KBK Architekten Belz, 3XN Architects aus Kopenhagen, Henn und msm meyerschmitzmorkramer aus München, Ortner & Ortner, Wien/Berlin, sowie Pickard Chilton aus New Haven, Connecticut. In der Jury saßen seitens der Stadt u. a. Baubürgermeister Peter Pätzold und Detlef Kron, Leiter des Stadtplanungsamts. Für Hines war Alexander Möll, Geschäftsführer von Hines Immobilien, Mitglied im Preisgericht.

Letzte Woche fällte die Jury ihre Entscheidung zugunsten des Entwurfs von Pickard Chilton. Für die Umsetzung hat das US-amerikanische Büro ARP Architekten und Glück Landschaftsarchitektur, beide aus Stuttgart, mit ins Boot geholt. Erfolgreich haben die Pläne auch die zuständigen Ausschüsse im Gemeinderat passiert. Obwohl als Pendant zum SI-Centrum ein weiteres Hochhaus möglich gewesen wäre, verzichten die Architekten für fünf Neubauten mit gestaffelten Gebäudehöhen von 38 m bis knapp unter 50 m darauf. Wobei Emanuel Coskun, Leiter der Stuttgarter Hines-Niederlassung, betont: "Die Feinplanung erfolgt erst noch." Entstehen soll der Bürocampus an der Landhauskreuzung in vier Bauabschnitten, beginnend im nordöstlichen Grundstücksteil.

Einbezogen in die Pläne ist das Bestandsgebäude, sodass insgesamt sechs Gebäudekomplexe den Bürocampus ausmachen. In den Neubauten können je Riegelgeschoss bis zu 2.500 m² entstehen. "Die zulässige GRZ von 0,4 wird bei dem Entwurf nicht einmal voll ausgeschöpft", sagt Coskun. Denn neben einer oberirdischen Parkgarage, die zuerst gebaut werden soll, entsteht unter den Neubauten eine Tiefgarage. Begrünte Dachflächen und Fotovoltaikanlagen sollen eingesetzt und das gesamte Energiekonzept zukunfts- und damit nutzergerecht ausgelegt werden. Statt der oberirdischen Parkplätze schafft die Lösung mit zwei Gebäude-Dreiergruppen Platz für einen ausgedehnten Grünkorridor samt kleiner Wasserflächen.

Dieses Freigelände bietet das einladende Ambiente für gastronomische Einrichtungen in den Erdgeschossen, gibt den notwendigen Raum für Fuß- und Radwege, sorgt für eine Öffnung in die Nachbarschaft und nicht zuletzt für ein besseres kleinräumliches Stadtklima.

Die Pläne sehen außerdem die Unterbringung eines Boardinghauses oder eines Hotelkonzepts auf dem Campus vor. Klassische Wohnungen, wie von Teilen des Gemeinderats gefordert, sind nicht möglich, da das Grundstück in einem Gewerbegebiet liegt. Daimler bleibt Mieter im Bestandsgebäude, das erst im letzten Bauabschnitt total umgebaut oder einem Neubau weichen wird.

Die Stadt möchte die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans noch vor der Sommerpause beschließen lassen. Danach will Hines zügig den Bauantrag einreichen. "Noch können Mietinteressenten Einfluss auf die bauliche Gestaltung nehmen", wirbt Coskun für sein Projekt, in das Hines geschätzt 200 bis 300 Mio. Euro investiert.

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