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Anlagen | 07.03.2019

Aus IZSpecial anlässlich der Immobilienmesse MIPIM/2019, S. 124

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

"Hier in Berlin ist noch Luft nach oben"

Quelle: JLL
Bekennender Hauptstadt-Fan: Rüdiger Thräne.

Quelle: JLL

Berlin. Ausländer und Inländer haben unterschiedliche Blicke auf die Stadt. Während internationale Investoren Berlin als Hauptstadt schätzen, finden hiesige Anleger schnell mal ein Haar in der Suppe, sagt der Berliner Niederlassungsleiter von JLL, Rüdiger Thräne.

Immobilien Zeitung: Herr Thräne, was reizt ausländische Investoren am Immobilienmarkt Berlin?

Rüdiger Thräne: Die zunehmende Unsicherheit in vielen Teilen der Welt lässt Investoren sichere Standorte suchen. Und Deutschland gilt in Europa als sicherer Hafen. Keine Volkswirtschaft der Welt läuft derzeit so sicher und gut wie die deutsche. Davon profitiert auch die Hauptstadt, zumal Berlin nach wie vor den Ruf als "the place to be" in Sachen Digitalisierung und Technologie hat.

IZ: Der Blick ausländischer Investoren auf die Stadt Berlin ist ein anderer als der von "Inländern", die schnell ein Haar in der Suppe finden. Wieso?

Thräne: Berlin ist die Hauptstadt. Das wird in anderen Ländern höher bewertet als in Deutschland. Sicherlich ist der Zentralismus von Paris und London hierzulande nicht erstrebenswert. Er zeigt aber die Rolle, die das Ausland Berlin zuschreibt. Inländische Investoren nehmen auch kleinere Städte ins Visier, ausländische eher nicht.

IZ: Berlin ist also wichtig. Aber die meisten Immobilien werden in Frankfurt gehandelt. Wie passt das zusammen?

Thräne: Ausländer wollen große Summen investieren. Sie kaufen bevorzugt Objekte in der Größenklasse ab 200 Mio. Euro. Um später auch wieder sicher verkaufen zu können, brauchen sie einen großen Markt wie Berlin. Doch in der Hauptstadt gibt es schlichtweg zu wenig Angebot. Dieser Produktmangel spiegelt sich im Transaktionsvolumen wider. Allerdings verbuchte Berlin im vergangenen Jahr 30 Transaktionen im Gewerbe- und Wohnbereich im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das sind sechs mehr als 2017, eine mehr als in Frankfurt und mehr als in Düsseldorf, Köln und Stuttgart zusammen. Damit ist Berlin unter den Big Seven die Stadt mit den meisten Großtransaktionen.

IZ: Die Renditen in Berlin sind mit unter 3% mehr als mager. Ist das für Ausländer okay?

Thräne: Ja, wir beobachten weiterhin eine hohe Nachfrage aus dem Ausland. Berlin profitiert vom Hauptstadtbonus, auch wenn die Renditen so niedrig sind wie in keiner anderen unter den Big Seven. Doch selbst bei Bruttorenditen von unter 3% ist ein Investment durchaus attraktiv, wenn die Wirtschaft weiter wächst und die Mieten steigen. Und hier gibt es in Berlin durchaus noch Luft nach oben.

IZ: Woran machen Sie das fest?

Thräne: Allein aufgrund der in jüngster Zeit bereits deutlich gestiegenen Mieten sind derzeit rund 75% der bestehenden Büroflächen in zentralen Lagen wie Charlottenburg oder Mitte unter dem Marktniveau vermietet. Weltweit gab es 2018 kein höheres Mietpreiswachstum als in Berlin: Die Spitzenmiete ist um 13% auf 34 Euro/m² gestiegen. Flächen sind knapp, und alles, was knapp ist, steigt im Preis. Innerhalb des Berliner S-Bahnrings liegt die Leerstandsquote nur bei 1%. Die Stadt hat jahrelang im Dornröschenschlaf gelegen. Nun normalisiert sich der Markt. Dennoch liegen die Mieten immer noch unter dem Niveau von München und auch Frankfurt.

IZ: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Thräne.

Das Interview führte Gerda Gericke.

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