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Märkte | 28.03.2019

Aus IZ13/2019, S. 19

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Hotels im Revier sind gut ausgelastet

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thorsten Karl
Keine dramatischen Verwerfungen gibt es bei Zahl und Auslastung der Hotelbetriebe im Ruhrgebiet. Ein rundum stabiler Markt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thorsten Karl

Ruhrgebiet. Für ziemlich viel Wirbel sorgte der Vorstoß der fünf Ruhrgebiets-IHKs, die Expo Real im Revier unterbringen zu wollen. Und er brachte viele Fragen. Eine lautet, ob die Hotellerie zwischen Duisburg und Dortmund überhaupt in der Lage wäre, die 46.000 Expo-Besucher des vergangenen Jahres aufzunehmen. Das Hotelberatungsunternehmen Select Hotel Advisory Services hat hierzu Zahlen erhoben.

Der Vorstoß der Industrie und Handelskammern, Deutschlands größte Immobilienmesse von München ins Ruhrgebiet zu verlegen ("Die Expo Real soll ins Revier umziehen", IZ 5/19), sorgte für Furore. Unabhängig davon, wie realistisch dieser Vorschlag ist, die Antwort auf die Frage, ob die vorhandenen Hotelbetten für die Messe überhaupt ausreichen würden, lautet: Nein!

Die Erhebung, die die Düsseldorfer Select Hotel Advisory exklusiv für die Immobilien Zeitung durchgeführt hat, kommt auf 36.786 Hotelbetten in allen Betrieben der Ruhrgebietsstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die verwendeten Werte stammen dabei von 2017, für das vergangene Jahr lagen noch keine Zahlen vor. Es würden also rund 10.000 Hotelbetten im Revier fehlen.

Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich dieser Mangel schnell aus der Welt schaffen ließe. Beim Blick auf die Entwicklung der Bettenzahl in den vergangenen fünf Jahren ist hier sogar ein Rückgang um ein halbes Prozent zu verzeichnen. Gleichwohl stieg die Zahl der Hotelbetriebe um ein knappes Prozent.

Das größte Bettenangebot unter den Ruhrgebiets-Großstädten hat Essen aufzuweisen. Zum Jahresende 2017 standen hier 9.502 Hotelbetten in 96 Betrieben für müde Reisende parat. Fünf Jahre zuvor war die Zahl der Betten mit 9.252 noch um 1,2% niedriger, dafür gab es aber sechs Betriebe mehr. Daraus lässt sich schließen, dass deutlich mehr als die sechs Betriebe in den vergangenen fünf Jahren geschlossen haben und dafür zwar weniger, aber im Gegenzug definitiv größere Häuser eröffnet haben. Unter dem Strich jedoch, so erklärt Tina Froböse, Managing Partnerin von Select, weise das Revier ein stabiles Angebot an Betten auf.

Dem steht jedoch die Nachfrage gegenüber und damit die Auslastung der bestehenden Betriebe. Die war in den vergangenen fünf Jahren alles andere als stabil - vielmehr war sie stetig steigend. Über sämtliche untersuchten Städte hinweg wuchs die Übernachtungszahl von 2013 bis 2017 um immerhin 2,6%.

Das tat sie nicht gleichmäßig. Es gab größere Gewinner und kleinere Verlierer. Den höchsten Zuwachs der Übernachtungszahlen innerhalb der untersuchten Fünfjahresfrist teilten sich mit jeweils 5,8% Duisburg und Mülheim, gefolgt von Hamm mit 5,5%. Mit 196.432 Übernachtungen im Jahr 2017 trennten den Top-Scorer Mülheim trotzdem Welten von den beiden Metropolen Essen mit 1,49 Mio. Übernachtungen und Dortmund mit 1,25 Mio. Übernachtungen. Die beiden ganz großen Revierstädte konnten bei den Übernachtungszahlen ebenfalls zulegen, Essen um 1,9% und Dortmund um 2,5%. Zwei Verlierer gab es auch: In Moers sanken die Zahlen um 0,5% auf 85.225 im Jahr 2017 und in Herne sogar um 1% auf nur noch 67.292.

Interessant ist die Entwicklung in Oberhausen. Die Stadt hat mit ihrer Neuen Mitte und den vielen touristischen Attraktionen dort (Centro, Arena, Metronom-Theater, Seaworld, Legoland, Gasometer usw.) für ein konstantes Wachstum bei den Besucherzahlen gesorgt. Sie stiegen jedes Jahr, während die Zahl der Hotelbetten im Erhebungszeitraum leicht gesunken ist. Unter dem Strich hat sich Oberhausen aber unter die Top-5 der Ruhrgebietsdestinationen vorarbeiten können.

Tina Froböse bewertet die Entwicklung im Revier durchweg positiv: "Da sich die Zahl der Übernachtungen im gesamten Marktraum positiv entwickelt hat, spricht das für eine positive Gesamtentwicklung und nicht für eine Verschiebung. In den letzten fünf Jahren ist der Markt um mehr als 650.000 Übernachtungen gewachsen."

In einer der kommenden Ausgaben berichten wir über alle aktuellen Hotelprojekte im Ruhrgebiet.

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