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Digitales | 21.03.2019

Aus IZ12/2019, S. 14

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Architrave, Deka und UI wollen "die Disruption verkrusteter Prozesse"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Sie freuen sich auf eine gemeinsame Datenzukunft: Maurice Grassau, Burkhard Dallosch, Frank Hippler und Jörn Stobbe (von links).

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Union Investment und Deka haben mit ihren Beteiligungen an Architrave unterstrichen, wie wichtig ihnen das Thema Datenmanagement ist. Doch für einen durchgreifenden Wandel müssten noch viel mehr Asset-Manager Prozesse wie Bestandsverwaltung und Ankaufsprüfung digitalisieren.

Der effiziente Umgang mit Immobiliendaten ist für Burkhard Dallosch, Geschäftsführer von Deka Immobilien, eine der großen Herausforderungen im modernen Asset-Management. Unlängst hat sich sein Unternehmen daher an einem auf das Datenmanagement spezialisierten Proptech beteiligt (siehe "Deka steigt bei Architrave ein", IZ 5/19). Das Thema beschäftigt den Manager jedoch schon viel länger. "In meiner Anfangszeit in der Branche benötigten wir für eine Transaktion etwa 1.500 Dokumente pro Gewerbeimmobilie", erinnert sich Dallosch. "Heute beträgt die Größenordnung eher 6.000 bis 8.500 Dokumente pro Objekt und sie wächst weiter. Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, um das Wachstum von morgen zu stemmen, ohne viele Mitarbeiter einstellen zu müssen. Die sind nämlich wegen des zunehmenden Fachkräftemangels rar gesät."

Jörn Stobbe, künftiger CEO vom ebenfalls an Architrave beteiligten Asset-Manager Union Investment, nennt ähnliche Beweggründe dafür, dass Thema Datenverwaltung auf der Agenda nach oben zu setzen: "Allein in unserer Abteilung für Datenmanagement arbeiten rund 50 Kollegen ständig an den Dokumenten. Wenn ich die Personen hinzuzähle, die in unserem Unternehmen gelegentlich mit dem Thema befasst sind, komme ich noch auf weit mehr. Und die Belastung all dieser Mitarbeiter nimmt zu, denn gerade institutionelle Anleger haben zunehmende Ansprüche an ein umfassendes und zeitnahes Berichtswesen."

Architrave-CEO Maurice Grassau kann aus eigener Erfahrung bestätigen, wie die Datenflut wächst: "Bei der Deka sehen wir etwa 500.000 Dokumente pro Jahr hinzukommen, bei Union Investment rund 450.000." Und Frank Hippler, Leiter Systeme und Prozesse von Deka Immobilien, fügt hinzu: "Betrifft eine Transaktion ein Einkaufszentrum, reden wir wegen der vielen unterschiedlichen Mieter über rund 20.000 bis 22.000 strukturiert abzulegende Dokumente. Und das sind nur die, auf die wir in der laufenden Verwaltung zugreifen müssen und die wir deshalb in eine unternehmensweit einheitliche Dokumentenstruktur überführen." Hinzu kämen Dokumente, die nur für rechtliche Auseinandersetzungen hervorgeholt werden müssen.

Zudem kommen im Bestandsgeschäft immer mehr Daten hinzu, wie Hippler ergänzt: "Mietvertragsanpassungen erzeugen im laufenden Betrieb ständig Nachträge und damit neue Dokumente." Um die Mitarbeiter zu entlasten, setzt Hippler schon seit etwa einem Jahr auf Robot Process Automation. Mittels künstlicher Intelligenz werden dabei wiederkehrende Muster in den Daten erkannt und dem Mitarbeiter als Vorauswahl zur Verfügung gestellt, um ihn von Routinetätigkeiten zu entlasten.

Unstrukturierte Daten dagegen gehen richtig ins Geld. "Die Kosten einer Transaktion werden mittlerweile in nennenswerten Teilen von der Komplexität der jeweiligen Immobilie bestimmt", stellt Deka-Immobilien-Chef Dallosch fest. "Der sinnvollste Weg, damit umzugehen, ist es, bei den Daten mehr Standardisierung zwischen den einzelnen Akteuren herzustellen. Nur wenn ein ausreichender Teil von ihnen dabei mitmacht, wird uns das gelingen", wirbt er um Mitstreiter.

Es gibt zwar Datenstandards, die jedoch werden nicht flächendeckend genutzt (siehe "Die Datenstandards sind da, werden aber oft nicht umgesetzt", IZ 11/19). Daher trommeln Architrave, Deka und Union Investment für mehr Standardisierung. Das habe nichts damit zu tun, ob jemand Architrave-Kunde sei oder nicht, stellt Grassau klar.

"Wir wollen keine Disruption für das Geschäftsmodell der Asset-Manager erreichen, wir wollen die Disruption verkrusteter Prozesse", betont der Architrave-Chef. Den logischen nächsten Schritt sieht Grassau darin, ein standardisiertes, elektronisches Exposé als Standard für die Branche zu entwickeln. "Damit wird sich unsere Initiative Real Estate Data Summit im September mit einer Vielzahl neuer Akteure beschäftigen."

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