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Projekte | 28.03.2019

Aus IZ13/2019, S. 17

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Grüne Wiese statt Weißer Riese

Quelle: Stadt Duisburg, Urheber: Uwe Köppen
Ab 8 Uhr wurde in Hochheide evakuiert, 15 Drohnen suchten den Stadtteil nach verbliebenen Bewohnern ab. Um 12 Uhr kam der große Knall und der Weiße Riese war Geschichte.

Quelle: Stadt Duisburg, Urheber: Uwe Köppen

Duisburg. Während allerorten Wohnungsmangel herrscht, wurde am 24. März in Duisburg-Hochheide der Weiße Riese, ein Hochhaus mit 320 Wohnungen, gesprengt. Die Grundstücksfläche soll in einen Park verwandelt werden.

Aus den gut 35.200 m² Wohnfläche, die das Haus in der Duisburger Friedrich-Ebert-Straße 10-16 einmal bot, sind binnen weniger Sekunden 48.000 t Bauschutt geworden. Insgesamt 290 kg Sprengstoff waren nötig, um den Koloss aus Stahlbeton zu Fall zu bringen - mehr als ursprünglich erwartet. So hatte sich das Haus bei Probesprengungen als unerwartet widerstandsfähig erwiesen: Statt eine Mauer wie geplant wegzusprengen, entstand nur ein fußballgroßes Loch. Also legte Sprengmeister Martin Hopfe nach und der rund 60 m hohe und 90 m lange Weiße Riese sank am vergangenen Sonntag pünktlich um 12 Uhr mittags zu Boden.

Der große Knall - der WDR berichtete live im Fernsehen - ist dabei nur der Beginn weiterer Sprengungen. Von den ursprünglich sechs Wohnriesen in Hochheide gehören drei der Stadt Duisburg. Auch die beiden verbliebenen Bauten in städtischem Besitz sollen mittelfristig plattgemacht werden. Dann sei "der Weg frei für eine Neugestaltung des Stadtteils", ließ Ina Scharrenbach (CDU), die nordrhein-westfälische Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, am Sonntag wissen. Aus dem Portemonnaie ihres Hauses stammen immerhin 80% der Projektkosten, genau genommen aus dem Förderprogramm Soziale Stadt.

Das Grundstück in der Friedrich-Ebert-Straße soll, so die derzeitigen Planungen, nicht neu bebaut werden. Vielmehr ist vorgesehen, hier eine Grünfläche oder einen Park anzulegen, wenn der Schutt des Riesen in etwa vier Monaten abgeräumt sein wird. Bis dahin wird in Bürgerwerkstätten erarbeitet, was die Menschen in Hochheide sich an dieser Stelle wünschen und was machbar ist.

Auch nach der Sprengung der beiden anderen Riesen sollen deren Grundstücke nicht mit neuen Wohntürmen bebaut werden. Scharrenbach erklärt, was die Landesregierung für Hochheide plant: "Modernes und barrierefreies Wohnen zählt genauso dazu wie die Schaffung eines attraktiven Wohnumfelds und Naherholung."

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, denn die Vorbereitungen für die erste Sprengung dauerten bereits Jahre. Schon 2014 strebte die Stadt Duisburg den Erwerb der 1972 erbauten Immobilie an, nachdem der damalige Besitzer sie nach und nach leer gezogen hatte. Der Grund: Die insgesamt sechs Wohnhochhäuser in Hochheide hatten sich längst zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Außerdem wären teure Investitionen in den Brandschutz nötig gewesen. Allerdings grätschte ein niedersächsisches Wohnungsunternehmen in die städtischen Planungen und gab vor, das Objekt nach einer 16 Mio. Euro schweren Sanierung neu vermieten zu wollen.

Das konnte von der Stadt abgewendet werden und so sollte im September 2017 der Weiße Riese fallen. Dass er es nicht tat, lag an der Entdeckung von Asbest im Putz in der Immobilie. Erst nachdem dieser aufwendig beseitigt war, konnte die Sprengung am Sonntag stattfinden. Sie ging reibungslos über die Bühne. Der Riese sackte in sich zusammen und es gab keine Schäden an umliegenden Bauwerken. Nun heißt es Ring frei für die Sprengung des zweiten Riesen.

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