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Märkte | 28.02.2019

Aus IZ09/2019, S. 2

Von Peyvand Jafari

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Peyvand Jafari
  • Immobilienart:
    Wohnen, Einzelhandel, Gewerbe allgemein

Wenn Supermärkte Wohnungen bauen

Wenn Fachfremde sich in Projektentwicklung versuchen, steigen die Folgekosten für die Nutzer, warnt Peyvand Jafari, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Plutos Group.

Peyvand Jafari.

Supermarktketten bauen Wohnquartiere, Family-Offices werden Projektentwickler, Kommunen kaufen Mietshäuser. Es gibt nicht nur immer mehr Akteure auf dem Markt, es wurde auch die klassische Arbeitsteilung durcheinandergewirbelt.

Selten hat der Spruch "Schuster, bleib bei deinen Leisten" besser gepasst als für das deutsche Immobiliengewerbe. Denn so sehr unternehmerische Neugier zu begrüßen ist, hat diese Entwicklung für das Immobiliensegment nicht nur positive Folgen. Einer der Gründe für die steigenden Preise am deutschen Immobilienmarkt liegt für mich darin, dass sich immer weniger Akteure auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren.

Wenn der Beirat eines Family-Offices entscheidet, Kapital einer vermeintlich möglichen Rendite wegen nicht länger in sanierte und optimierte Bestandsimmobilien zu investieren, sondern selbst zu bauen und zu sanieren, dann müssen im nächsten Schritt Expertise und Erfahrung für teures Geld eingekauft werden. Das Gleiche gilt für Supermarktbetreiber, deren eigentliches Geschäft nachweislich darin liegt, mit Konsumgütern des täglichen Bedarfs zu handeln. Nur weil man Einstöcker und Grundstücke im Eigentum hat, heißt das noch lange nicht, dass man weiß, wie man bedarfsgerecht und gewinnbringend darauf Wohnungen baut. Analog gilt das für die ausgeübten Vorkaufsrechte der Kommunen. Viele Städte wollen durch den Ankauf von Mietshäusern die Bewohner vor Mieterhöhungen durch private Investoren schützen. Was dabei übersehen wird: Die Preise sind derzeit auf einem Höchststand, und die Kommunen, die sich heute dank voller Kassen als Einkäufer gerieren, verfügen offensichtlich nicht über die ökonomische Kompetenz, um zu erkennen, dass die Investition ohne Mieterhöhungen erhebliche Folgekosten haben wird.

Wer nicht wirtschaftlich agiert, treibt die Kosten in die Höhe - mit der Folge, dass die ursprünglich angedachten Renditen des Projektentwicklergeschäfts wieder dahinschmelzen. Um die Investitionsentscheidungen nach innen rechtfertigen zu können, werden die zusätzlichen Kosten auf die Wohnungskäufer und Mieter umgelegt: Die Privaten werden das rasch tun, die Öffentlichen spätestens bei den nächsten Steuerrückgängen. Damit ist dem Wohnungsmarkt nicht geholfen. Allen Beteiligten wäre daher geholfen, wenn sie sich auf ihre Kompetenzen zurückbesinnen: Supermärkte verkaufen Milch und Gemüse, Family-Offices investieren in Bestände, und Kommunen erteilen Baugenehmigungen.

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