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Märkte | 28.03.2019

Aus IZ13/2019, S. 16

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

"Noch ist der Mensch etwas schneller unterwegs"

Quelle: Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG
Laura Hein ist Anwendungstechnikerin im Technischen Management bei Piepenbrock.

Quelle: Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG

Mehrere Facility-Manager setzen inzwischen Reinigungsroboter ein. Die Immobilien Zeitung sprach mit Laura Hein, Anwendungstechnikerin bei Piepenbrock, darüber, wie sich die moderne Technik im Praxisbetrieb bewährt und welche Vorteile ihr Einsatz für Dienstleister und Kunden mit sich bringt.

Immobilien Zeitung: Wie verändert sich durch die Reinigungsroboter die Arbeit Ihrer Mitarbeiter?

Laura Hein: Das Tätigkeitsbild der Mitarbeiter ändert sich nicht grundlegend, sondern erhält durch die autonomen Maschinen nur einen anderen Fokus. Sie brauchen weniger monotone und anstrengende Aufgaben erledigen wie lange Flure abzufahren.

IZ: Wie unabhängig agieren die Maschinen?

Hein: Im derzeitigen Entwicklungsstand müssen die autonomen Geräte noch stark betreut werden. Die Mitarbeiter lernen sie zunächst durch das Abfahren einer bestimmten Sequenz ein. Im Einsatz öffnen sie ihnen Türen, füllen Wasser und Reinigungsmittel nach oder tauschen Verschleißteile aus. Außerdem müssen sie die Ränder der Räume immer noch manuell reinigen. Es bleibt also genug für den Menschen zu tun.

IZ: Muss der Mitarbeiter im selben Raum bleiben wie der Roboter?

Hein: Es ist nicht nötig, dass sich der Mitarbeiter im selben Raum wie die Reinigungsmaschine aufhält. Die Funksignale dringen auch durch Wände. Je nach Signalstärke kann sich der Mitarbeiter sogar in einer anderen Etage befinden. Wenn eine Störung auftritt, schickt ihm die Maschine eine Meldung auf das Handy. Dann sollte er allerdings schnell vor Ort sein.

IZ: Wer ist schneller? Mensch oder Maschine?

Hein: Noch ist der Mensch als Lenker einer herkömmlichen Reinigungsmaschine etwas schneller unterwegs als das autonome Gerät, doch während dieses sein Programm abspult, kann die Reinigungskraft parallel Schreibtische oder sanitäre Einrichtungen säubern. Diese Zeitvorteile können zur Qualitätsverbesserung genutzt werden.

IZ: Welche Vorteile bringen die Roboter für die Kunden?

Hein: Die Kunden erhalten einen Innovationsvorteil, da sie einen Dienstleister beauftragen, der mit der technischen Entwicklung Schritt hält.

IZ: Wie gehen Sie mit möglichen Schäden um? Es könnte passieren, dass ein autonomes Fahrzeug im Gebäude etwas beschädigt.

Hein: Ein höheres Haftungsrisiko ist mit dem Einsatz nicht verbunden. Die Geräte müssen hohe Sicherheitsstandards einhalten und haben dazu bis zu ihrer Zulassung viele Anforderungen zu bewältigen.

IZ: Wie muss die Immobilie gestaltet sein, damit sie sich für die Maschinen eignet?

Hein: Je nach Gebäude können verschiedene Faktoren den Einsatz von autonomen Reinigungsmaschinen erschweren. Dazu zählen ungerade Wände, Böden, die nicht barrierefrei sind oder eine Steigung aufweisen, sowie Störsignale durch andere technische Geräte, z.B. in Industriehallen. Ein besonders hohes Personenaufkommen in den Räumlichkeiten kann ebenfalls problematisch sein.

IZ: Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Hein: Bislang sind die autonomen Maschinen im Vergleich zu herkömmlichen Geräten sehr teuer. Wir haben uns nach dem Test mehrerer Fabrikate zunächst auf einen Hersteller fokussiert. Es ist derzeit noch unklar, wie viele Geräte Piepenbrock insgesamt anschaffen wird. Wir müssen genau prüfen, für welche Kundenobjekte sich die Geräte eignen, damit die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Durch die sinkenden Preise für Sensoren dürften die Maschinen in der Zukunft aber günstiger werden.

IZ: Wie groß fällt der Schulungsaufwand für die Mitarbeiter aus? Muss dafür mehr Zeit einkalkuliert werden?

Hein: Der Hersteller der autonomen Reinigungsmaschinen schult die zuständigen Mitarbeiter direkt an ihrem Einsatzort. Das nimmt in der Regel nicht mehr Zeit in Anspruch als bei herkömmlichen Reinigungsautomaten.

IZ: Frau Hein, herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Lars Wiederhold.

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