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Unternehmen | 28.02.2019

Aus IZ09/2019, S. 4

Von Peter Maurer

In diesem Artikel:

IHG will in Deutschland mehr

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Maurer
Mario Maxeiner ist seit November 2018 bei IHG auch für Deutschland zuständig. Zuletzt war er drei Jahre für IHG in China.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Maurer

Die InterContinental Hotels Group (IHG) ist die drittgrößte Hotelgesellschaft in Deutschland, trotzdem wurde vieles bisher aus Großbritannien gesteuert. Seit kurzem gibt es mit Mario Maxeiner einen Managing Director Nothern Europe, der von Frankfurt aus das zuletzt ohnehin starke Wachstum hierzulande weiter ankurbeln soll.

Immobilien Zeitung: IHG-Chef Keith Barr hat in einem Interview auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Deutschland als nur einen von wenigen Wachstumsmärkten genannt. Da haben Sie in Ihrer neuen Aufgabe einiges zu tun?

Mario Maxeiner: Richtig. Wir sind zwar in über 100 Ländern aktiv, haben aber nur fünf sogenannte Priority Markets: die USA, Mexiko, China, England und Deutschland. Wir sehen in Deutschland sehr viel Potenzial. Es ist auch ein wichtiges Signal für den Markt, dass unsere neue Marke avid in Europa zuerst in Deutschland eingeführt wird. Das war sonst immer England.

IZ: Sie waren zuletzt Mitglied der Geschäftsführung von IHG in China. Dort ist IHG sehr stark gewachsen. Das wird in Deutschland nicht so leicht, oder?

Maxeiner: Es gibt natürlich viel mehr Möglichkeiten in China. Das Land ist größer und hat mehr weiße Flecken. Wir sind mit Holiday Inn Express teilweise in Städte gegangen, in denen es noch kein internationales Hotel gab - dort leben aber über 10 Mio. Menschen. Aber auch in Deutschland gibt es noch genug weiße Flecken. Deutschland ist ein Markt, der eine relativ geringe Markendurchdringung hat. Weniger als 50% der Hotelzimmer gehören zu einem Markenhotel, das ist im internationalen Vergleich wenig.

IZ: In den Metropolen sieht das aber anders aus, da ist die Markendurchdringung schon sehr hoch. Die weißen Flecken gibt es doch eher in der Provinz.

Maxeiner: Das ist richtig. Mit Holiday Inn, Holiday Inn Express und avid haben wir aber Marken, die wir auch an B- oder C-Standorten eröffnen können. Die Baukosten sind für Investoren planbar und Betreiber können sie auch in Märkten mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von unter 100 Euro erfolgreich führen.

IZ: Wo positionieren Sie dabei avid?

Maxeiner: avid wird hinsichtlich Baukosten und Zimmerpreisen 10% bis 15% unter Holiday Inn Express liegen. Dementsprechend passen wir das Angebot an: Z.B. wird es kein klassisches Frühstücksbuffet geben. Bei avid konzentrieren wir uns auf die wesentlichen Dinge: auf das Schlafen - beim Bett wird es keinen Kompromiss geben - und Technologie.

IZ: Also ein klassisches Budgethotelkonzept?

Maxeiner: Richtig, allerdings haben wir mit avid ein Produkt entwickelt, bei dem das Basisangebot im Vergleich besonders hochwertig ist.

IZ: Zuletzt sind Sie insbesondere mit Holiday Inn Express sehr erfolgreich gewachsen. Jetzt setzen Sie stark auf avid - ein Zeichen dafür ist, dass Sie auf dem International Hotel Investment Forum nächste Woche in Berlin einen Container mit einem Musterzimmer aufbauen. Müssen sich Ihre Partner jetzt Sorgen machen, dass Sie Holiday Inn Express zugunsten von avid vernachlässigen?

Maxeiner: Holiday Inn Express wird unser Wachstumsmotor bleiben. Die Anzahl neuer Hotels wird die von avid immer überschreiten. Aber ich würde mich nicht auf diese Marken beschränken wollen. Wir haben letztes Jahr zwei Indigo-Hotels in Dresden und Berlin eröffnet. Weltweit haben wir 100 Hotels der Marke, da sehe ich noch viele Möglichkeiten in Deutschland. Wir haben außerdem große Pläne für die Oberklassemarke Crowne Plaza. Wir investieren gerade in die Marke und haben einige Renovierungen laufen. Mit dem Upgrade des Produkts ist sie im Geschäftsreise- und Tagungssegment gut positioniert. Wir sehen auch für Kimpton viele Chancen. Klar haben wir zudem Pläne für InterContinental, aber die Hürden sind hier höher, weil dafür nur Ia-Lagen in Ia-Städten infrage kommen. Wir prüfen aber einige interessante Projekte.

IZ: Mit voco haben Sie außerdem eine neue Oberklassemarke. Wie unterscheidet sie sich von den bestehenden Marken?

Maxeiner: voco ist eine Marke für Konversionen bestehender Hotels oder Gebäude. Sie ist flexibler als andere unserer Kernmarken: Es werden sich Designelemente in jedem Hotel wiederfinden, aber die Zimmer müssen nicht überall gleich ausschauen.

IZ: Seit kurzem gibt es ein größeres IHG-Büro in Frankfurt, Ihre Position ist auch neu. Was ist der Hintergrund dafür?

Maxeiner: Wir haben 2018 frei werdendes Kapital nicht wie sonst an die Anteilseigner ausgeschüttet, sondern in die Strukturen investiert. Ein Ergebnis davon ist dieses Büro für die Region Nordeuropa, einschließlich Deutschland. Bisher wurde ganz Europa aus England heraus betreut. Jetzt haben wir aber unser Developmentteam vergrößert und Abteilungen etwa für Recht und Vertrieb aufgebaut. Wir sind so näher bei unseren Partnern und das kommt sehr gut an.

IZ: Wo wollen Sie Ihre Schwerpunkte setzen?

Maxeiner: In China hat uns die Beziehung auf Augenhöhe zu den Eigentümern so stark gemacht. Wir haben dort sehr viele Partner, die mehr als ein Hotel mit uns entwickeln. Ähnlich ist es in Deutschland: Wir haben elf große Partner, mit denen wir im Rahmen von Multi-Development-Agreements zusammenarbeiten. Das ist ein sehr erfolgreiches Modell, aber es wird mittlerweile auch von Wettbewerbern angewendet. Jetzt überlegen wir, wie wir unseren Wettbewerbsvorteil über die nächsten Jahre sichern können. Da haben wir einige interessante Konzepte entwickelt.

IZ: Können Sie dazu schon mehr sagen?

Maxeiner (lacht): Natürlich nicht. Sonst wäre der Wettbewerbsvorteil wieder dahin. Ganz allgemein: Wir versuchen, die Zusammenarbeit mit unseren Partnern schneller und effizienter zu machen. Wir wollen Prozesse so gestalten, dass wir Projekte noch schneller realisieren können.

IZ: Die meisten Ihrer Partner in Deutschland sind reine Franchisenehmer. Einige hatten zunächst vielleicht zwei oder drei Hotels und haben dann Verträge für zehn, 15 Hotels mit Ihnen unterschrieben. Besteht nicht die Gefahr, dass die sich übernehmen?

Maxeiner: Wir sind daran interessiert, dass unsere Partner das Wachstum gut verdauen, und unterstützen sie dabei mit unserer Expertise und unseren Rahmenbedingungen. Es gibt gute Beispiele, bei denen sich die Strukturen dem Wachstum angepasst haben. Wir haben zum Beispiel einen Partner, der klein mit Holiday Inn Express angefangen hat, mittlerweile kann er sich ein Oberklassehotel wie Crowne Plaza vorstellen.

IZ: Das heißt, Sie werden Ihre bestehenden Partnerschaften intensivieren?

Maxeiner: Definitiv. Wir suchen aber auch nach neuen Partnern. Dafür sind wir bereit, andere Wege zu gehen. Sie haben international bei Regent oder Six Senses gesehen, dass wir nicht abgeneigt sind, über Zukäufe zu wachsen.

IZ: Das wird in Deutschland aber schwierig. IHG mag keine Pachtverträge, die meisten Hotelbetreiber in Deutschland sind Pächter. Gibt es überhaupt potenzielle deutsche Übernahmekandidaten?

Maxeiner: Ich denke schon, dass es die gibt. Wichtig ist, dass sich die Hotels in unsere Marken umwandeln lassen oder die Marke selbst Potenzial hat. Über verschiedene Modelle lässt sich dann auch das Thema Pacht regeln.

IZ: Herr Maxeiner, vielen Dank.

Das Interview führte Peter Maurer, freier Journalist in Wiesbaden.

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