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Unternehmen | 28.03.2019

Aus IZ13/2019, S. 10

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Colliers International baut den Wohnbereich weiter aus

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz
Colliers-Geschäftsführer Matthias Leube freut sich in Cannes über den eingeschlagenen Wachstumskurs.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Colliers International macht Ernst und baut das Segment Residential aus. Nach Frankfurt hat das Maklerhaus nun auch ein Spezialteam in Köln und Düsseldorf aufgestellt, das dort den Wohnbereich beackern wird. Weitere Standorte sollen folgen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

Residential Investments bekommen bei nationalen und internationalen Investoren aufgrund der Stabilität einen immer größeren Stellenwert", sagt Herwig Lieb, regionaler Manager für Nordrhein-Westfalen bei Colliers International. Dies gelte sowohl für Institutionelle als auch für vermögende Privatinvestoren. Nicht zuletzt deshalb hat Colliers große Expansionspläne im Bereich Wohnen geschmiedet. Laut Deutschlandchef Matthias Leube will das Maklerhaus in den kommenden zwei Jahren in allen wichtigen Metropolen präsent sein und bis zu 100 Experten einstellen, die Investoren und Eigentümer beim Handel mit Mehrfamilienhäusern beraten.

Im ersten Schritt hatte Colliers Mitte vergangenen Jahres Engel & Völkers Main-Taunus übernommen. Die Gelegenheit war damals günstig: Der seit 2002 laufende Lizenzvertrag zwischen Engel & Völkers Commercial und der von Felix von Saucken geführten Gesellschaft Engel & Völkers Main-Taunus war ausgelaufen. Und von Saucken schloss sich Colliers International an, indem er seine Gesellschaft verkaufte und seitdem als Geschäftsführer sowie Head of Residential Deutschland für die neue Mutter fungiert.

In dieser Rolle soll er die Wachstumsstrategie der wichtigen Assetklasse deutschlandweit für Colliers verantworten. Im zweiten Schritt hat das Maklerhaus nun Köln und Düsseldorf besetzt. Für die beiden Standorte wurden seit Jahresbeginn neun Mitarbeiter angeheuert. Weitere Einstellungen werden im Laufe des Jahres in der Region folgen, kündigt von Saucken an. Als Teamleiter für den Bereich Wohn- und Geschäftshäuser hat Colliers Niels Zavbi (28) gewonnen, der gemeinsam mit von Saucken die Wachstumsstrategie in Nordrhein-Westfalen vorantreiben soll. Zavbi bringt Erfahrung im Bereich Residential Investment mit; unter anderem war er bei Engel & Völkers Commercial, Corpus Sireo und Wilma tätig. Mit diesem Schritt sei Colliers über Plan, berichtet Leube. Bei der weiteren Expansion hat der Colliers-Geschäftsführer die Metropolen Berlin und Hamburg im Blick. Ziel des Wachstums sei es, führender Immobilienberater für Wohninvestments in Deutschland zu werden, sagt der Manager.

Aber auch die anderen großen Maklerhäuser für Gewerbeimmobilien wenden sich zunehmend dem Wohnbereich zu. So stieg etwa JLL Ende des Jahres 2016 mit der Übernahme von Zabel Property groß in den Vertrieb von Eigentumswohnungen ein. Inzwischen hat das Unternehmen das Geschäft mit Wohnungen, Studentenbuden, Seniorenresidenzen und Pflegeheimen unter dem Titel "Living" gebündelt. Wettbewerber Knight Frank schläft ebenfalls nicht und schmiedete im Frühjahr 2017 eine Partnerschaft mit dem Berliner Wohnexperten Ziegert. CBRE hat das Wohnsegment ebenfalls im Blick. In diesem Bereich gebe es hierzulande zu wenige altersgerechte Immobilien, sagt Deutschlandchef Alexander von Erdely. Hier gelte es in Zukunft, vorhandene Flächen anzupassen, das sei eine der großen Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft. "Residential schauen wir uns an", betont Yvo Postleb, Geschäftsführer von Cushman & Wakefield. Er kann sich vorstellen, sein Maklerhaus in diesem Bereich mit lokalen Teams zu verstärken. Beim Konkurrenten BNPPRE arbeiten etwa 65 Leute in der Sparte Wohnen. "Wir wollen hier wachsen", erklärt Deutschlandchef Piotr Bienkowski. Denn aus dem In- und Ausland komme derzeit extrem hohe Nachfrage nach Wohnportfolios.

Das ist kein Wunder. Schließlich sind die zu erzielenden laufenden Einkünfte mit Wohnimmobilien in den deutschen Großstädten für Investoren attraktiv. Laut einer Analyse von JLL haben sich im zweiten Halbjahr 2018 die Mieten in den acht großen Metropolen der Republik gegenüber dem Vorjahreswert im Mittel um 6,5% erhöht. Dabei lag die Spanne bei den einzelnen Städten zwischen 4,1% in Düsseldorf und bis zu 9% in Berlin. Mit einer mittleren Preissteigerung von 9,6% haben sich laut Studie auch die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr verteuert: In Berlin (16,1%) und Leipzig (19,9%) wurden 2018 dabei sogar zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.

Die Expertise der Makler im Wohnbereich dürfte bei Anlegern weiterhin gefragt sein. Denn zum einen ist das Angebot an Wohnimmobilien denkbar knapp, zum anderen verunsichern regulatorische Eingriffe wie Mietpreisbremse und Vorkaufsrechte der Kommunen die Anleger.

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