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Märkte | 14.03.2019

Aus IZ11/2019, S. 26

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Nürnbergs Einzelhandel wird internationaler

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Der City Point in der Nürnberger Innenstadt wird in den nächsten Jahren zu einem neuen Einkaufsquartier umgestaltet.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Nürnberg. Der Einzelhandelsmarkt der fränkischen Metropole internationalisiert sich. Neue Konzepte suchen nach Flächen und auch Investoren aus dem Ausland sehen in der Stadt zunehmend eine Alternative zu München.

Nach Meinung von JLL hat sich der Nürnberger Einzelhandelsmarkt in den vergangenen zehn Jahren zu einem Hidden Champion entwickelt. Zwar rangierten Vermieter mit einer Spitzenmiete von 160 Euro/m² im Einzelhandel nur im unteren Drittel der zehn größten deutschen Städte. Die Mieten hätten allerdings in der vergangenen Dekade um beachtliche 28% zugelegt. Ein höheres Mietwachstum konnten demnach nur Düsseldorf (29%), Hamburg (30%) und Berlin (50%) verzeichnen.

Aktuell zählt JLL in der Nürnberger Ia-Lage mehr als 290 Geschäfte. Der Anteil der Filialisten liegt mit 203 Läden bei 70%. Der aktuell stark unter Druck stehende Textilhandel behaupte sich in Nürnberg mit knapp unter einem Drittel als stärkster Mieter. Das liege laut JLL vor allem daran, dass die Konzepte in der fränkischen Metropole sehr regional geprägt und gut diversifiziert seien. Das hebe die Läden von internationalen Ketten ab.

Die Gastronomie habe einen Anteil von etwas mehr als 15%, die insbesondere auf der Königstraße zu finden seien. Hier kommen zunehmend die Systemgastronomen auf den Geschmack. Nachdem Hans im Glück (Königstraße 74) und Burgerista (Königstraße 55) bereits vertreten sind, eröffnete im Herbst 2018 auch Burgerheart in der Königstraße 72 eine mehr als 300 m² große Burgerbraterei.

Zwar wurden im vergangenen Jahr in den Hauptlagen lediglich 3.000 m² Einzelhandelsfläche angemietet. Das liege laut JLL aber vor allem an der niedrigen Fluktuation und nicht am mangelnden Zuspruch. Kürzlich hat der Haushaltswarenhändler WMF 400 m² in der Karolinenstraße 26 von einem privaten Vermieter angemietet. Das Maklerunternehmen Realkon Immobilien vermittelte die Einzelhandelsfläche in der Haupteinkaufsstraße.

In den kommenden Jahren wird wieder deutlich mehr Fläche zur Verfügung stehen. Der Düsseldorfer Projektentwickler Development Partner baut derzeit das innerstädtische Shoppingcenter City Point zum Altstadt Karree mit 17.600 m² Einzelhandelsfläche aus. Die Hamburger Newport Holding baut in der Breiten Gasse 71-73 derzeit ein Geschäftshaus, in dem im Untergeschoss, Erdgeschoss sowie im ersten Stock Einzelhandelsflächen geplant sind. Die vier Stockwerke darüber sind für ein Hotel vorgesehen. Im dritten Quartal 2020 sollen die Flächen zur Verfügung stehen. Auch das Wöhrl-Sportkaufhaus am Ludwigsplatz soll irgendwann in Teilen abgerissen und neu gebaut werden.

Der Platz wird benötigt. Julian Nasiri, im Münchner JLL-Büro für den bayerischen Einzelhandel zuständig, beobachtet, dass vermehrt internationale Investoren nach Nürnberg schauen. Zwar seien die Kaufpreisfaktoren, die in Einzelfällen mal den Faktor 30 erreichten, schon sportlich, im Vergleich zu München sei Nürnberg aber noch erschwinglich. Und es gibt ein Angebot. In der Landeshauptstadt kaufen zumeist einheimische Family-Offices die verfügbaren Geschäftshäuser in der Innenstadt zu Höchstpreisen auf. In Nürnberg kommen auch mal professionelle Investoren zum Zuge. Aktuell sucht nach Informationen der Immobilien Zeitung etwa das Maklerunternehmen Realkon einen Käufer für das Haus in der Breiten Gasse 47-49. Mieter dort ist der Modehändler H&M. Hinzu komme, dass bei den Mieten noch Luft nach oben sei, so Nasiri. Das liege auch daran, dass neue Konzepte, insbesondere aus dem Ausland, nach Nürnberg drängten.

Angezogen werden die Unternehmen von dem relativ beständigen Markt. JLL zählt bei den Erhebungen der Passantenfrequenz in der Karolinenstraße seit zehn Jahren mehr oder weniger konstante 7.780 Besucher pro Stunde. Im vergangenen Jahr lag die Zahl mit 8.300 Passanten/h sogar deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die Breite Gasse kam dabei auf 6.200 Passanten/h, die Königstraße auf 5.610 Passanten/h und die exklusivere Kaiserstraße auf knapp 2.300 Passanten/h. Auch in diesen Lagen übertraf die letzte Zählung den jeweiligen Zehnjahresschnitt deutlich.

"Nürnberg hat eine interessante Balance aus Kaufpreisfaktoren, aktueller Marktmiete und der Nachfrage von Einzelhändlern nach Flächen. Das bietet Investoren Chancen und begrenzt zugleich das Risiko", resümiert Nasiri.

Transaktion: Nürnberg, Königstraße 72

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