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Unternehmen | 28.02.2019

Aus IZ09/2019, S. 5

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Aberdeen, Nuveen Real Estate
  • Personen:
    Hartmut Leser, Stefan Wundrak, Fabian Klingler, Tim Horrocks
  • Finanzprodukte:
    Core German Retail Fund II
  • Immobilienart:
    Wohnen, Einzelhandel, Logistik

Neue Ideen bei Nuveen und Aberdeen

Quelle: Pixabay, Urheber: HardyS
Schicke Studentenwohnungen sind im Visier von Nuveen.

Quelle: Pixabay, Urheber: HardyS

Es ist eng geworden am Immobilienanlagemarkt. Was tun, wenn die Kunden trotzdem neue Angebote nachfragen? Dann gilt es, noch unerschlossene Nischen zu besetzen: reiche Studenten zum Beispiel, oder ultralange Mietvertragslaufzeiten. Die milliardenschweren Investmenthäuser Nuveen und Aberdeen Standard Investments haben entsprechende Produkte in Arbeit.

Nuveen Real Estate (vormals TIAA Henderson) betreut weltweit Immobilienanlagen im Wert von 125 Mrd. USD. In den USA entfallen davon bereits rund 15 Mrd. USD auf die Assetklasse "Living" (Studentenwohnen, Kitas, Mikroapartments, Seniorenwohnen). Nun möchte Tim Horrocks, Head of Continental Europe, damit auch seine europäischen Kunden bedienen. Der europäische Managementbestand von Nuveen ist aktuell rund 30 Mrd. USD schwer. In drei bis fünf Jahren strebe man daran eine Living-Quote von 10% an, so Horrocks: "Wir möchten unsere US-Expertise über den Atlantik exportieren."

Starten will Horrocks das deutsche Geschäft mit Apartments in jenen Städten, die besonders hohe Wachstumszahlen bei Studierenden aus dem Ausland aufweisen. Diese Klientel verfüge über besonders zahlungswillige Eltern aus Asien oder den USA, die bereit seien, für eine vollausgestattete, hochwertige Kleinwohnung Monatsmieten ab 700 Euro zu überweisen.

Solche Anlagen seien in den USA bereits etabliert, hierzulande befinde sich der Sektor erst im Aufbau. Das eröffne die Chance, ein neues Produkt zu etablieren. Deutschlandweit managt Nuveen mit 51 Mitarbeitern Objekte im Wert von 4,6 Mrd. Euro - Wohnungen sind noch nicht darunter, der Schwerpunkt liegt auf Einzelhandel und Logistik.

Etwa die Hälfte des deutschen Managementbestands wird im Auftrag ausländischer Investoren betreut, der Rest für deutsche Kunden. Mit 69% dominieren Handelsimmobilien den Bestand. Der Core German Retail Fund II befindet sich aktuell in der Platzierung, das Eigenkapitalzielvolumen liegt bei 200 Mio. Euro. 4,5% Gesamtrendite p.a. heißt das Zehnjahresziel dieses Produkts, das sich auf Fachmarkt- und Einkaufszentren mit möglichst niedrigem Textilanteil fokussiert. Aus einem Individualmandat stehen für 2019 weitere 200 Mio. bis 300 Mio. Euro für deutsche Handelsobjekte bereit.

Noch dicker ist das Budget für Nuveens Logistikaktivitäten bemessen: Hier sind ab sofort Käufe über bis zu 500 Mio. Euro finanzierbar. Der hauseigene Researcher Stefan Wundrak sieht den Markt optimistisch. "80% der Vermietungen am Logistikmarkt finden zurzeit in Neubauten statt. Sogar der spekulative Neubau von Logistikflächen macht in Deutschland wieder Sinn." Selbst eine Störung der internationalen Handelsbeziehungen würde maximal ein Drittel der Mieternachfrage bremsen können, so Wundrak.

Während sich Nuveen anschickt, Wohnen als neues Segment für ihre Anleger in Europa zu erschließen, segelt Aberdeen Standard in die Gegenrichtung. Deutschlandchef Hartmut Leser und sein Immobilienvorstand Fabian Klingler haben bereits drei hauseigene Wohnfonds aufgesetzt und sondieren demnächst das Anlegerinteresse für ein gemischt genutztes Ergänzungsprodukt. "Wir denken über einen Long-Income-Fonds nach", so Klingler. Der würde in Objekte mit sehr langen Mietvertragslaufzeiten investieren und diese weiterverkaufen, solange der Mieter noch eine zweistellige Zahl von Jahren gebunden ist. Öffentliche Verwaltungsgebäude, Hotels mit langen Pachtverträgen oder auch Bestands-Studentenwohnheime mit Betreibervertrag kämen für einen solchen Fonds infrage. Mit einer Ausschüttungsrendite von 3% bis 4% und einem Portfolio mit sehr langfristigen Einnahmeperspektiven könne man z.B. Versicherungen ansprechen, schätzt Klingler.

Auch wenn Aberdeen Standard sich auf dem Wohnsektor schon länger stark engagiert - allein der paneuropäische Wohnfonds hat bereits 600 Mio. Euro investiert und soll 1,5 Mrd. Euro groß werden -, hält sich Klinglers Begeisterung für das von Nuveen nun favorisierte Mikrowohnsegment in engen Grenzen. "Hier ist die Miete pro m2 sehr hoch, das macht die Vermietung langfristig schwierig. Die Fluktuation ist hoch, das zieht Folgekosten nach sich. Und die Renditen für den Investor sind nur marginal besser als mit normalen Wohnungen."

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