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Veranstaltungen | 07.03.2019

Aus IZ10/2019, S. 12

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Reed Midem
  • Organisationen:
    Mipim
  • Personen:
    Ronan Vaspart

"Die Qualität der Mipimbesucher hochhalten"

Quelle: Immobilien Zeitung
2008 war das stärkste Mipimjahr - Entwicklung der Besucherzahl über 30 Jahre

Quelle: Immobilien Zeitung

Mipim-Direktor Ronan Vaspart hat keine Angst davor, dass Virtual Reality seine Kunden einmal davon abhalten wird, nach Cannes zu fliegen. Und er rechnet mit mehr Messepräsenz aus China und Afrika.

Immobilien Zeitung: Herr Vaspart, 2008, auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms, der gleichzeitig die Finanzkrise einläutete, fand die größte Mipim aller Zeiten statt - gut 26.000 Besucher gab die Reed Midem während der Veranstaltung bekannt. 2018, auf dem vorläufigen Höhepunkt des aktuellen Immobilienbooms, waren es genauso viele Menschen. Würden Sie die 26.000-Marke als "magische Schallgrenze" für die Größe Ihrer Immobilienmesse bezeichnen?

Ronan Vaspart: Ich wäre froh, wenn wir als Veranstalter wüssten, was die "magische Mipim-Zahl" ist! Leider muss ich Ihre 26.000er-Theorie zerstören. 2008 zählten wir abschließend nämlich sogar fast 30.000 Besucher. Das haben wir 2018 nicht geschafft. Aber um reine Zahlen geht es uns gar nicht, sondern um die Aufenthaltsqualität. Wenn eine Veranstaltung wächst, muss der Veranstalter immer sehr darauf achten, dass die Aufenthaltsqualität, aber auch die Qualität der Besucher hoch bleibt. Für unsere globale Immobilienmesse ist es zum Beispiel wichtiger, dass 26.000 Menschen aus 100 verschiedenen Ländern zu uns kommen, als dass es 30.000 sind, aber nur aus drei Ländern.

IZ: Haben Sie keine Wachstumspläne?

Vaspart: Natürlich möchte ich die Messe weiter wachsen lassen. Für dieses Jahr rechnen wir mit einer weiteren Steigerung der Besucherzahl. Es macht ja genau die Mipim aus, dass die Immobilienprofis wissen: Hier kann ich einfach jeden treffen, alle sind da. Würden weniger Leute nach Cannes kommen, wäre genau das nicht mehr geboten. Aber Wachstum bedeutet für mich eher, die Aufenthaltsdauer der Gäste noch zu steigern. Dafür bedienen wir die unterschiedlichsten Gruppen mit eigenen Foren: institutionelle Investoren, Architekten, Bürgermeister, Anwälte ...

IZ: Dieses Jahr bekommen Nachwuchsführungskräfte in Cannes erstmals eine eigene Plattform: den Young Leaders Summit am Messemittwoch. Warum?

Vaspart: Ich möchte heute schon damit anfangen, die nachrückenden Generationen in das einzubeziehen, was uns auf der Mipim in den kommenden 30 Jahren beschäftigen wird. Deshalb haben wir haben im Vorfeld eine Umfrage unter 16- bis 34-Jährigen über die künftigen Herausforderungen der Urbanisierung durchgeführt, deren Ergebnisse vor Ort verkündet und diskutiert werden. Die Mipim war immer schon ein Trendsetter und soll das auch bleiben. In drei bis vier Jahren könnte ich mir auch vorstellen, einen ganzen Tag vor oder nach der Messe für den Führungsnachwuchs auszurichten.

IZ: Seit Jahren ist in Cannes viel zu hören über Innovation, Megacities, Großprojekte, Technologie - Themen, die wenig mit den grundlegenden Immobilienproblemen der meisten Menschen zusammenhängen, die da heißen: bezahlbares Wohnen und Gentrifizierung. Wäre es nicht einmal Zeit für eine "Soziale Mipim", statt immer nur über Smart Cities zu diskutieren?

Vaspart: Der gesellschaftliche Aspekt ist einer der Grundpfeiler für zukünftige Entwicklungen der Immobilienbranche, ebenso wie das Thema Nachhaltigkeit. Wir sprechen auf der Mipim immer auch über bezahlbares Wohnen.

IZ: Die Mipim wird dieses Jahr 30, und damit soll natürlich nicht Schluss sein. Was wünschen Sie sich, wie soll sich die Messe in den kommenden Jahrzehnten weiterentwickeln? Wird man bei der rasanten technologischen Entwicklung in zehn, zwanzig Jahren überhaupt noch Messen brauchen, bei denen Menschen leibhaftig über Tausende Kilometer an einen gemeinsamen Ort fliegen?

Vaspart: Selbst wenn die fantastischsten Technologien erfunden werden, müssen sich Menschen treffen, um sich darüber auszutauschen, was sie denken, was sie bewegt, was die Zukunft bringt. Und auch in zehn Jahren wird die Mipim für die Immobilienbranche den Frühlingsanfang markieren. Was die künftigen Themen der Messe angeht, so erwarte ich, dass Transport, Infrastruktur und Mobilität künftig mehr Raum einnehmen werden.

IZ: Wäre die Mipim ein Abbild der weltwirtschaftlichen Entwicklung, müssten chinesische Aussteller längst jedes Jahr mehr Raum auf dem Gelände einnehmen. Davon ist aber bislang nichts zu sehen, warum?

Vaspart: Wir rechnen definitiv mit Auswirkungen des chinesischen Wachstums auf die Messe, aber vielleicht nicht in puncto Ausstellerfläche, sondern eher auf Investorenseite. Es ist uns wichtig, dass alle bedeutenden Länder präsent sind. Dieses Jahr begrüßen wir erstmals Ägypten und Korea als Aussteller. Und für die Zukunft rechne ich mit noch mehr Ausstellerländern aus Asien, aber auch aus Afrika. Gerade beim afrikanischen Kontinent sehe ich für uns noch eine Menge zu tun. Nordafrika und der Nahe Osten sind zwar schon bei uns, aber der Rest des Kontinents fehlt uns noch. Diese Region wird in den kommenden Jahren einen großen Boom erleben, davon bin ich fest überzeugt.

IZ: Herr Vaspart, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Monika Leykam.

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