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Unternehmen | 28.02.2019

Aus IZ09/2019, S. 17

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Versandhaus Bader plant ein Outlet-Center

Quelle: Bruno Bader GmbH & Co. KG
So könnte sich das Outlet-Center auf dem Areal von Bader präsentieren. Noch ist offen, ob es von der Stadt Pforzheim den Aufstellungsbeschluss gibt. Auch könnte Stuttgart dagegen klagen.

Quelle: Bruno Bader GmbH & Co. KG

Pforzheim. Aus seinem ehemaligen Logistikzentrum will das Versandhaus Bader eines der größten Factory-Outlet-Center Deutschlands machen.

Der Versandhändler mit Sitz in Pforzheim sucht für sein ehemaliges Logistikzentrum in der Adolf-Richter-Straße seit Jahren nach einer neuen Bestimmung. Längst wurde ein neues und auf Wachstum ausgerichtetes Logistikzentrum bezogen. Vermarktungsbemühungen für den Altstandort erwiesen sich in den letzten zwei Jahren als erfolglos. Es wurden Untersuchungen angestellt, um die Nachnutzung des 40 Jahre alten Gebäudes mit etwa 68.000 m2 Bruttogrundfläche, knapp vier Kilometer von den innerstädtischen Einkaufslagen entfernt, langfristig sicherzustellen. Kleinteilige Lagernutzungen im Erdgeschoss, darüber Büronutzungen in den mittleren Etagen und Wohnungen in den Obergeschossen waren im Gespräch. Doch aufgrund des Bebauungsplans und nach Gesprächen mit der Stadt Pforzheim musste eine Wohnnutzung wieder ausgeschlossen werden.

Diesen Monat wurden durch die Bauvoranfrage der Bruno Bader GmbH & Co. KG die Pläne für ein Outlet-Center öffentlich. Ungefähr 24.000 m2 Verkaufsfläche, verteilt auf vier Geschosse, wären in dem Bestandsgebäude realisierbar. Damit würde in Pforzheim eines der größten Fabrikverkaufsgelände Deutschlands entstehen. Bader argumentiert, die aktuellen Pläne würden sich in Übereinstimmung mit der Bauleitplanung befinden. Laut dem aktuellen Leitbild der Stadt sollen Bestandsparzellen revitalisiert werden. Außerdem steigere ein Outlet-Center den Bekanntheitsgrad der Stadt, schaffe Kaufkraft und dazu über 1.000 Voll- und Teilzeitarbeitsplätze. Für die Umnutzung für einen "selbständigen kleinteiligen Einzelhandel" sei das Gebäude "bestens geeignet", da "die Mehrgeschossigkeit einem funktionalen Betrieb entspricht". Bei Bader geht man von 2,5 bis 3 Mio. Besuchern jährlich aus.

Erste Pläne sehen folgende Nutzungsmöglichkeiten vor: im Tiefparterre (Ebene -1) die Parkflächen mit natürlicher Belichtung und Belüftung, im Hochparterre (Ebene 0) der barrierefreie Zugang über eine Fußgänger-Plaza von Osten. Die Einzelhandelsnutzungen würden sich mit einzelnen Ladengeschäften mit maximal 800 m2 auf die darüberliegenden Ebenen eins bis drei verteilen, Ebene vier soll neben Einzelhandelsnutzungen ergänzend Flächen für Gastronomie mit Freiterrassen erhalten. Von diesen hätte man einen Ausblick in den Nordschwarzwald.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Die Pforzheimer Einzelhändler sind skeptisch und verweisen auf die Leerstandsflächen in der Innenstadt und auf die grundsätzliche Frage, wer überhaupt so einen Schnäppchenverkauf brauchte, wo doch in den innerstädtischen Einkaufslagen der Preiskampf in Form von Sonderangeboten tobt. Sie erwarten keinen positiven Effekt für den Handel in der Innenstadt.

Auch Joachim Will, Geschäftsführer von ecostra, einem Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Standortentwicklung im Einzelhandel, wäre bei einer erfolgreichen Umsetzung überrascht. Als schwierig sieht er die vier Geschosse bei der Vermietung an. Hinzu kommt viel Konkurrenz. Die Einwohner von Karlsruhe, der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs, haben es nur 40 km bis zum Outlet in Roppenheim oder rund 100 km bis nach Zweibrücken. Von Pforzheim sind diese Fabrikverkäufe jeweils nur ca. 20 km weiter entfernt. Nicht zu vergessen das FOC-Aushängeschild in Metzingen, das mit 30.000 m2 Verkaufsfläche und prominenten Marken lockt.

Manchen klingt noch der Slogan "Bader kommt ganz groß in Mode" in den Ohren. Ob Bader auch ganz groß das Thema FOC vermarkten und den Erlebnischarakter spürbar machen kann, muss sich zeigen.

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