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Unternehmen | 21.03.2019

Aus IZ12/2019, S. 17

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Eröffnet Edeka bald Alnatura-Märkte?

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug
Gemüsetheke in einem Biomarkt.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug

Edeka sucht neue Wachstumsfelder. Nachdem die Genossen mit Budnikowsky den ersten Drogeriemarkt eröffnet haben, tüfteln sie jetzt einem Pressebericht zufolge an einem Biosupermarkt. Experten vermuten, dass das Konzept dafür von Alnatura kommt.

Der Edeka-Konzern plant einem Bericht der Lebensmittel Zeitung (LZ) zufolge einen Biosupermarkt. In der Diskussion seien Shop-in-Shop-Flächen in großen Filialen sowie E-Centern, aber auch eigene Märkte mit 500 m² bis 800 m² Fläche. Edeka habe die Marke "Naturkind" bereits schützen lassen. Ein Testmarkt in Hamburg sei im Gespräch. Edeka wollte sich auf Anfrage der Immobilien Zeitung (IZ) nicht äußern. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns aus Wettbewerbsgründen nicht weitergehend dazu äußern möchten", heißt es aus der Edeka-Zentrale in Hamburg.

Der LZ zufolge sind die Pläne Teil einer Art Fachmarktoffensive der Genossenschaft. Den Anfang habe die Kooperation mit Budnikowsky gemacht. Unter der Flagge der Hamburger Drogeriemarktkette hat Edeka, mit einem Umsatz von knapp 59 Mrd. Euro Deutschlands größtes Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), unlängst in Bremerhaven den ersten eigenen Drogeriemarkt eröffnet (siehe dazu auch "Budni sucht in Berlin und an der Ostsee"). Der LZ zufolge will Edeka-Chef Markus Mosa generell mehr auf Fachmärkte setzen, weil er glaubt, dass Edeka allein mit seinen Supermärkten sein Umsatzpotenzial in Deutschland nicht ausschöpfen könne. "Mit dem Dreiklang aus Edeka, Budni und Naturkind könnte die Handelsgruppe auch in Fachmarktzentren auftreten und darüber hinaus mehr Kleinflächen besetzen", schreibt die Fachzeitung. Anders als Konkurrenten wie Rewe, Aldi, Lidl und Kaufland hat Edeka kein Auslandsgeschäft, ist für Wachstum also ausschließlich auf die Bundesrepublik angewiesen.

Die Biomarktpläne von Edeka können aber auch als eine Reaktion auf die wachsende Bedeutung von Bioprodukten im LEH gesehen werden. Zwischen 2014 (Umsatz: 4,21 Mrd. Euro) und 2018 (6,43 Mrd. Euro) hat der jährliche Absatz um rund 2 Mrd. Euro zugenommen (Quelle: EHI Handelsdaten). "Im Handel ist ein Kampf um den Bio-Regalplatz ausgebrochen", zitiert die LZ einen Händler. Die vier großen deutschen LEH-Konzerne haben das Potenzial von Bio lange unterschätzt und dem Siegeszug der Biosupermärkte mehr oder weniger tatenlos zugesehen. Allein Rewe versuchte sich an dem Format, zunächst mit Vierlinden, später mit Temma, beide Male ohne Erfolg. "Edeka muss und kann Bio besser machen als Rewe", zitiert die LZ einen Edeka-Kaufmann.

Der auf Handel spezialisierte Unternehmensberater Ulrich Eggert aus Köln verweist auf die enge Zusammenarbeit von Edeka und Alnatura. "Edeka hat damit die Basis für das Geschäft mit Biolebensmitteln gelegt." Ein Joint Venture von Edeka und Alnatura mit dem Ziel, Alnatura-Märkte zu eröffnen, wäre aus seiner Sicht ein nächster möglicher Schritt. "Ich spekuliere nur, aber Edeka darf aus kartellrechtlichen Gründen kein LEH-Unternehmen in Deutschland mehr übernehmen. Also müssen sie einen anderen Weg suchen. Bei einem Joint Venture wäre die Kartellamtsschwelle deutlich geringer, als wenn Edeka Alnatura kaufen würde." Denkbar wäre Eggert zufolge z.B., dass Edeka-Kaufleute als eine Art Franchisenehmer von Alnatura aufträten. Der Handelsexperte sähe in einer Filialkooperation von Edeka und Alnatura das "Parallelmodell" zum aktuellen Joint Venture von Edeka und Budnikowsky.

Auch für Alnatura hätte die Kooperation Charme. Die Firma könnte mit Edeka im Rücken bei der Expansion wieder Boden gut machen. Einst waren die Südhessen Vorreiter bei der Filialisierung des Biogedankens - bis denn's den Turbo einschaltete und Alnatura abhängte (siehe Grafik "denn's ist der Konkurrenz enteilt").

LEH-Experte Markus Wotruba von der Handelsberatung BBE aus München erklärt: "Die Ankündigung von Edeka zeigt, dass man sich dort mit dem Erreichten nicht zufrieden gibt. Dem Bio-Markt wird weiterhin ein hohes Wachstum eingeräumt. Ob die Strategie aufgehen wird, ist von vielen Faktoren abhängig. Es kann definitiv ein interessanter Ansatz sein, vor allem auch aus Immobiliensicht, denn Edeka hat Standorte, die Platz für zwei Formate bieten. In den Städten gibt es Flächen und durch die Tengelmann-Übernahme könnten ebenfalls Flächenpotenziale bestehen."

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